Bitcoin-Dämmerung

Sicherheitsbedenken von SEC & Co. Götzen-Dämmerung beim Bitcoin?

Stand: 09.01.2018, 11:16 Uhr

Der Bitcoin-Kurs steht unter Druck, auch wenn der Preissturz vorerst gestoppt zu sein scheint. Jetzt haben zwei US-Fondsgesellschaften ihre Pläne für Bitcoin-ETFs zu den Akten gelegt. Was bedeutet das für die Digitalwährung?

Branchenexperten erwarten jedenfalls, dass der Kurs der größten und bekanntesten Kryptowährung auch weiterhin belastet bleibt. Das ist nicht erstaunlich angesichts der Nachrichtenlage: Wegen Bedenken der US-Finanzaufsicht SEC haben die Fondsgesellschaften Rafferty Asset Management und Exchange Traded Concepts ihre Pläne für Bitcoin-ETFs begraben.

SEC-Mitarbeiter hätten sich wegen der Liquidität und Bewertung von Future-Kontrakten auf Basis der Kryptowährung besorgt geäußert, wie aus einer Mitteilung hervorgeht, die bei der Behörde hinterlegt wurde. Mit der Auflage der Fonds sollten Anleger nach dem Willen der Firmen in Bitcoin so einfach wie in Aktien investieren können. Geplant war, dass einer der börsennotierten Fonds (ETFs) doppelt so stark fällt oder steigt wie Bitcoin. Das ist nichts für Investoren mit schwachen Nerven und angesichts der erratischen Kursbewegungen kaum empfehlenswert.

Am Bitcoin-Rausch mitverdienen

Die Einführung von Bitcoin-ETFs vor einigen Wochen galt als wichtiger Schritt, um die Digitalwährung gewissermaßen salonfähig zu machen und in den Mainstream der Finanzprodukte zu hieven - wenn man so will ein Schritt von der Kuriosität in die Seriosität. Natürlich ist die Idee verbunden mit dem Ziel, frische Milliarden an Anlegergeldern anzusaugen und den Kurs weiter nach oben zu treiben - oder zumindest an den Gebühren mitzuverdienen. Sollten sich weitere Anbieter dazu entschließen, die Pläne auf Eis zu legen, dürfte dieser Traum zumindest vorerst geplatzt sein.    

Regulierungs-Imperien schlagen zurück

B5-Moderatorin Monika Stiehl
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B5 Börse 10.45 Uhr: Bitcoin wieder über 15.000 Dollar

Die Bedenken der Regulierungsbehörden und Börsenaufsichten sind nicht neu. Erst vor wenigen Tagen hatte die SEC sich zahlreichen internationalen Warnungen vor der Kryptowährung Bitcoin angeschlossen. Anleger sollten Vorsicht walten lassen, riet die US-Börsenaufsicht. Sie verwies darauf, dass im Zusammenhang mit Bitcoin viele Vorschriften nicht befolgt würden. Die SEC gehe Verstößen zwar nach, es bestehe aber ein "erhebliches Risiko", dass die Aufsicht Anlegern nicht dabei helfen könnte, verlorenes Geld zurückzubekommen.

Auch aktuelle Berichte über eine stärkere Regulierung in China und Südkorea sind laut Analysten eine andauernde Belastung. So hat Südkorea Geldwäscheuntersuchungen bei sechs Banken eingeleitet. Die betroffenen Institute hatten Unternehmen virtuelle Konten für den Handel mit Kryptowährungen angeboten. Überdies plant die chinesische Regierung einem Medienbericht zufolge, den hohen Stromverbrauch durch das Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin zu drosseln.

"Weitere Konsolidierung wahrscheinlich"

Zwei Figuren mit Hacke und Schippe stehen auf einer Bitcoinmünze

Bitcoin-Mining.

Unter Druck gerieten deshalb auch andere Digitalwährungen wie Ether und Litecoin. Die ungewisse Lage schrecke Anleger derzeit ab, kommentiert Timo Emden von DailyFX Germany. "Vor allem das Anziehen des südkoreanischen Regulierungsgürtels raubt Anlegern aktuell jene Luft zum Atmen." Eine weitere Konsolidierung des Bitcoin-Kurses erscheine wahrscheinlich, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Handelshaus AxiTrader.

Bitcoin ist eine virtuelle Währung, mit der Geld schnell und anonym in der Welt bewegt werden kann. Eine Regierung oder Notenbank ist dafür nicht nötig. Der Bitcoin-Handel ist bisher teuer und kompliziert sowie von starken Preisausschlägen gekennzeichnet.

ts