Kryptowährungen

Run auf Kryptowährungen Jetzt bloß nichts mehr verpassen...

Stand: 13.12.2017, 14:22 Uhr

Der Bitcoin ist zurzeit in aller Munde. Davon profitieren auch Litecoin, Ethereum und Ripple: Ihre Kurse schießen ebenfalls in die Höhe. Zusammen sind die Kryptowährungen nun über eine halbe Billion Dollar wert. Können Anleger, die das erhebliche Risiko nicht scheuen, dort auch einsteigen?

Die bisher existierenden rund 1.350 Kryptowährungen haben gemeinsam einen Rekord geknackt. Ihr Gesamtwert stieg laut der auf Digitalwährungen spezialisierten Plattform "Coinmarketcap" in der Nacht zum Mittwoch auf eine halbe Billion Dollar. Zu Anfang des Jahres lag der Wert noch bei 18 Milliarden Dollar.

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum Intraday
Kurs
6.345,10
Differenz relativ
-0,06%

Rund 56 Prozent der knapp 506 Dollar schweren Marktkapitalisierung entfallen dabei auf den Bitcoin. Dessen Start vom Future an der amerikanischen CBOE am Montag verlief rasant: Der Kurs stieg in den ersten Handelsstunden auf 18.000 Dollar – ein Plus von mal eben 3.000 Dollar. Der erste regulierte Handelsplatz ließ aber nicht nur den Bitcoinkurs wachsen.

Erst der Bitcoin, dann der Rest

So schoss der Litecoin am Dienstag von rund 150 Dollar auf fast 300 Euro – das ist neuer Rekord. Am Anfang des Jahres lag die viergrößte Kryptowährung der Welt noch bei fünf Dollar - ein Plus von 5.500 Prozent. Damit legte der Litecoin dreimal so viel wie der Bitcoin zu.

Auch das Interesse an Ethereum steigt: Der Kurs stieg am Dienstag von rund 530 Dollar auf bis zu 640 Dollar an. Zu Jahresbeginn lag er noch bei acht Dollar – ein glattes Plus von rund 8.000 Prozent. Mit einigem Abstand und 36 Milliarden Dollar und einem Marktanteil von zwölf Prozent folgt Ethereum dem Bitcoin auf Rang zwei.

Geringer fällt der Gewinn bei Ripple aus: Seit Jahresbeginn legte der Wert für einen Token um 1.400 Prozent zu. Von rund 0,26 Dollar auf 0,42 Dollar stieg der Ripple dann am Dienstag – und knackte am Mittwochmorgen die 0,50 Dollar.

Jetzt noch einsteigen?

Vom Run auf den Bitcoin profitieren also auch andere Kryptowährungen. Einerseits bieten die einzelnen Bitcoin-Alternativen jeweils spezifische Vorzüge gegenüber der bekanntesten Cyberwährung. Und es gibt noch einen simpleren Grund: Die sogenannten "Altcoins" sind schlicht optisch günstiger als der Bitcoin – und daher auf dem Markt gefragt. Hinzu kommt noch das FOMO-Phänomen ("fear of missing out"): Wer den Bitcoin-Boom verpasst hat, will sein Glück nun bei den anderen Kryptowährungen versuchen – aber wie?

Bezahlen mit Bitcoiins

Bitcoins im Alltag. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Wer trotz der Warnungen zahlreicher Finanzhäuser wie der Deutschen Bank oder der BaFin Kryptowährungen kaufen möchte, kann das auf Handelsplätzen wie "Bitstamp" oder "Coinbase". Dort können Einheiten der Kryptowährungen gekauft und gehandelt werden. Dort können sich Nutzer einfach registrieren. Die Händler geben dann bei der Transaktion an, welcher Kaufpreis in Euro überwiesen werden muss. Das geht meist per Banküberweisung oder durch ein Konto auf der Börsenseite, das ähnlich wie ein Wertpapier-Depot aufgefüllt werden muss. Die meisten Börsen verlangen für die Transaktionen zusätzlich eine prozentuale Gebühr. Hat das geklappt, lohnt sich ein Blick ins Wallet: Dort wird die gekaufte Menge der Kryptowährung gutgeschrieben.

Handeln oder horten

Der eigene Anteil der Kryptowährung lässt sich nun horten oder an auf den Börsenplattformen handeln. Dort lassen sich digitale Währungen wie der Bitcoin mittlerweile aber auch als Kredit verleihen. Beim "Lending" sind die Kreditanforderungen gering: So lässt sich mit insgesamt zehn Bitcoins handeln – obwohl nur die Hälfte davon im eigenen Besitz ist. Die restlichen werden von anderen Nutzern per Kredit geliehen. Der durchschnittliche Zinssatz beträgt jährlich zwischen fünf bis zehn Prozent, so das Branchenmagazin "BitcoinMag".

Wer lieber nur mit "Altcoins" spekulieren will, kann das bisher noch nicht über Zertifikate wie beim Bitcoin. Die ersten CFD-Broker bieten aber bereits die Möglichkeit, auf Ethereum und Co. zu setzen.

Auch von der Future-Front kommen schon neue Pläne: Der größte Händler "Interactive Brokers" will seinen Kunden schon ab Ende dieser Woche auch auf sinkende Bitcoin-Kurse wetten lassen, so der Chef Thomas Peterffy gegenüber der "Financial Times". Zuvor hatte Peterffy noch gesagt, man wolle nur Wetten auf steigende Kurse abwickeln.

jz

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Bitcoin (BTC)
Der Bitcoin exisitiert bereits seit 2009 – und ist damit die älteste auf der Blockchain-Technologie basierende Digitalwährung. Die Ur-Kryptowährung hat die schnelle und günstige Abwicklung von Transaktionen zum Ziel, wird diesen Anforderungen aber angesichts von Millionen von Nutzer immer weniger gerecht. Zudem ist das Bitcoin-Protokoll limitiert, zusätzliche Informationen können nicht transportiert werden.