Bitcoin Cash

Gefahr von "Whale Manipulation" Große Ungleichverteilung bei Bitcoin Cash

Stand: 08.11.2019, 12:05 Uhr

Noch mehr als beim Bitcoin herrscht bei Bitcoin Cash ein großes Ungleichgewicht. Wenige Superreiche sind in Besitz von mehr als der Hälfte des Gesamtbestandes. Eine gefährliche Entwicklung.

Es ist keine ganz neue Erkenntnis - aber dass das Ungleichgewicht bei Bitcoin Cash (BCH) höher ist als das beim Bitcoin, ist eine erstaunliche Nachricht. Wie das Portal "Kryptoszene" herausgefunden hat, befinden sich 54,62 Prozent des Gesamtbestandes von Bitcoin Cash auf nur 0,01 Prozent der Adressen.

Allein die größten sechs Adressen vereinnahmen laut "Kryptoszene" 1.355.460 BCH, was einem aktuellen Gegenwert von beinahe 400 Millionen Dollar entspricht.

Ungleichverteilung von Bitcoin und Bitcoin Cash

Ungleichverteilung von Bitcoin und Bitcoin Cash. | Bildquelle: Kryptoszene, Grafik: boerse.ARD.de

Ungleichgewicht drastischer als bei Bitcoin

Nach Angaben des Portals befinden sich auf einer einzigen Adresse satte 505.295 BCH, was 2,8 Prozent des gesamten Token-Bestandes entspreche. Beim Bitcoin teilen sich drei Adressen rund 2,45 Prozent der Coins. Raphael Adrian, Chefredakteur von "Kryptoszene.de" zeigt sich überrascht, dass das Ungleichgewicht bei Kryptowährungen so hoch ist: "Es hat fast den Anschein, dass Kryptowährungen im Allgemeinen zum Spielzeug der Eliten werden."

Wie das Portal berichtet, befänden sich 32,91 Prozent der Gesamtmenge an Bitcoin Cash in den Händen von Multimillionären. Als BCH-Multimillionär gelte jede Adresse mit einem Vermögen ab 2,82 Millionen Dollar. "Kryptoszene.de" weist darauf hin, dass es keine Möglichkeit gebe, zu unterscheiden, ob sich hinter der Bitcoin Cash-Adresse eine Privatperson, ein Unternehmen oder beispielsweise ein Vermögensverwalter befindet.

Markt anfällig für "Whale Manipulation"

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
8.530,25
Differenz relativ
-1,33%

Sowohl der Bitcoin- als auch der Bitcoin Cash-Markt sind noch vergleichsweise jung und klein. Diese sind besonders anfällig für Manipulationen, denn je geringer Handelsvolumen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Marktteilnehmer Kursschwankungen verursachen können.

Solche Marktteilnehmer werden "Wale" genannt. Die Wissenschaftler John Griffin von der University of Texas und Amin Shams von der Ohio State University veröffentlichten 2018 einen wissenschaftlichen Beitrag, in dem sie einem solchen Phänomen auf den Grund gingen: "Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass anstatt von Tausenden von Investoren nur ein einziger den Bitcoin-Kurs beeinflusst."

Einige Experten gehen davon aus, dass solche Manipulationen im Jahr 2017 für den herben Einbruch des Bitcoin-Kurses gesorgt haben könnten.

ms