Bitcoin-Dämmerung

Kryptowährung Bitcoin als globales Zahlungsmittel ungeeignet

Stand: 13.08.2018, 16:31 Uhr

Die digitale (Quasi-)Währung ist und bleibt für viele ein Mysterium. Ob der Bitcoin jemals ein weitverbreitetes Geldmittel werden, ja sogar den Dollar ersetzen kann? Jedenfalls nicht, wenn es nach der jüngsten Studie der UBS geht.

Was ist der Bitcoin? Schon bei dieser Frage scheiden sich bereits die Geister. Die jüngste Studie der Schweizer Großbank UBS spricht dem Kryptotaler jedenfalls zwei wesentliche Faktoren einer Währung ab, nämlich die Zahlungs- und Wertaufbewahrungsfunktion.

Volatilität ist das Grundübel

Als größtes Problem des Bitcoin machen die Analysten seine extreme Schwankungsfreudigkeit aus. Denn wer will schon etwas zu einem Preis kaufen oder verkaufen, der am nächsten Tag schon wieder völlig anders aussehen kann? Lag der Kurs Ende Juli noch über 8.000 Dollar, sind es zwei Wochen später rund 2.000 Dollar, also rund ein Viertel weniger. Kein Vergleich zu Herbst 2017, als die Cyberwährung beinahe 20.000 Dollar wert war.

Überhaupt, um als echte Währung zu funktionieren, müsste der Bitcoin deutlich mehr auf die Waage bringen, so die Experten. Um beispielsweise allein den Bargeldumlauf des Dollar zu erreichen, müsste der Bitcoin einen Wert von rund 213.000 Dollar haben. Aktuell liegt er bei rund 6.400 Dollar. Vor allem die Instabilität sei ein Grund dafür, warum die Kryptowährung nicht als Geld gewertet werden könne. Denn rund 70 Prozent des Bitcoin-Preises seien reine Spekulation, so die UBS.

Doch nicht nur die Anzahl der Bitcoins ist beschränkt, sondern auch die Menge neuer Transaktionen, die in den Datenblöcken gespeichert werden können. Bis jetzt werden vor allem jene User bevorzugt, die eine höhere Transaktionssumme bezahlen. Wie hoch diese ist, entscheidet aber jeder manuell. Wer nicht bereit ist, den Marktpreis für Überweisungen zu bezahlen, muss mit langen Wartezeiten rechnen. Für eine globale Währung sei das aktuelle Leistungsvermögen daher noch viel zu gering.

Riskante Anlage

Auch als Anlageklasse sei der Bitcoin derzeit nicht zu empfehlen, schreiben die Experten. Einen Vorzug der Kryptowährung machen sie immerhin aus: Durch seine negative Korrelation mit anderen Anlageklassen biete der Bitcoin Vorteile unter dem Gesichtspunkt der Diversifizierung, sprich: Fallen andere Anlageklassen, steigt tendenziell der Bitcoin und umgekehrt. Allerdings würden diese Vorteile durch die Preisinstabilität und die fragliche regulatorische Unterstützung wieder aufgehoben.