Gebäude der Europäischen Zentralbank und der Federal Reserve

Kritik auf breiter Front Fed und EZB warnen vor Bitcoin

Stand: 01.12.2017, 10:09 Uhr

Nach der unglaublichen Rally des Bitcoin melden sich nun zunehmend die Hüter "klassischer" Währungen zu Wort. Die Urteile fallen nicht gerade schmeichelhaft aus.

Derzeit dürften Kryptowährungen zwar kein Risiko für die Stabilität des Finanzsystems darstellen, sagte der für die Bankenaufsicht zuständige Fed-Gouverneur Randal Quarles am Donnerstag. Sollten sie sich aber großflächig ausbreiten, könnten sie zu ernsthaften Problemen führen. In schlechten Zeiten könnten solche Währungen massiv unter Druck geraten.

Außerdem sollten Zentralbanken vorsichtig bei der Frage sein, ob sie eigene Digitalwährungen ausgeben sollten. Denn es bestehe die Gefahr eines Missbrauchs durch Geldwäsche, Terrorfinanzierung und Cyberattacken.

Bundesbank warnt auch

Die die Deutsche Bundesbank hat ihre Warnungen vor der Digitalwährung Bitcoin erneuert. "Der Bitcoin ist eine spekulative Anlage", sagte Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele der "SZ" (Süddeutsche Zeitung). Von einer echten Währung könne man nicht sprechen. Bitcoins würden nämlich nur selten dazu genutzt, Waren und Dienstleistungen zu bezahlen. "Die Besitzer horten ihre Bitcoins und hoffen auf Wertsteigerungen - das ist eine riskante Spekulation."

In einem am gleichen Tag veröffentlichten Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" warnte er außerdem, dass ein Totalverlust drohe. "Geld definiert sich aus der Erfüllung dreier Funktionen", erläuterte er. "Es dient als Zahlungsmittel, als Wertaufbewahrungsmittel und als Recheneinheit. Die Eigenschaften sind nicht unabhängig voneinander." Bitcoin erfülle bislang "keine der drei Geldfunktionen im ökonomisch relevanten Maße, weil es nicht über eine Nische hinausreicht und extrem wertinstabil ist."

Der Kurs von Bitcoin hatte diese Woche erstmals die Marke von 10.000 Dollar übersprungen. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus rund 1.000 Prozent.

1/11

Was die Bitcoin-Kritiker sagen Alles nur ein Hype?

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein

Lloyd Blankfein
Goldman-Sachs-Chef Blankfein hält den Bitcoin nur für eine Blase. Das sagte er im September gegenüber dem Nachrichtensender "CNBC". Doch er gab zu: Mit so mancher Einschätzungen in der Vergangenheit lag er falsch. Blankfein vergleicht den Bitcoin mit der Entwicklung vom Zahlungsmittel Gold zum Papiergeld: Damals seien sicher auch nicht alle überzeugt gewesen. Nach dem Schritt vom Hartgeld zum Fiatgeld seien digitale Währungen eine "natürliche Entwicklung". Zwar hat er noch nicht investiert – abgeneigt ist er aber keineswegs. Angeblich plant Goldman Sachs eine eigene Trading-Plattform, auf der der Handel von Bitcoin und anderen Kryptowährungen möglich wäre.

ME