Brennende Bitcoinmünze

Kursverluste nach Hackerangriff Bitcoin im Dauerstress

Stand: 11.06.2018, 10:29 Uhr

Um die Cyberwährung ist es in den vergangenen Wochen deutlich ruhiger geworden. Der Kurs des Bitcoin reagierte zuletzt vor allem auf schlechte Nachrichten. Zu Wochenbeginn belastet ein weiterer Hackerangriff den gesamten Kryptomarkt.

Zweistellige Verluste sind auf den Kurstafeln beim Bitcoin am Montagvormittag zu bestaunen. Derzeit kostet der Bitcoin mit 6.650 Dollar rund zwölf Prozent weniger als am Vortag. Der Trend weist aber auch auf mittlere Sicht klar nach unten. Seit Jahresbeginn hat die Kryptowährung rund 50 Prozent an Wert verloren. Gegenüber dem Spitzenkurs bei 20.000 Dollar im Dezember 2017 ging es sogar um rund zwei Drittel nach unten.

Kleine Börse, großer Effekt

Konkreter Anlass für die erneute Fluchtbewegung der Anleger: Ein Hackerangriff auf die vergleichsweise kleine südkoreanische Kryptobörse Coinrail. Der Handelsplatz hat eingeräumt, dass Hacker am Sonntag rund 30 Prozent der gehandelten digitalen Münzen gestohlen hätten. In Medienberichten wurde der Wert der verlorenen Coins auf 40 Milliarden Won (umgerechnet rund 31 Millionen Euro) beziffert. Südkorea ist eine Hochburg im bislang weitgehend unregulierten Kryptowährungshandel. Dort sitzt unter anderem Bithump, eine der meist genutzten Plattformen für Cyberdevisen. Conrail allerdings gehört nicht zu den 14 Börsen, die sich zu einer Selbstregulierung verpflichtet haben.

Im Januar erbeuteten Hacker bei einem Angriff auf die japanische Cyber-Börse Coincheck die Kryptowährung Nem im Volumen von 534 Millionen Dollar. Coinrail will nun sein System überprüfen, heißt es auf der hauseigenen Webseite. Die Börse bietet mehr als 50 verschiedene Assets an und befindet sich laut der Branchenplattform Coinmarketcap derzeit auf Rang 98 im Ranking des Handelsvolumens der vergangenen 24 Stunden mit rund 2,65 Millionen Dollar.

Achtung vor US-Regulierern

Experten wie Timo Emden von Emden Research sehen die Wahrscheinlichkeit nach dem Vorfall als höher an, dass US-Regulierer bei den Cyber-Börsen nun stärker eingreifen könnten. Nicht gut für die Kurse der Kunstwährungen: "Negativschlagzeilen haben die Börsen wieder einmal voll im Griff."

Kryptomarkt schrumpft weiter

Tatsächlich strahlen Hiobsbotschaften wie aktuell bei Bitcoin stets auf den Gesamtmarkt aus. Auch weitere wichtige Währungen wie Ethereum oder Ripple verlieren am Montag deutlich an Wert. Laut Coinmarketcap ist der gesamte Kryptomarkt inzwischen auf ein Volumen von 294 Milliarden Dollar geschrumpft. Ende 2017 lag der Wert aller Kryptowährungen noch bei rund 800 Milliarden Dollar.

AB