Kryptowährungen

Behörde plant Verbot China will keine Bitcoin-Miner

Stand: 09.04.2019, 15:20 Uhr

Der chinesischen Staatsführung sind die Kryptowährungen seit langem ein Dorn im Auge. Ein geplantes Verbot für das "Schürfen" der Kryptowährungen wird nun mit dem Ressourcenverbrauch begründet. In Wahrheit dürften die Verantwortlichen Kontrollverlust befürchten.

China will das Schürfen von Digitalwährungen wie Bitcoin untersagen. Ein von der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission am Montag veröffentlichter Entwurf setzte das sogenannte Mining von Kryptowährungen auf die Liste von Aktivitäten, die eingestellt werden sollen. Begründung: Sie verstoßen gegen Gesetze und Vorschriften, sind unsicher, verschwenden Ressourcen oder verschmutzen die Umwelt.

Bis zum 7. Mai kann die Öffentlichkeit auf den Entwurf der Kommission reagieren. Ob, und wann dann ein echtes Verbot erlassen wird, ist unklar. Pikanterweise ist China der weltgrößte Hersteller von Spezialrechnern für das Schürfen von Bitcoin.

Aufsicht wird immer strenger

Der staatlichen Zeitung "Securities Times" zufolge spiegelt der Kommissionsentwurf "die Haltung der Industriepolitik des Landes" gegenüber der Kryptowährungsbranche wider. Diese wird seit 2017 genau beäugt. Damals fingen die Aufsichtsbehörden damit an, Anbieter zu verbieten und lokale Börsen für Digitalwährungen zu schließen.

Die Herstellung von Kryptowährungen verschlingt viel Energie. Der Prozess namens "Mining" erfolgt zumeist auf Computern anhand der Bearbeitung komplizierter Rechenoperationen. Bei der ältesten Kryptowährung Bitcoin werden die Rechenprozesse im Zeitablauf immer komplexer, womit auch der Energieverbrauch steigt. Nach Schätzungen entspricht die auf ein Jahr hochgerechnete Bitcoin-Herstellung gegenwärtig in etwa dem jährlichen Energieverbrauch von Bangladesch oder Israel.

Markt zuckt kaum

Die Notierungen für Bitcoin & Co konnte das am Dienstag nicht beeindrucken. Ein Bitcoin kostet derzeit mit 5.185 Dollar nur knapp ein Prozent weniger als am Vortag. Ethereum hat sich um 1,5 Prozent auf 177 Dollar verbilligt. Angesichts der heftigen Schwankungen im Kryptomarkt ist dies ein alltäglicher Ausschlag. Der Preis für einen Bitcoin hatte vor rund einer Woche ruckartig wieder die Marke von 5.000 Dollar übersprungen.

AB