Verschiedene Kryptowährungen, in der Mitte Bitcoin

Gefährlich und intransparent? Britische Finanzaufsicht will Krypto-Derivate verbieten

Stand: 06.10.2020, 15:45 Uhr

Die internationalen Notenbanken nehmen den Handel mit den Cyber-Währungen immer enger an die Leine. Die britische Aufsicht will mit einem Verbot bestimmter Instrumente Kleinanleger schützen.

Die britische Finanzaufsicht FCA hat sich für ein Verbot des Verkaufs von Krypto-Derivaten an Kleinanleger ausgesprochen. Bereits ab dem 6. Januar 2021 kann dann nicht mehr über Derivate wie Zertifikate oder CFD auf Kursbewegungen wie Bitocin, Ethereum, Ripple & Co gewettet werden.

"Plötzliche und unerwartete Verluste"

Angesichts des möglichen Schadens, der durch diese Produkte entstehen könnte, seien sie für Kleinanleger nicht geeignet, teilte die FCA am Dienstag in London mit. Es drohten "plötzliche und unerwartete" Verluste. Derivate sind Termingeschäfte auf der Grundlage von Basiswerten. In diesem Fall beziehen sie sich auf Krypto-Währungen wie Bitcoin, Ether oder Ripple.

Der Preis der Derivate leitet sich also von den Kryptowährungen ab. Die FCA begründet ihre Entscheidung unter anderem mit Finanzkriminalität wie etwa Cyber-Diebstahl. Die Kursentwicklung der Kryptowährungen sei zudem extrem volatil. Viele Kleinanleger würden die Produkte zudem nicht verstehen.

Die Maßnahme steht in einer Reihe von Vorhaben der Aufsichtsbehörden in verschiedenen Ländern, mit denen der Handel mit den Kryptowährungen und Handelsinstrumenten reguliert werden soll.

EU plant klare Regulierungsvorgaben

Die EU etwa hatte vor wenigen Wochen einen Vorschlag zur Regulierung von Kryptowährungen gemacht. Fehlende Kontrolle des Sektors gilt als ein Einfallstor für Terroristen und andere Kriminelle, die Zahlungen außerhalb der üblichen Währungsstrukturen vornehmen können.

Laut dem Entwurf sollen Zuständigkeiten der EU-Mitgliedsstaaten auf die europäische Ebene übertragen werden. Angedacht ist auch ein System, bei dem etwa Bitcoin nicht mehr energieintensiv "geschürft" werden müssen.

Bitcoin als Nutznießer?

Einige Experten halten die Vorschläge sogar für nützlich für die Haupt-Kryptowährung, den Bitcoin. Dessen Reputation werde bei einer besseren Regulierung sogar steigen. Der Bitcoin-Kurs, so vermuten einige Experten, hat sich auch deswegen zuletzt klar über der Marke von 10.000 Dollar gehalten.

AB