Bitcoin

Alternative Kryptowährungen mit mehr Potenzial Bitcoin vor der Wachablösung?

Stand: 11.01.2018, 08:21 Uhr

Die Kryptowährung Nummer eins verliert seit Tagen an Boden. Dagegen steigen die Notierungen für die "Coins" aus der zweiten Reihe. Sie gelten technisch als weiter fortgeschritten oder bieten den Investoren andere Möglichkeiten.

Bitcoin - und dann lange nichts? Das war einmal. Hatte die Cyberwährung der ersten Stunde nach Marktwert noch vor wenigen Monaten rund 80 Prozent des gesamten Wertes aller Coins im Krypto-Universum inne, holt die Konkurrenz nun auf. In der vergangenen Woche sorgte Ripple mit einem steilen Kursanstieg für Aufmerksamkeit. Seit einigen Tagen zieht nun Ethereum nach Marktwert wieder auf Platz zwei der Krypto-Währungen. Rund 127 Milliarden Dollar sind inzwischen in Ethereum investiert, das ist mehr als halb so viel wie Marktmacht von Bitcoin, das mit 232 Milliarden Dollar nicht einmal mehr ein Drittel des Gesamtmarktes abdeckt.

Bitcoin Cash macht Tempo

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum Intraday
Kurs
8.499,54
Differenz relativ
+3,08%

Unter den mehr als 1.000 verschiedenen Krypto-Währungen, die die Plattform Coinmarketcap auflistet, gelten eine Reihe von "Altcoins", Kürzel für alternative Währungseinheiten, als potente Herausforderer des Bitcoin. Zum Teil ermöglichen sie schnellere Transaktionen als dies über die Bitcoin-Blockchain, die Daten-Kette, hinter den digitalen Einheiten, möglich ist.

Bitcoin Cash etwa, eine Abspaltung des "klassischen" Bitcoin kann ein Vielfaches an Transaktionen in einer Sekunde abwickeln als der Bitcoin selbst. Die Variante wurde im August 2017 vom Bitcoin abgespalten und hat sich seither im Wert deutlicher gesteigert als der Bitcoin, derzeit kommt Bitcoin Cash bereits auf 40 Milliarden Dollar an Marktwert.

Smart Contracts mit Ethereum

Die Nummer zwei in der Krypto-Welt ist aber Ethereum. Die gleichnamige Plattform ist besser für die praktische Anwendung bei Blockchain-basierten Produkten, etwa so genannten "smart contracts" geeignet. Dabei handelt es sich um internetbasierte Verträge, die in Programmiersprache auf einer Blockchain hinterlegt werden. Ethereum eignet sich, um Geschäftslogiken und Geschäftsprozesse abzubilden, und um neue Währungen zu emittieren. So haben in den vergangenen Wochen mehrere internationale Großbanken eine Kooperation angekündigt, ihren gegenseitigen Zahlungsverkehr über eine Ethereum-Blockchain abwickeln zu wollen.

Schnellere und günstigere Transaktionen als Bitcoin verspricht auch der Litecoin. Eine Überweisung mit der alternativen Kryptowährung geht derzeit rund dreimal so schnell vonstatten als mit Bitcoin. Allerdings gilt die Kryptowährung als anfälliger für Hackerangriffe, weshalb der Litecoin-Kurs zuletzt weniger stark stieg als zuvor.

Ripple als Brücke zum Bankensystem?

Alternativen zum Bitcoin müssen zum Teil weniger aufwendig oder sogar gar nicht geschürft werden. Bei Ripple etwa handelt es sich weniger um eine eigenständige Währung als um ein Zahlungsnetzwerk. Seit 2012 gibt es auch die digitale Ripple-Währung XRP, die nicht auf einer Blockchain basiert. Transaktionen zwischen zwei Partnern kommen nur zustande, wenn diese einen Mindestgrad an gegenseitigem "Vertrauen" genießen. Vertrauen sie sich nicht, aber jeweils einem Dritten, wickelt das Netzwerk die Zahlung über diesen Dritten oder gegebenenfalls über eine Kette von Mitgliedern ab. Auch Ripple hat bereits eine Reihe von Kooperationen mit Banken angestoßen.

 Auch bei Iota müssen Coins nicht aufwendig "geschürft" und Transaktionen von sogenannten "Miners" bestätigt werden. Eine so genannte "Tangle"-Technologie ermöglicht es, dass die Geldtransfers durch andere Transaktionen automatisch bestätigt werden. Iota soll vor allem für das "Internet der Dinge" verwendet werden, damit etwa Sensoren und Roboter gegenseitig Zahlungen vornehmen können.

Cardano versteht sich als eine Art "Über-Kryptowährung". Es ist eine technische Plattform für die Kryptowährung Ada. Mit Ada sollen Endnutzer, aber auch Organisationen und Regierungen Transaktionen durchführen können, die schneller und einfacher als mit Bitcoin oder Ethereum ablaufen sollen. Über Ada sollen auch "Smart Contracts" abgebildet werden können, damit Firmen künftig digital Verträge abschließen können. Cardano soll auch Auflagen von Regulierungsbehörden erfüllen können.

Neo, Neuling aus China

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Börse 17.00 Uhr Milliardär Warren Buffett zu Kryptowährungen

Ein Emporkömmling in der Kryptoszene ist Neo. Die Blockchain-Plattform aus China ist erst wenige Monate alt, kommt aber bereits auf eine Marktkapitalisierung von acht Milliarden Dollar. Auch hier spielen "smart contracts" die Hauptrolle. Neo etwa im Gegensatz zu Ethereum eine größere Bandbreite an Programmiersprachen. Dadurch können Entwickler leichter "kluge Verträge" schreiben.

Anonymität, auch für Cyberkriminelle

Nicht zuletzt schätzen viele Investoren auch die mit den Kryptowährungen mögliche Anonymität bei Transaktionen. Damit wurde zuletzt Monero zum Liebling vieler Investoren. Anwender haben hier die Möglichkeit, Geldbeträge in Sekundenschnelle und möglichst anonym zu versenden. Die Vorzüge der Kryptowährung sind freilich auch Kriminellen nicht verborgen geblieben. Die Hacker etwa, die hinter dem globalen Computervirus "WannaCry" steckten, wollten in Monero bezahlt werden.

AB

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