Bitcoin-Crash
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Kryptowährungen Bitcoin und Co. lassen die Steuerkasse klingeln

von Jule Zentek

Stand: 22.01.2018, 14:58 Uhr

Diese Nachricht dürfte den deutschen Fiskus freuen: Die Kursgewinne von Bitcoin und anderen Kryptowährungen könnten zusätzliche Steuereinnahmen von mehreren hundert Millionen Euro einbringen. Wenn, ja wenn alle Anleger ihren Krypto-Besitz auch richtig versteuern.

726 Millionen Euro – so hoch sollen die Steuereinahmen für das vergangene Jahr sein, die durch Transaktionen mit Kryptowährungen entstanden sind. Das fanden Klaus Himmler und Philipp Sandner vom Frankfurt School Blockchain Center in Kooperation mit der Beratungsfirma CryptoTax heraus.

Bitcoin Silbermünze

Bitcoin-Münzen. | Quelle: picture-alliance/dpa

Die Rechnung basiert auf einer geschätzten Marktkapitalisierung von 460 Milliarden Euro für alle Kryptowährungen auf Blockchain-Basis. Hinzu kommen der geschätzte deutsche Transaktionsanteil von etwa 3,5 Prozent und die Annahme, dass nur 15 Prozent davon auch steuerpflichtig sind. Das ergibt ein Einkommen von rund 2,42 Milliarden Euro - mit dem durchschnittlichen Ertragssteuersatz von 30 Prozent führt das zu den Steuereinahmen in Millionenhöhe.

Kryptowährungen boomten 2017

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum Intraday
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4.462,44
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Enorme Kursanstiege des Bitcoin und weiterer digitaler Währungen wie Ethereum und Ripple sorgten in den vergangenen Monaten für große Aufmerksamkeit auch abseits der Krypto-Welt. Auf einmal war der Bitcoin in aller Munde – das lockte auch immer mehr Privatanleger.

Für sie könnte die Nachricht vom Steueraufkommen auch ein wichtiges Signal sein. Denn noch immer wissen viele nicht, ob und wie sie ihren Krypto-Besitz versteuern müssen. Die Rally des Bitcoin im vergangenen Jahr fordert dabei ihren Tribut: "Schnell sind hinsichtlich des Steuerstrafrechts signifikante Beträge erreicht", sagt Philipp Sandner vom Frankfurt School Blockchain Center.

Versteuern - aber wie?

Kniffelig macht die steuerliche Einordnung das Geschäftsmodell der jeweiligen Kryptowährung. "Sie reichen von Investitionsgemeinschaften bis hin zu Lizenzierungsmodellen für Softwaredienstleister", sagt Sandner. Noch fehle ein Rahmenwerk zur Einordnung der verschiedenen Geschäftsmodelle in das bestehende Besteuerungskonzept.

Aktuell fallen Kryptowährungen wie auch Antiquitäten, Immobilien und Edelmetalle unter die Kategorie private Wirtschaftsgüter – und unterliegen daher dem Einkommenssteuersatz des Besitzers.

jz