Hörfunk-Moderatorin Franka Welz
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Darum taugt der Bitcoin nicht als Währung

Stand: 28.12.2017, 10:43 Uhr

Bitcoin & Co. werden gerne als Krypto-Währungen bezeichnet. Doch dem zweiten Teil dieses Labels werden sie bislang nicht gerecht, denn als Zahlungsmittel sind sie untauglich.

Um herauszufinden, ob Kryptowährungen als Zahlungsmittel taugen, müssen wir uns zunächst verdeutlichen, wofür wir Geld benötigen, was der Zweck einer Währung ist und was Geld leisten können muss. Als Geldfunktionen bezeichnet man die unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten von Geld, heißt es dazu im Online-Lexikon der Bundesbank.

Unterschieden würden insbesondere die Funktion als Tausch- und Zahlungsmittel, als Recheneinheit und als Wertaufbewahrungsmittel. Um diese Funktionen zu erfüllen, müsse Geld gut teilbar, wertbeständig und allgemein akzeptiert sein, so die deutschen Währungshüter.

Wertbeständigkeit gleich null

Die Erfahrung zeigt: Der Bitcoin ist alles andere als wertbeständig und schafft deshalb auch kein Vertrauen. Seit Anfang des Jahres ist der Wert eines Bitcoin von 1.000 US-Dollar auf kurzzeitig fast 20.000 Dollar gestiegen. Ausschläge von mehreren Tausend Dollar am Tag nach oben oder unten sind keine Seltenheit.

Wie soll dann das Bezahlen mit Bitcoins praktisch funktionieren, wie kann man relativ stabile Preise für Güter finden, wenn man im Januar für einen Bitcoin ein Notebook kaufen kann und im Dezember schon einen Kleinwagen? Die Preise müssten permanent angepasst werden. Dabei sind die täglichen Kurs-Ausschläge in alle Richtungen noch nicht einmal in die Überlegung mit einbezogen. Auch für das Kreditwesen taugen Bitcoin deshalb nicht.          

Die Wertbeständigkeit einer Währung ist nicht zuletzt auch ein Grund dafür, dass man sich von ihr trennen kann und sie ausgeben möchte. Wenn der Bitcoin-Preis so rasant steigt, behält man Bitcoin schließlich lieber im elektronischen Portemonnaie. Geld muss aber zirkulieren, wenn die Wirtschaft laufen soll.

Hohe Transaktionsgebühren

Ein weiteres Problem sind die hohen Transaktionsgebühren. Anfang Dezember stellte der Online-Computerspielehändler Steam die Bitcoin-Annahme ein. Ein Grund dafür war, dass die Gebühren von anfangs 20 Cent pro Transaktion auf zuletzt fast 20 Dollar rasant gestiegen seien. Damit übersteigen die Gebühren also den Preis vieler Computerspiele auf Steam.

Dabei sollten Überweisungen mit Bitcoin eigentlich kostenfrei sein, aber wegen des Andrangs auf das Bitcoin-Netzwerk bevorzugt das System Überweisungen mit Transaktionsgebühren. Eine Transaktionsgebühr ist also kein Muss. Allerdings kann die Überweisung dann auch mehrere Stunden oder Tage dauern. Auf Blockchain.info können Interessierte sehen, wie viele Transaktionen noch offen sind und somit auch einen Eindruck bekommen, wie stark das Netzwerk momentan überlastet ist.

Allgemein als Zahlungsmittel akzeptiert sind Bitcoin übrigens bei weitem nicht, selbst wenn es einige Firmen gibt, die Bitcoin annehmen und die „Digitalwährung“ in Japan als offizielles Zahlungsmittel anerkannt ist. Deshalb gibt es Fachleute die der Ansicht sind, man sollte Bitcoin nicht wie eine Währung betrachten, sondern eher wie einen Rohstoff. Schließlich werden Krypto-Währungen „geschürft“ und nicht von einer Zentralbank „geschaffen“.

ts/dpa/rtr

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Bitcoins

Bitcoin (BTC)
Der Bitcoin exisitiert bereits seit 2009 – und ist damit die älteste auf der Blockchain-Technologie basierende Digitalwährung. Die Ur-Kryptowährung hat die schnelle und günstige Abwicklung von Transaktionen zum Ziel, wird diesen Anforderungen aber angesichts von Millionen von Nutzer immer weniger gerecht. Zudem ist das Bitcoin-Protokoll limitiert, zusätzliche Informationen können nicht transportiert werden.