Bitcoin-Crash
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Die einen wollen, die anderen nicht Das Krypto-Karussell beschleunigt wieder

Stand: 15.02.2018, 15:53 Uhr

In der Krypto-Welt tut sich wieder einiges: Die einen steigen aus, die anderen dafür ein - und Südkorea verbietet den Krypto-Handel nun doch nicht. Die neuesten Entwicklungen lassen die Kurse vieler Kryptowährungen steigen.

Noch Mitte Januar hatte der südkoreanische Justizminister Park Sang Ki von einem Verbot für den Krypto-Börsenhandel gesprochen. Die Regierung habe große Bedenken hinsichtlich der virtuellen Währungen und bereite daher ein Handelsverbot vor, hieß es. Diese strikte Haltung hat sich nun offensichtlich nicht durchgesetzt.

Zwar strebe das Land härtere Vorschriften für den Handel mit Kryptowährungen an – ein grundsätzliches Verbot soll es aber nicht geben, so der Regierungsvertreter Hong Nam-Ki in einer Videobotschaft am Mittwoch. Der Handel solle vor allem transparenter werden.

Krypto-Fans können durchatmen

Schon seit geraumer Zeit will Südkorea den Krypto-Handel stärker kontrollieren. Daher soll der Handel künftig auch nur noch auf ausgewählten Börsenplätzen möglich sein, so die Ankündigung im Dezember. Außerdem sollen entstandene Kapitalerträge besteuert werden, um die Spekulation zu begrenzen - in Deutschland werden Erträge aus Kryptowährungen längst besteuert.

Für die große Krypto-Szene im asiatischen Raum kam die Kehrtwende der Regierung wie gerufen: Die Diskussion um ein Verbot ließ die Kurse im Januar deutlich einbrechen. Nachdem es Anfang Februar immer weiter bergab ging, legten die Kurse vieler Kryptowährungen nach der Nachricht aus Südkorea am Mittwoch wieder zu. Bitcoin verzeichnete zeitweise ein Plus von fast 1.000 Dollar im Vergleich zum Vortag – und notierte am Nachmittag auf der Handelsplattform Bitstamp bei rund 9.800 Dollar.

Thailands Zentralbank traut Kryptowährungen nicht

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Börse 18.00 Uhr: Auch Thailand verbietet Bitcoins

Anders die Lage in Thailand: Die Regierung verbietet Banken und Finanzinstitutionen künftig den Handel mit Cyber-Devisen, so Notenbankchef Veerathai Santiprabhob am Montag. Das Verbot schließt auch den Tausch in herkömmliche Währungen, den Kauf per Kreditkarte und auch die Beratung für den Krypto-Handel mit ein. Bei der thailändischen Zentralbank äußerte man sich besorgt: Bitcoin und Co. könnten zu kriminellen Machenschaften verwendet werden.  

Saudi-Arabien versucht's mit Ripple

Positive Nachrichten für die Krypto-Welt kommen unterdessen aus den Golfstaaten: Die Zentralbank Saudi-Arabiens setzt nun auf Ripple – dabei hatte sie im Dezember noch vor dem Handel mit Kryptowährungen gewarnt. Am Mittwoch gab die Zentralbank die Kooperation mit dem US-Unternehmen bekannt – sie ist damit die erste Notenbank weltweit, die ein derartiges Pilotprogramm wagt.  

Chris Larsen, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Ripple.

Chris Larsen. | Bildquelle: Imago

Ripple bietet ein Zahlungsnetzwerk basierend auf der Blockchain-Technologie an: Zahlungen sollen damit einfacher, schneller und kostengünstiger möglich sein. Doch die saudi-arabischen Banken sind keinesfalls die ersten Nutzer: Die Schweizer UBS, die spanische Santander, die Bank of America und mehr als 100 weitere Unternehmen arbeiten bereits mit dem System.

Ripple gibt außerdem gleichnamige Tokens (XRP) aus. Die Kryptowährung hatte Anfang des Jahres ihr Allzeithoch von 3,30 Dollar erreicht. Mittlerweile hat sich der Preis mehr als halbiert: Am Mittwoch lag der Kurs bei rund 1,10 Dollar. Im vergangenen Jahr verbuchte Ripple ein Plus von rund 2.815 Prozent.

Golfstaaten wollen mitmischen

Neben Saudi-Arabien wollen auch die Vereinigten Arabischen Emirate eine führende Rolle im Kryptowährungsmarkt einnehmen. Gemeinsam wollen die Zentralbanken der Länder dafür eine eigene digitale Währung entwickeln. Interesse am Krypto-Markt melden auch die Regulierungsbehörde in Abu Dhabi und die Finanzaufsicht in Bahrain.

jz