Kryptowährungen

Hackerangriff auf Kypto-Börse - 400 Millionen Dollar weg Coincheck will Nutzer entschädigen

Stand: 28.01.2018, 14:00 Uhr

Coincheck, eine der größten Handelsplattformen für Kryptowährungen in Japan, hat Digitalgeld in dreistelliger Millionenhöhe verloren. Grund ist offenbar ein Hackerangriff. Jetzt soll mit Yen entschädigt werden.

Bei der Börse Coincheck sei Cybergeld im Wert von 58 Milliarden Yen (430 Millionen Euro) verloren gegangen, berichtete der japanische Fernsehsender NHK am Freitag. Die Börse habe den Vorfall bereits bei der Polizei und der japanischen Finanzaufsicht gemeldet.

Coincheck gab auf seiner Internetseite bekannt, dass die Auszahlungen von nahezu allen Kryptowährungen ausgesetzt seien. Einlagen in der entwendeten Kryptowährung NEM waren ebenfalls nicht mehr möglich. NEM ist laut der Internetseite Coinmarketcap gemessen am Marktwert die zehntgrößte Kryptowährung der Welt. Ihr Kurs gab am Freitag um über 15 Prozent nach.

Kryptos unter Druck

Nach Bekanntwerden der Probleme bei Coincheck waren viele Digitalwährungen unter Druck geraten. Der Bitcoin als älteste und bekannteste Kryptowährung fiel auf der großen Plattform Bitstamp um bis zu neun Prozent in Richtung 10.000 Dollar, konnte sich zuletzt aber wieder auf knapp 11.000 Dollar erholen. Die betroffene Digitaldevise NEM, nach Messung der Internetseite Coinmarketcap die zehntgrößte Kryptowährung der Welt, gab ebenfalls deutlich nach.

Die Probleme bei Coincheck lassen Erinnerungen wach werden an die ehemalige Bitcoin-Börse Mt.Gox, die im Jahr 2014 nach spektakulärem Verschwinden einer hohen Anzahl von Bitcoins letztlich unterging. Auch dürften Vorfälle wie der bei Coincheck Stimmen lauter werden lassen, die eine staatliche Kontrolle des bisher weitgehend unregulierten Handels mit Kryptowährungen fordern.

Am Sonntag teilte Coincheck schließlich mit, dass knapp 90 Prozent des verschwundenen Digitalgeldes den Besitzern zurückgegeben werden sollen. Coincheck will den rund 260.000 Besitzern der Internetwährung japanische Yen als Entschädigung anbieten. Der Zeitpunkt und die Vorgehensweise für den Schritt müssten noch geklärt werden.

rtr/dpa