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Google doch mal Die Suchmaschine bestimmt den Krypto-Markt

Stand: 31.01.2018, 13:26 Uhr

Wann bewegen sich die Kurse von Bitcoin und anderen Kryptowährungen? Die Zusammenhänge zwischen ihnen und etablierten Anlageklassen ist gering. Doch Korrelationen gibt es trotzdem.

Was ist eigentlich der Bitcoin? Eine hilfreiche Antwort erhält man mit verünftigem Internetanschluss mit wenigen Klicks. Doch wer das Wort "Bitcoin" in die Suchmaschine eingibt, findet nicht nur millionenfach Beiträge zum Thema – sondern bewegt auch die Kurse der Kryptowährungen.

Keine Korrelation mit Goldpreis

Das fand Michael Kollo, Chefstratege für Research bei der Investmentgesellschaft AXA Rosenberg Equities, für deren Plattform "Tomorrow Augmented" heraus. Dafür hat Kollo den Zusammenhang von Kryptowährungen und etablierten Anlageklassen untersucht. Die Korrelation zwischen Kryptowährungen und Aktien oder Rohstoffen fiel dabei verschwindend gering aus: Der Korrelationskoeffizient für Bitcoin und Gold lag bei 0,00. Im Verhältnis zum MSCI Europe und WTI-Öl gibt es eine negative Korrelation: Sie betrug minus 0,01 und minus 0,08.

Die Behauptung, dass Krypto-Anleger ihre Bitcoins in Gold wechseln und zeitweise zum Edelmetall geflohen seien, ergibt auf Basis dieser Berechnungen eher wenig Sinn.

Korrelation

Korrelation ist ein Begriff aus der Statistik. Der sogenannte Korrelationskoeffizient misst dabei die Beziehung zwischen zwei Variablen. Ist er positiv heißt das: "Je mehr Variable A, desto mehr Variable B" oder umgekehrt. Bei einer negativen Korrelation gilt hingegen: "Je mehr Variable A, desto weniger Variable B" oder umgekehrt.

Kryptowährungen korrelieren miteinander

Anders sieht es bei den Kryptowährungen untereinander aus: Die Korrelation zwischen Bitcoin und der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum lag bei 0,31 - die Korrelation von Bitcoin mit IOTA sogar bei 0,44.

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.318,66
Differenz relativ
-10,10%

Kollo erkennt darin einen alternativen Markt mit eigenen Regeln. "Allerdings scheint dabei die Anlegerstimmung eine große Rolle zu spielen", sagt der Chefstratege. Denn es gebe eine starke Verbindung zwischen der Zahl der Google-Suchen nach dem Begriff "Bitcoin" und kurzfristigen Kursbewegungen.

Noch hält Kollo den Markt für unreif – und denkt auch nicht, dass es die heutigen Top-Kryptowährungen in zehn Jahren noch geben wird. Doch an sich glaubt er an die Digitalwährungen: Sie werden als Mittel zum Handel eine Revolution erleben. "Und zwar eine Revolution, die auch tiefe Spuren in der Politik hinterlassen wird", erklärt Kollo.

Zum Spekulieren reicht's

Denn Kryptowährungen seien frei von Interventionen durch Regierungen und Notenbanken. Das macht sie daher auch frei von geographischen Besonderheiten oder Sicherheitssiegeln. Einen intrinsischen Wert haben sie jedoch nicht.

Bitcoin Münzen

Bitcoins. | Bildquelle: ulifunke.com / bitcoin.de

Daher bieten sie  sich als Spekulationsobjekt an – auch angesichts der großen Kursschwankungen. Sollten es in absehbarer Zeit keine Regulierung durch Regierungen oder anderen Institutionen geben, werden sie als spekulative Assets bleiben, so Kollo.

Gerüchte um Regulierungen schwächten Kurse

Krypto-Anhänger müssen seit Anfang des Jahres mit starken Kursverlusten umgehen. Nachdem der Bitcoin im Dezember die 20.000 Dollar-Marke geknackte hatte, ging es erst mal wieder abwärts. Am Mittwochmittag lag der Bitcoin bei rund 10.200 Dollar. Aber auch andere Kryptowährungen, wie Ethereum und Ripple, hatten zu kämpfen.

Für die Kursverluste machen viele die Regulierungspläne zahlreicher Regierungen und Finanzaufsichten verantwortlich. Denn die Überlegungen zu strengeren Regeln für den Handeln mit Kryptowährungen häufen sich in letzter Zeit: Zuletzt hatte die japanische Finanzaufsicht nach dem Hackerangriff auf die Handelsplattform Coincheck noch härtere Sicherheitsmaßnahmen für alle Krypto-Börsen angekündigt

jz

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IWF-Chefin Christine Lagarde

IWF-Chefin Christine Lagarde

... ist kritisch, was den derzeitigen Stand bei Kryptowährungen betrifft. "Die Tatsache, dass die Anonymität, die Intransparenz und die Art und Weise, wie sie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung und alle Arten von dunklen Geschäften verheimlicht und schützt, sind einfach nicht akzeptabel", sagte Lagarde während einer Podiumsdiskussion beim WEF in Davos vergangene Woche.

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