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Allen Warnern und Kritikern zum Trotz Rasanter Start für Bitcoin-Future

Stand: 11.12.2017, 15:30 Uhr

Bei 15.000 Dollar gestartet, schoss der Bitcoin-Future in seinen ersten Handelsstunden bis auf 18.850 Dollar in die Höhe. Die Warnungen vor einer Blase werden immer lauter.

Seit Mitternacht gibt es an der amerikanischen Börse CBOE den ersten Future auf den Bitcoin an einem regulierten Handelsplatz. Das sorgt aber in den ersten Handelsstunden nicht etwa für ein Platzen der Bitcoin-Blase – vielmehr pumpt sie sich weiter auf.

Bitcoin außer Rand und Band

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum Intraday
Kurs
8.499,54
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+3,08%

Bis auf 18.850 Dollar ging es für den Januar-Terminkontrakt auf den Bitcoin in seinen ersten Handelsstunden die Höhe. Zur Stunde beträgt der Preis des Futures 17.910 Dollar. Das beflügelt auch die Preise an den unregulierten Handelsplätzen.

So kostet bei Bitstamp ein Bitcoin aktuell 16.380 Dollar. Coinmarketcap taxiert die führende Kryptowährung sogar auf 16.657 Dollar.

Im Sog von Bitcoin verzeichnen auch die alternativen Kryptowährungen Ethereum, Bitcoin Cash und Litecoin zum Teil deutliche Kursgewinne.

Ein Schritt in die traditionelle Finanzwelt

Die Aufnahme des Handels wurde mit Spannung erwartet, da die zuletzt stark gestiegene Digitalwährung damit einen großen Schritt in die traditionelle Finanzwelt macht.

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Mit Future-Kontrakten werden Rohstoffe oder Finanzprodukte zu einem vorab festgelegten Preis für einen künftigen Zeitpunkt gehandelt. Käufer und Verkäufer können sich so gegen Preisschwankungen absichern. Risiken entstehen dann, wenn eine der beiden Parteien das Geschäft nicht erfüllen kann.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Versprechen nicht eingelöst werden kann, ist umso größer, je stärker der Preis des Produkts schwankt. Platzt ein Termingeschäft, ist ein gefährlicher Dominoeffekt möglich.

Das war erst der Anfang

Nach der CBOE und der CME Group plant nun auch die traditionsreiche Nasdaq für das erste Quartal 2018, den Handel mit Bitcoin-Futures anbieten zu wollen. Auch Japan könnte nachziehen. Ein indexbasierter Fonds (ETF) könnte nun rasch folgen.

Erinnerungen an Tulpenblase werden wach

Bitcoin-Experte Timo Emden spricht von einem "Überraschungspaket": "Der Bitcoin-Future-Handel ist ein unerprobtes Feld und wird mit Argusaugen aller Beteiligten beobachtet werden dürfen."

Die "Wirtschaftsweise" Isabel Schnabel warnt unterdessen in der "Welt am Sonntag", wenn die Internetwährung aus einer Nische in die etablierte Finanzwelt vordringe, berge das Gefahren: "Die Preisentwicklung der Bitcoins erinnert an die großen Blasen der Wirtschaftsgeschichte, zum Beispiel an die Tulpenkrise."

Shorties halten sich noch zurück

Mit dem Start des Bitcoin-Future an der CBOE sind nun erstmals auch Spekulationen auf einen Wertverfall des Bitcoin möglich. Doch aktuell scheinen sich die Short-Spekulanten noch zurückzuhalten. Vielleicht warten sie aber auch einfach nur die erste Anfangseuphorie nach dem Future-Start ab, bevor sie zuschlagen…

ag

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Bitcoin (BTC)
Der Bitcoin exisitiert bereits seit 2009 – und ist damit die älteste auf der Blockchain-Technologie basierende Digitalwährung. Die Ur-Kryptowährung hat die schnelle und günstige Abwicklung von Transaktionen zum Ziel, wird diesen Anforderungen aber angesichts von Millionen von Nutzer immer weniger gerecht. Zudem ist das Bitcoin-Protokoll limitiert, zusätzliche Informationen können nicht transportiert werden.

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