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US-Börsenaufsicht lehnt Indexfonds ab Bitcoin: Kein Meilenstein

Stand: 24.08.2018, 11:45 Uhr

Für Kryptoanleger wurde es am gestrigen Donnerstag wieder einmal spannend: Die US-Börsenaufsicht SEC entschied darüber, ob ein erster Indexfonds (ETF) auf die Cyber-Währung aufgelegt werden kann. Die entsprechenden Anträge wurden ablehnt.

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Prominentester Indexanbieter, dessen Konzept von der US-Börsenaufsicht SEC abgelehnt wurde, war ProShares. Das Unternehmen hatte bereits im Dezember 2017 einen Vorschlag bei der SEC für einen "ProShares Bitcoin ETF" und "ProShares Short Bitcoin ETF" eingereicht.

Das ETF-Konzept von ProShares sieht vor, dass die Indexfonds auf Bitcoin-Future-Kontrakten basieren, also nicht auf den Preisen "physischer" Bitcoin-Bestände. Das heißt, gemäß der ursprünglichen Einreichung wird der Wert des ETFs anhand der Bitcoin-Futures-Kontrakte, die an den Terminbörsen CME oder der CBOE gehandelt werden, bestimmt.

Die SEC hat diesen Vorschlag, wie mehrere andere für Bitcoin-Indexfonds, nun abgelehnt. Die Börsenaufsicht begründete ihre Ablehnung für alle ETF-Vorschläge damit, dass die CBOE und die CME keine ausreichenden Informationen über die "Identität der Marktteilnehmer" geliefert hätten, die an den unregulierten Spot- und Derivatemärkten beteiligt sind. Dies sei insofern wichtig, als dass "eine wesentliche Mehrheit des Handels" dort stattfindet. Sie äußerte zusätzliche Befürchtungen, dass die Bitcoin-Futures-Märkte von "nicht bedeutender Größe" wären und ein großer Teil des Handels "an nicht regulierten Handelsplätzen in Übersee stattfindet".

Im September wird's spannend

Die Ablehnung der SEC für die Future-basierten ETFs ist aus Sicht von Experten kein Beinbruch. Die Kursreaktion an den Bitcoin-Handelsplätzen war daher auch stark begrenzt. Als entscheidend in der Branche gilt die im September anstehende Entscheidung über einen ETF von VanEck/SolidX. Bei diesem Produkt soll der Fonds durch "echte" Bitcoins gedeckt sein. Diese Produkte wenden sich ausdrücklich an institutionelle Anleger, die in eine neue Assetklasse investieren wollen. Generell wird über Indexfonds die Kryptowährung für breitere Anlegerschichten und auch für professionelle Großanleger interessant.

Probleme mit Preisstellung und Liquidität

Bislang hatte die SEC in mehrerlei Hinsicht Bedenken gegen einen Indexfonds auf Bitcoin bestimmt. Dazu gehört etwa die schwierige Bewertung der Kryptowährung, die an verschiedenen Handelsplätzen rund um den Globus ge- und verkauft wird. Aber auch Fragen zur ausreichenden Liquidität und der Möglichkeit der Marktmanipulation haben die Börsenaufsicht umgetrieben. Bis wirklich ein Fondsprodukt aufgelegt wird, könnte also durchaus noch eine Weile vergehen.

AB