Bitcoin Cash

Ein neues Bitcoin Cash? Die etwas andere Hard Fork

Stand: 15.05.2018, 17:49 Uhr

In der Krypto-Welt steht heute eine Währung im Fokus: Denn heute soll die Hard Fork von Bitcoin Cash stattfinden. Allerdings läuft es diesmal anders ab als üblich – vor allem für Anleger.

Zehn Monate ist es her, da teilte sich die Bitcoin-Blockchain durch eine Hard Fork und es entstand eine neue Kryptowährung: Bitcoin Cash (BCH). Mittlerweile ist BCH aber längst nicht mehr gut genug – was Neues muss her.

Heute Abend soll es endlich soweit sein: Gegen 18 Uhr MEZ soll die Hard Fork von Bitcoin Cash erfolgen. Dadurch soll die Blockgröße von acht MB auf 32 MB erhöht werden. Außerdem sollen danach weitere Funktionen möglich sein wie unter anderem eine einfache Art der Smart Contracts.

Was sind Forks?

Forks können mit entsprechenden Programmierkenntnissen über die Blockchain erstellt werden. Sie teilen die Transaktionsgeschichte mit der alten Kryptowährung bis zu einer bestimmten Blocknummer. Ab dieser Blockhöhe wird dann der Quellcode verändert und die Blockchain spaltet sich: Es entsteht eine Fork, also eine Gabelung. Es gibt dann die ursprüngliche Blockchain und eine neue Version, die meistens mit neuen Features ausgestattet ist. Die Miner entscheiden darüber, ob sie eine Fork und ihre Änderungsvorschläge annehmen oder nicht.

Bitcoin Cash spaltet sich - nicht

Technisch gesehen handelt es sich um eine Hard Fork. Doch anders als sonst entsteht diesmal keine neue Währung. Denn die großen BCH-Miner waren sich einig: Alle wollen die neuen Funktionen haben. Hätte ein Teil von ihnen gegen die Hard Fork gestimmt, würde sich die Gruppe der Miner nach der Hard Fork teilen – und so auch die Blockchain. Dann würde auch bei dieser Hard Fork eine neue Kryptowährung entstehen, wie im August 2017 Bitcoin Cash.

Für Bitcoin Cash-Besitzer heißt das: Es passiert nichts. Sie erhalten keine neuen Coins wie üblich. Stattdessen können sie ihre Coins auf der neuen BCH-Blockchain wie bisher nutzen. Dann allerdings mit den neuen, verbesserten Funktionen. "Bitcoin Cash war technisch gesehen schon bisher der bessere Bitcoin. Nach der Hard Fork wird er wegen der weiter erhöhten Blockgröße noch besser sein", so Kryptoexperte Oswald Salcher. "Außerdem werden die Blöcke viel schneller an die Blockchain gehängt, nämlich in zweieinhalb statt bisher zehn Minuten."

Eine Hard Fork lässt den Kurs meistens kurz vorher steigen. Da es diesmal aber keine neue Währung gibt, hielt sich die Euphorie im Vorhinein in Grenzen. Zwar legte Bitcoin Cash im vergangenen Monat um 90 Prozent zu. Doch jüngst in der letzten Woche verlor die Kryptowährung zehn Prozent. Am Dienstagnachmittag notierte sie bei über 1.400 Dollar. Aktuell ist Bitcoin Cash mit einer Marktkapitalisierung von über 24,3 Milliarden Dollar die viertgrößte Kryptowährung.

Geht’s mit Bitcoin Cash zu Ende?

Für einen Schrecken bei Anlegern von Bitcoin Cash dürfte die niederländische Krypto-Börse BL3P gesorgt haben: Die Börse hat den Handel mit Bitcoin Cash ab heute eingestellt. Im April hatte bereits die weltgrößte Krypto-Börse OKEx den Handel mit Token in BCH eingestellt. Als Grund wurde die "unzureichende Liquidität" von Bitcoin Cash genannt.

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum Intraday
Kurs
6.238,88
Differenz relativ
+1,77%

Für Oswald Salcher ist das Rennen zwischen dem klassischen Bitcoin (BTC) und Bitcoin Cash (BCH) noch offen. "Auch wenn BCH der bessere Bitcoin ist - es gewinnt nicht immer das technisch beste System", so der Experte. "'Size matters', und der klassische Bitcoin ist immer noch die Kryptowährung Nummer 1." So habe BTC noch 36,6 Prozent Marktanteil, während BCH gerade mal bei sechs Prozent liege. "Es bleibt also spannend", so sein Resümee.

jz/la