Bitcoin

Hackerangriffe und Insider-Verdacht Bitcoin erweist sich als Jojo

Stand: 20.12.2017, 15:30 Uhr

Kaum hat der Bitcoin die Marke von 20.000 Dollar geknackt, geht es wieder einige Tausender nach unten. Für Aufmerksamkeit sorgt auch ein Hacker-Angriff und der Verdacht auf Insiderhandel.

Am Morgen mussten sich die Anleger mit rund 16.500 Dollar für einen Bitcoin zufrieden geben, nachdem die Kryptowährung erst am Sonntag die Marke von 20.000 Dollar überschritten hatte. Allerdings sieht die Welt am Nachmittag schon wieder besser aus: auf der Handelplattform Bitstamp wird ein Bitcoin wieder zu 17.500 Dollar gehandelt.

Zur Unsicherheit trug auch bei, dass der überraschend von der wichtigen Handelsplattform Coinbase bekannt gegebene Handel mit Bitcoin Cash, einer Abspaltung des Bitcoin, schon kurz nach dem Start wieder eingestellt wurde - wegen des Verdachts auf Insiderhandel.

Drastische Konsequenzen

Auslöser der Ermittlungen ist der kurzzeitige Kursanstieg von Bitcoin Cash auf 8.500 Dollar am gestrigen Dienstag, wenige Stunden bevor Coinbase bekanntgegeben hatte, Kunden könnten künftig auch Bitcoin Cash an dieser Börse kaufen und verkaufen. Coinbase stellte den Handel mit dem Bitcoin-Klon bis Mittwoch 18 Uhr MEZ vorläufig ein.

Brian Armstrong, der Chef von Coinbase, drohte mit drastischen Konsequenzen: Sollte Coinbase einen Hinweis darauf finden, dass Mitarbeiter oder Vertragsnehmer die Geheimhaltungspolitik seines Unternehmens verletzt hätten, werde dies zur sofortigen Entlassung und zu entsprechenden rechtlichen Maßnahmen führen, schrieb Armstrong.

Derweil wurde bekannt, dass eine südkoreanische Bitcoin-Handelsplattform Opfer eines Hackerangriffs geworden ist. Daraufhin wurde die Börse "Youbit" geschlossen und für zahlungsunfähig erklärt. Etwa 17 Prozent aller Bitcoin-Einlagen sind durch den Angriff verloren gegangen.

Die verheerende Attacke ist nicht die erste ihrer Art. Schon im April war der Handelsplatz Opfer eines Hackerangriffs geworden. Youbit war keine sonderlich bekannte Bitcoin-Börse. Allerdings gilt Südkorea als eine Hochburg für Digitalwährungen wie Bitcoin, weil diese in der Bevölkerung sehr beliebt sind. Die Regierung hatte sich dagegen unlängst kritisch geäußert und angekündigt, Maßnahmen zur Kontrolle des Handels zu ergreifen.

Das war erst der Anfang

Nach der CBOE und der CME Group plant nun auch die traditionsreiche Nasdaq für das erste Quartal 2018, den Handel mit Bitcoin-Futures anbieten zu wollen. Auch Japan könnte nachziehen. Ein indexbasierter Fonds (ETF) könnte nun rasch folgen.

Kritiker warnen vor Blase

Seit dem 10. Dezember können Anleger auch mit Terminkontrakten auf die Preisentwicklung bei Bitcoin spekulieren. Das hat die Cyberwährung zunächst beflügelt; Marktexperten weisen jedoch darauf hin, dass Profianleger nun in großem Stil auch gegen den Bitcoin spekulieren können, während zuvor vor allem Enthusiasten und Long-Spekulanten auf den Handelsplattformen präsent waren.

Bitcoin in Blase
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Wie groß ist die Bitcoin-Blase?

Erst im November hatte der Bitcoin die Marke von 10.000 Dollar durchbrochen. Binnen nur eines Monats hat er sich somit verdoppelt. Das Plus seit Jahresbeginn beläuft sich mittlerweile auf über 1.700 Prozent.

Notenbanker und "Wirtschaftweise" wie Isabel Schnabel warnen zunehmend vor einer Preisblase ähnlich jener der Tulpenkrise, die platzen und zu Turbulenzen führen könnte.

lg