Ein Mann benutzt einen Automaten an dem Bitcoins ge- und verkauft werden können

Bedenken der BaFin Bitcoin-Automaten? Nicht in Deutschland

Stand: 14.03.2018, 15:16 Uhr

Bitcoin-Automaten sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. In 63 Ländern gibt es sie bereits. 2.400 sollen es weltweit sein. Nur in Deutschland gibt es bisher keine. Und das könnte auch so bleiben.

Denn die Finanzaufsicht BaFin hat bisher jegliche Anfrage zur Aufstellung von Bitcoin-Automaten abgelehnt. Schon klagen ausländische Anbieter wie der österreichische Automatenbetreiber Cointed, dass sie seit 19 Monaten vergeblich auf eine Erlaubnis warten.

Als abschreckendes Beispiel gilt auch der Fall der sächsischen Volksbank Mittweida, wie Reuters berichtet. Mit einem Bitcoin-Automaten wollte man hier Vorreiter sein und mit der Zeit gehen, musste allerdings alle Pläne aufgrund zu hoher Auflagen durch die BaFin abblasen.

Bitcoin sind aus Sicht der BaFin kein Geld

Denn Bitcoins sind nach Auffassung der BaFin weder Geld, E-Geld, gesetzliches Zahlungsmittel noch Devisen oder Sorten. Die BaFin stuft Bitcoins stattdessen als sogenannte "Rechnungseinheiten“ ein, das heißt als nicht gesetzliches Zahlungsmittel.

Dabei ist das Interesse an den Krypto-Automaten riesig. Die in Tirol ansässige Cointed GmbH betreibt in Österreich vier Automaten, an denen sich Bitcoin-Inhaber Euro-Scheine ziehen können. 55 weitere hat die Firma nach Norwegen, Ungarn, Spanien und Liechtenstein verkauft.

Interesse gäbe es

Auch in Deutschland gäbe es einen riesigen Markt dafür, ist sich Albert Sperl von Cointed sicher. "Wir gehen davon aus, dass wir – sofern die Gesetze gelockert werden würden – umgehend an die 800 Automaten in Deutschland aufstellen könnten."

Industrie und Banken trauen sich bislang nicht an das Geschäft heran und sind von den hohen BaFin-Auflagen abgeschreckt. Der Geldautomatenanbieter Diebold, weltweit die Nummer eins der Branche, hält das Geschäft noch für unreif.

Hohe Transaktionsgebühren

Bei solchen Bitcoin-Automaten muss zwischen zwei Geräten unterschieden werden: Ein-Weg-Automaten, an denen nur der Kauf von Bitcoin mit Bargeld möglich ist, und Zwei-Weg-Automaten, über die virtuelle Devisen auch in Bargeld gewechselt werden können. Dem Branchendienst Coinatmradar zufolge gibt es weltweit 2.400 Geldautomaten für Kryptowährungen, ein Drittel davon sind Zwei-Weg-Automaten. Jeden Tag kommen derzeit rund 15 neue Standorte dazu.

Die Bitcoin-Automaten funktionieren im Prinzip wie klassische Geldautomaten von Banken. Der Kunde erhält von dem Gerät einen QR-Code am Bildschirm angezeigt oder auf Papier ausgedruckt. Dieser muss mit dem Smartphone gescannt werden, um Bitcoin dann an den Geldautomatenbetreiber zu transferieren.

Auch Obergrenzen gibt es: Der Schweizer Bitcoin-Automaten-Anbieter Värdex zahlt maximal 2.000 Franken pro Transaktion aus. Generell würden an den Automaten derzeit mehr Bitcoin gekauft als verkauft, sagt Värdex-Chef Remo Uherek. Die Gebühren für Kunden sind vergleichsweise hoch. Deutsche Interessenten müssen also vorerst noch den Umweg über die Schweiz und Österreich machen.

lg