Tyler und Cameron Winklevoss

Vorstoß der Winklevoss-Brüder Bitcoin-Boys unterstützen Regulierungspläne

Stand: 14.03.2018, 12:04 Uhr

Behörden und Zentralbanken wollen zunehmend die Kryptowährungen an die kurze Leine nehmen. Jetzt erhalten sie prominente Unterstützung: Die Winklevoss-Brüder plädieren für eine Selbstregulierung der Branche.

Die Betreiber der Bitcoin-Börse Gemini Exchange, die mit der Kryptowährung reich wurden, schlagen die Gründung einer Selbstregulierungs-Organisation namens "Virtual Commodity Association" vor. Diese soll Finanzstandards entwickeln, die Transparenz von Bitcoin & Co fördern und mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeiten. Die Winklevoss-Zwillinge ("die Bitcoin Boys") sehen eine Selbstregulierungsorganisation als logischen Schritt zur Professionalisierung des Kryptowährungsmarkts.

Behörden wollen die Kryptobörsen zähmen

Die Regulierungsbehörden begrüßen das Vorhaben der Zwillinge. In immer mehr Ländern wollen die Aufseher den Wilden Westen im Reich der Kryptowährungen zähmen und die Handelsplattformen stärker an die Kandare nehmen. So haben in Japan die Aufseher zwei Krypto-Börsen gezwungen, für zunächst einen Monat den Betrieb einzustellen. Außerdem belegten sie vier andere Handelsplätze mit Strafen.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat jüngst alle Krypto-Börsen, die den Handel mit Vermögenswerten anbieten, zur offiziellen Registrierung aufgefordert, da es sich rechtlich um Wertpapiere handle. Offen bleibt, wann genau ein Krypto-Produkt als Wertpapier einzustufen ist.

Wohl keine internationale Regulierung in naher Zukunft

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
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Börse 12.00 Uhr Bei Google keine Bitcoin-Werbung mehr

Auch die Politik arbeitet an einer umfassenden Regulierung von Kryptowährungen. Deutschland und Frankreich dringen mit einer gemeinsamen G20-Initiative auf ein international abgestimmtes Vorgehen. Am 19. und 20 März treffen sich die G20-Nationen in Buenos Aires. In naher Zukunft dürfte es aber keine weltweiten Regeln geben. Die Unterschiede in den Heransgehenswesen der Staaten seien eingach zu groß, meinte am Dienstag ein Vertreter der japanischen Regierung. "Die allgemeine Stimmung unter den G20-Mitgliedern ist, dass eine zu strikte Regulierung nicht gut wäre."

Am Mittwoch kam auch noch Gegenwind von Google für die Kryptobörsen. Nach Facebook will auch der Internet-Suchmaschinenbetreiber ab Juni keine Werbung rund um Bitcoin & Co. mehr anzeigen. Auch Anzeigen für andere unregulierte oder spekulative Finanzprodukte würden Nutzern nicht mehr angezeigt, teilte Google am Mittwoch mit.

nb

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Behörden wollen Bitcoin & Co zähmen Regulierung von Kryptowährungen

Flagge Japan

Handelsstopp in Japan
Japanische Aufseher haben zwei Krypto-Börsen zum Handelsstopp gezwungen. Diese müssen für zunächst einen Monat den Betrieb einstellen. Vier weiteren Handelsplätzen wurden Strafen auferlegt. Zudem forderten sie die große Krypto-Börse Coincheck auf, ihr Vorgehen gegen Geldwäsche zu verschärfen. Genau hier liegt der springende Punkt: Handelsplattformen für Digitalwährungen stehen insbesondere wegen möglicher Geldwäsche stark in der Kritik.