Kryptowährungen

Libra, Regulierung, ETFs Es tut sich was in der Kryptobranche

Stand: 13.09.2019, 15:51 Uhr

Um den Bitcoin ist es wieder ruhiger geworden, dennoch geschieht zur Zeit einiges in der Kryptowelt. Unter anderem steht die Entscheidung der US-Börsenaufsicht zur Genehmigung eines Bitcoin-ETFs aus.

Eines fällt bei fast allen Kryptowährungen auf: Die Volatilität ist hoch. Diese macht Kryptowährungen als Zahlungsmittel im Alltag kaum tauglich. Aber genau diese hohen Schwankungen machen Kryptowährungen für spekulative Anleger interessant.

Geht man nach der Marktkapitalisierung, dann ist der Bitcoin immer noch das Maß aller Dinge. Sein Gesamtbewertung beträgt mit über 185 Milliarden Dollar fast das Zehnfache der zweitplatzierten Kryptowährung Ethereum.

Libra - vom Kurstreiber zum Belastungsfaktor

Marktkapitalisierung der Top-10-Kryptowährungen

Marktkapitalisierung der Top-10-Kryptowährungen. | Bildquelle: coinmarketcap.com

Derweil haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Alternativen zum klassischen Cyber-Taler aufgetan. Größter Aufreger war zuletzt "Libra", die geplante Kryptowährung des Internetriesen Facebook, die nicht weniger als den Markt revolutionieren soll. Facebook wirbt damit, dass Libra stabiler sei als der Bitcoin und Milliarden Menschen erreichen würde.

Facebook Libra

Facebook Libra. | Bildquelle: picture alliance/Bildagentur-online

Die Ankündigung von Libra beflügelte den Kurs des Bitcoins zunächst. Zeitweise war er im Frühsommer beinahe 14.000 Dollar wert. Doch das was ihn beflügelte, bremst den Kurs jetzt. Die harsche Kritik von Experten, Notenbanken und Politikern an Facebooks Währungsprojekt trug dazu bei, den Kurs wieder in den Bereich zwischen 9.000 und 12.000 Dollar zu drücken.

Mittlerweile steht das ganze Projekt auf der Kippe. Zu groß sind die Widerstände und Unsicherheiten, mit denen sich Facebook konfrontiert sieht. Notenbanken und Staaten wollen ihr Emissionsmonopol behalten und sehen es kritisch, dass immer mehr private Unternehmer Geld herausgeben wollen. So auch Finanzminister Olaf Scholz: „Die Welt braucht keine zusätzliche Währung, die sich der demokratischen Kontrolle entzieht.“

Auch Scholz' französischer Amtskollege sprach sich gegen die Einführung von "Libra" aus. Es bestehe die Gefahr "erheblicher Störungen im Finanzsystem", sagte Bruno Le Maire am Donnerstag auf einer Konferenz zu Kryptowährungen in Paris.

Immer wieder wird zudem diskutiert, ob die Notenbanken der Staaten eigene Kryptowährungen auf den Markt bringen sollten. Auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Nadine Schön, meint, dass ein eigenes Angebot nicht schaden könne, um im Krisenfall unabhängig zu sein. Ein solches staatliches Projekt hätte sicherlich nicht denselben positiven Kurseffekt auf die bestehenden Kryptowährungen wie Libra.

Regulierungsdiskussion bremst den Kryptomarkt - noch

Dunkle Wolken über der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

Europäische Zentralbank. | Bildquelle: Imago

Ein Dauerthema, das den Kurs des Bitcoin bestimmt, ist die Regulierung. Immer mehr Staaten versuchen mit ihren Steuer- und Justizapparaten den Kryptomarkt zu regulieren.

Perspektivisch könnte aber eine pragmatische Lösung die Akzeptanz von Kryptowährungen durchaus erhöhen. Die künftige Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, positionierte sich bei ihrer Vorstellung in Brüssel auch zum Thema Kryptowährungen. Sie sei der Meinung die EZB müsse "offen sein für die Möglichkeiten, die im Wandel liegen". Eine angemessene Regulierung solle dafür sorgen, dass Ansätze aus der Kryptobranche in Richtung Allgemeinwohl gelenkt werden.

Die US-Regierung hat nun Standards bekanntgegeben, die jede Digitalwährung, einschließlich Facebooks Libra, erfüllen sollen. Den Amerikanern ist hier besonders der Kampf gegen kriminelle Aktivitäten wichtig, erklärt Sigal Mandelker, Untersekretärin des Finanzministeriums für Terrorismus und Finanzaufklärung der USA:

»Egal, ob es Bitcoin, Ethereum oder Libra ist, unsere Einstellung gilt gegenüber all diesen Unternehmen: Einrichtungen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung müssen von Anfang an mit in das System integriert werden.«

Bitcoin Silbermünze
Audio

B5 Börse 11:15 Uhr: Bundesbankpräsident Weidmann sieht Kryptowährungen kritisch

Wie genau die Auflagen der USA aussehen sollen, ist noch nicht bekannt. Wertstabile Kryptowährungen könnten aber deutlichen Einfluss auf das Finanzsystem und die Notenbanken haben.

Hoffnungsträger ETFs

Bitcoin ETF

Ein Krypto-ETF: Wohl die größte Hoffnung der Bitcoin-Fans. | Bildquelle: imago, Montage: boerse.ARD.de

Die wohl größte Hoffnung der Bitcoin-Anleger bleibt aber die Diskussion um etablierte Finanzprodukte mit Krypto-Bezug. Schon seit Monaten wird über die Zulassung von ETFs auf den Bitcoin spekuliert. Eine Entscheidung der amerikanischen Börsenaufsicht steht schon seit Langem aus. SEC-Chef Jay Clayton sprach gegenüber "CNBC" von großen Fortschritten. Es gebe allerdings noch viel zu tun, was die Genehmigung eines solchen Produkts angeht. Da Bitcoin-ETFs meistens auf unregulierten Kryptobörsen gehandelt würden, stelle sich derzeit noch die Frage, wie sichergestellt werden könne, dass es keine Preismanipulationen gibt.

ms/la