Bitcoin-Dämmerung
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Zwischen Schadenfreude und Verzweiflung Bitcoin: Wie tief denn noch?!

von Angela Göpfert

Stand: 23.01.2018, 10:45 Uhr

Die nächste Abwärtswelle bei den Kryptowährungen läuft. Der Bitcoin nimmt wieder Kurs auf die 10.000-Dollar-Marke. Experten unterbieten sich mit ihren Prognosen, wie tief die Cyberdevise noch fallen könnte.

Die Einschläge kommen näher. Am 17. Januar war der Bitcoin erstmals wieder unter die Marke von 10.000 Dollar zurückgefallen. Die kurze Erholung, die folgte, ist heute schon wieder passé.

Bis auf 10.050 Dollar ging es heute morgen laut der Plattform CoinMarketCap abwärts. Der Kursrückgang seit dem Rekordhoch bei 20.000 Dollar beläuft sich damit auf rund 50 Prozent. Auch die anderen führenden Kryptowährungen wie Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash, Cardano und Litecoin verlieren allesamt prozentual zweistellig.

Die große Verunsicherung

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum Intraday
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Der jüngste Kursrückgang ist vordergründig der Ankündigung Südkoreas geschuldet, man werde dieses Jahr bis zu 24,2 Prozent Steuern von den Börsen für Kryptowährungen kassieren.

Seit der vergangenen Woche ist die Nervosität im Markt extrem hoch, vor allem die stark engagierten Kleinanleger sind extrem verunsichert. Schließlich haben sich nicht wenige von ihnen trotz wiederholter Warnungen von Experten sogar verschuldet, um in Bitcoin & Co. zu investieren.

Notfall-Nummern für verzweifelte Anleger

Nichtsdestotrotz ist die im Netz nun weit verbreitete Schadenfreude nach dem Motto: "Wir haben es euch schon immer gesagt" fehl am Platz. Durch den neuerlichen Bitcoin-Absturz werden nämlich auch Existenzen vernichtet.

Nicht ohne Grund werden in vielen Bitcoin-Foren wie etwa beim amerikanischen Platzhirsch Reddit derzeit immer wieder Notfall-Nummern gepostet, an die sich selbstmordgefährdete Bitcoin-Anleger wenden können.

Runter bis auf 1.000 Dollar!?

Über allem schwebt nun die Frage, wie tief der Bitcoin nach fallen könnte. Wall-Street-Experte Peter Boockvar hat darauf im Gespräch mit dem Fernsehsender CNBC eine klare Antwort.

Eine Antwort, welche die Bitcoin-Fans allerdings nicht gerne hören dürften: "Ich würde mich nicht wundern, wenn der Bitcoin im kommenden Jahr auf 1.000 bis 3.000 Dollar fällt." Das entspräche einem weiteren Einbruch von 70 bis 90 Prozent.

Alles schon mal dagewesen

All diejenigen, die einen Kursrückgang in dieser Dimension für unmöglich halten, seien gewarnt: Da der Bitcoin im Gegensatz zu Aktien oder Gold über keinen intrinsischen Wert verfügt, sondern ein reines Spekulationsobjekt ist, sind solche Kursabstürze durchaus denkbar.

Auch ein Blick in die Vergangenheit macht in der kurzen Frist wenig Hoffnung: So hatte bereits das Überschreiten der 10-, 100- und 1.000-Dollar-Marken zu heftigen Korrekturen geführt – bevor es anschließend wieder aufwärts ging.

Schon die vierte Blase, die platzt

Marktexperten wie Robert Rethfeld von "Wellenreiter-Invest" sind daher überzeugt: "Blase Nr. 4 dürfte geplatzt sein!"

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum 1 Jahr
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"Ziel könnte jetzt die 7.500-Dollar-Marke sein, die eine starke Unterstützung darstellt", nimmt Rethfeld allen Bitcoin-Fans erst einmal den Wind aus den Segeln. Zumindest was die kurzfristigen Perspektiven der Kryptowährung anbelangt. Doch auch mittel- bis langfristig scheint derzeit vieles gegen den Bitcoin zu sprechen, Experten trauen alternativen Kryptowährungen mehr Potenzial zu.