Bitcoinregen

Kursrally setzt sich fort Bitcoin knackt die nächste runde Marke

Stand: 14.05.2019, 10:23 Uhr

Das Comeback des Bitcoin geht weiter. Die älteste und bekannteste Kryptowährung hat ihren starken Kursanstieg fortgesetzt und am Dienstag die 8.000-Dollar-Marke erreicht. Der Grund für den neuen Schwung ist nun eigentlich längst bekannt.

Auf der Handelsplattform Bitstamp wurden in der Spitze 8.167 Dollar erreicht. Am Sonntag war der Bitcoin-Kurs zeitweise bis auf 7.585 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit vergangenem August. Erstmalig seit Juni 2018 knackte die Kryptowährung am Dienstag gar die 8.000-Dollar-Marke. Die Klettertour geht also weiter. Auch andere Digitalwährungen wie Ethereum oder XRP legten im Fahrwasser von Bitcoin teils deutlich zu.

Marktbeobachter sprachen am Sonntag vom größten Handelsvolumen beim Bitcoin seit Beginn des Jahres. Allein in der vergangenen Woche stieg der Kurs um mehr als 1.000 Dollar. Seit Anfang Mai hat der Bitcoin etwa 55 Prozent oder 2.800 Dollar an Wert gewonnen. Im Vergleich zum Montag legte der Kurs um über 16 Prozent zu.

Fidelity und Trump treiben Bitcoin-Kurs

Experten nennen als Grund weiterhin Medienberichte über ein größeres Interesse institutioneller Investoren. Demnach will der große amerikanische Vermögensverwalter Fidelity seinen Profikunden den Handel mit dem Bitcoin anbieten. Fidelity ist einer der größten Vermögensverwalter der Welt. Das Gerücht hält sich nun schon länger hartnäckig und wurde bereits als Ursache für die Überschreitung der 6.000 und 7.000 Dollar Marke genannt.

Außerdem gibt es Spekulationen, dass große Unternehmen Zahlungen in Kryptowährungen akzeptieren könnten. Zuletzt hat auch die Nachricht beflügelt, dass die Krypto-Börse Bakkt demnächst spezielle Terminkontrakte auf Bitcoin anbieten will.

Und auch Donald Trump trägt offenbar seinen Teil zur erneuten Bitcoin-Rally bei. "Die Krypto-Währung dürfte von der Trump-induzierten Unsicherheit profitieren. Käufer sind weniger die US-Amerikaner, sondern vor allen Dingen Koreaner und Japaner, und wahrscheinlich auch viele Chinesen", sagt Robert Rethfeld, Marktstratege von "Wellenreiter-Invest".

Kursziel 400.000 Dollar?

Einige Fachleute warnen auch schon wieder vor der Gefahr zu rascher Preisanstiege, die wie Ende 2017 in einer blasenhaften Entwicklung gipfeln könnten. Trotzdem sind die Kryptofans weiter euphorisch. Und so schießen auch die ausgerufenen Kursziele wieder in die Höhe.

Bitcoin-Blasen
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Wissenswert: Was sind Bitcoins?

Mark Yusko, Chef der Krypto-Investmentfirma Morgan Creek Capital sagte vor wenigen Tagen, der Bitcoin habe das Potenzial, in einem Jahrzehnt auf 400.000 Dollar steigen zu können. Er vergleicht den Bitcoin mit Gold.

"Gold ist hartes Geld seit 5.000 Jahren. Es hat einen Gesamtwert von etwa 7,4 Billionen Dollar. Das Beste an Bitcoin ist, dass es digitales Gold ist. Es ist viel einfacher zu transportieren, es ist viel einfacher zu teilen, es hat all diese wesentlichen Eigenschaften, die ich für besser halte als bei Gold", so Yusko. Trotz der jüngsten massiven Kursgewinne wird die Digitalwährung aber immer noch weit unterhalb des Rekordhochs gehandelt, das Ende 2017 bei rund 20.000 Dollar erreicht worden war.

Anleger, aufgepasst!

Die Volatilität der Kryptowährungen bleibt hoch. Privatanleger sollten deshalb vorsichtig sein. Ende Mai war der Bitcoin noch bis auf unter 5.000 Dollar abgeschmiert. Auslöser des Ausverkaufs war eine von der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft erwirkte Einstweilige Verfügung gegen iFinex, die die Kryptobörse Bitfinex betreibt und die Internet-Währung Tether kontrolliert. Das Gericht untersagte die Auflösung von Dollar-Reserven, mit denen Tether unterlegt ist.

Um den Bitcoin ranken sich immer mal wieder negative Schlagzeilen. Am vergangenen Mittwoch gab eine der populärsten Kryptobörsen namens Binance bekannt, von Unbekannten gehackt worden zu sein. 7.000 Bitcoins im Wert von gut 40 Millionen Dollar seien transferiert worden. Das Guthaben der Binance-Nutzer sei jedoch nicht futsch, da ein für Notfälle eingerichteter Fonds den Verlust abdecke.

Und auch sonst häufen sich die Warnsignale. Erst neulich sorgte ein Bericht des Informationsportals "The Tie" für Aufruhr, wonach 87 Prozent des Handelsvolumens aller Krypto-Börsen gefälscht seien.

tb