Brennende Bitcoinmünze
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Zweistellige Verluste Bitcoin & Co: Schreck, lass nach!

von Angela Göpfert

Stand: 16.01.2018, 11:04 Uhr

Es sind harte Zeiten für die erfolgsverwöhnten Bitcoin-Fans. Das neue Jahr lässt sich so gar nicht gut an für die Kryptowährung Nummer eins. Doch nicht nur der Bitcoin, der gesamte Cyberwährungsmarkt steht derzeit massiv unter Druck.

Vor einem Monat notierte der Bitcoin noch bei über 20.000 Dollar, heute ist die 12.000-Dollar-Marke gefallen: Bitcoin verliert am Dienstag laut der Plattform CoinMarketCap 17 Prozent auf rund 11.400 Dollar. Die Nummer zwei Ethereum büßt 22 Prozent ein. Die Kurse anderer Cyberdevisen wie Ripple, Cardano, NEM und Stellar brechen sogar um mehr als 30 Prozent ein.

Laut CoinMarketCap beträgt die gesamte Marktkapitalisierung aller Cyberwährungen derzeit nur noch 585 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Am 7. Januar waren es noch 822 Milliarden Dollar. Binnen nur einer Woche wurden somit mehr als 230 Milliarden Dollar an Wert "vernichtet".

Geplante Verbote verunsichern die Anleger

"Anleger zeigen sich derzeit spürbar verunsichert", sagte der Deutschlandchef des Onlinebrokers DailyFX, Timo Emden. "Zu sehr lasten aktuell Negativschlagzeilen auf der gesamten Cyberwährungswelt."

Tatsächlich schieben immer mehr Länder dem Handel mit Kryptowährungen einen Riegel vor. Südkorea denkt über ein komplettes Verbot nach. Die chinesischen Behörden planen laut Bloomberg den Zugang zu in- und ausländischen Börsen für Cyber-Devisen zu blockieren.

Kassandras, wohin man auch blickt

Zugleich nehmen die mahnenden Stimmen von Experten einfach kein Ende. In einem Bloomberg- Interview sagte Steven Majoor, Vorsitzender der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde, dass Investoren "bereit sein sollen, ihr gesamtes Geld zu verlieren".

In der vergangenen Woche hatte bereits Investorenlegende Warren Buffett vor Bitcoins und anderen Kryptowährungen gewarnt: "Ich kann mit annähernder Sicherheit sagen, dass sie ein böses Ende nehmen werden", sagte Buffett im Gespräch mit dem amerikanischen Börsensender CNBC.

US-Starinvestor Warren Buffett

Hält vom Bitcoin nicht viel, genauer gesagt - gar nichts: US-Starinvestor Warren Buffett. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Und der Schweizer Vermögensverwalter Mojmir Hlinka hatte im Gespräch mit boerse.ARD.de bereits im Dezember gewarnt:

»Einen solch typischen Verlauf einer Blasenbildung wie beim Bitcoin habe ich noch nie erlebt. Das übertrifft selbst noch die Dotcom-Blase bei Weitem.«

Kleinanleger hofften auf das schnelle Geld

Wenn die Nervosität im Markt wie derzeit steige, könne es besonders bei unerfahrenen Investoren und Händlern schnell für Frust sorgen, betont derweil Mati Greenspan, Kryptowährungsanalyst bei der Onlinetradingplattform eToro.

Allen Warnungen zum Trotz hatte der starke Preisanstieg bei Bitcoin im vergangenen Jahr auch viele Kleinanleger in den Markt für Kryptowährungen gelockt. Bilder von triumphierenden Bitcoin-Millionären machten auf Instagram & Co. die Runde, als die Cyberdevisen nur eine Richtung zu kennen schienen.

Plötzlich ist es hier ganz still geworden…

"Big Money" wettet gegen Kleinanleger

Dafür dürfte eine ganz andere Anleger-Gruppe gerade die Champagner-Korken knallen lassen: Hedgefonds und andere große Anlagegesellschaften haben zuletzt mehrheitlich darauf gewettet, dass der Bitcoin-Preis fallen wird. Das zeigen die Zahlen der US-Rohstoffhandelsaufsicht CFTC.

Es sieht ganz so aus, als ob das "big money" diese Wette gegen die Kleinanleger gewinnt. Zumindest kurzfristig. Doch auch mittel- bis langfristig scheint derzeit vieles gegen den Bitcoin zu sprechen, Experten trauen alternativen Kryptowährungen mehr Potenzial zu.

Der rasante Abstieg des Bitcoin

Das spiegelt sich im internen Machtgefüge des Cyberwährungsmarktes überdeutlich wider: Bitcoin, der einst so große Dominator der Krypto-Szene, hat in den vergangenen Wochen mächtig Federn gelassen. Laut CoinMarketCap stellt Bitcoin heute nur noch 34 Prozent des gesamten Marktes für Kryptowährungen.

Zum Vergleich: Anfang Dezember repräsentierte Bitcoin noch rund 65 Prozent des Marktes für Kryptowährungen. Vor einem Jahr waren es sogar noch 88 Prozent.

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