Bitcoin-Absturz

Nächster Stop 3.000 Dollar? Bitcoin im freien Fall

Stand: 20.11.2018, 09:43 Uhr

Nachdem gestern die 5.000-Dollar-Marke fiel, fällt jetzt eine Hunderter-Marke nach der anderen. 4.500, 4.400, 4.300 Dollar. Die Talfahrt hält an.

Gerade ist der Bitcoin unter die 4.300 Dollar gefallen auf der großen Handelsplattform Bitstamp. Seit Anfang November hat der Kurs des Bitcoin rund 1.500 Dollar verloren. Die Stimmung für Kryptowährungen ist auf dem Nullpunkt. Derzeit sieht es nicht nach einem Ende der Talfahrt aus. Mit dem Reißen der psychologischen Marke von 5.000 US-Dollar könnten Börsianer nun in den Panikmodus verfallen, konstatiert Kryptodevisen-Experte Timo Emden von Emden Research. Denkbar wäre ein Rutsch bis auf 3.000 Dollar.

Vorbei der Hype

Der Bitcoin als älteste und bekannteste Kryptowährung hatte im vorigen Jahr einen Höhenflug hingelegt, bis Dezember 2017 kletterte sie bis auf 20.000 Dollar. Doch schon kurz danach begann der Absturz. Bei 4.500 Dollar stand die Digitalwährung zuletzt im Oktober 2017.

Auch andere bekannte Kryptowährungen wie Ether, Litecoin oder XRP stehen unter Druck. Laut der Internetseite Coinmarketcap liegt der Gesamtwert der dort aufgelisteten 2.080 Digitalanlagen bei rund 150 Milliarden Dollar (etwa 149 Milliarden Euro). Vergangenen Mittwoch waren es noch 210 Milliarden Dollar gewesen, zu Zeiten des Krypto-Booms sogar fast 830 Milliarden Dollar - fast fünfmal so viel wie jetzt.

Warum der Verfall?

Über die Kursschwäche der Kryptowährungen wird viel spekuliert. Zum einen ist sie mit der vorherigen Übertreibung zu erklären, die immer irgendwann in eine Korrektur mündet. "Es herrscht die absolute Ausverkaufsstimmung am Markt", sagte Kryptodevisen-Experte Emden. "Investoren steht derzeit die Unsicherheit ins Gesicht geschrieben."

Marktteilnehmer verweisen auch auf das vergebliche Warten vieler Bitcoin-Anhänger auf die Einführung eines börsengehandelten Indexfonds (ETF) lautend auf Bitcoin. Hinzu kam in letzter Zeit die Aufspaltung der Bitcoin-Schwesterwährung Bitcoin Cash. Diese Währung war einst selbst nach einer technischen Aufspaltung (hard fork) aus dem Bitcoin hervorgegangen und hatte für Turbulenzen an den Kryptowährungen gesorgt. Die neuerliche Abspaltung sorgte für Streit in der Bitcoin-Anhängerschaft und daher für schlechte Stimmung.

bs

Andreas Braun auf der
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