Bald ICOs statt IPOs? "Anleihen und Aktien werden tokenisiert werden“

Stand: 05.04.2018, 14:17 Uhr

Jasmin Güngör berät mit DLT Capital Startups bei den Themen Blockchain und ICO. Sie verfolgt die Krypto-Szene seit Jahren und ist überzeugt: Der ICO wird den IPO ablösen.

Eine gute Idee reicht längst nicht mehr, um ein Unternehmen zu gründen – auch die Finanzierung muss gelingen. Viele Startups setzen dazu auf Venture Capital. Wenn es gut läuft, kommt dann manchmal der nächste Schritt: ein IPO. Doch das könnte bald schon anders aussehen, sagt Jasmin Güngör von DLT Capital.

In Zukunft nur noch ICOs?

"ICOs werden IPOs ablösen“, sagt die Innsbruckerin. Sobald es Regularien gebe, mit denen sich Aktien mit Tokens abbilden lassen, werde die Finanzierung durch ICOs zum Standard werden. Für Spinoffs mittelständischer Unternehmen oder Startups seien ICOs  schneller, einfacher und kostengünstiger, als ein streng regulierter IPO, sagt Güngör.

Seit 2011 verfolgt die ICO-Expertin alle Entwicklungen aus dem Bereich Kryptowährungen und Blockchain. Vor allem durch den Krypto-Hype der letzten Jahre versuchten viele Startups wie unter anderem Savedroid, sich durch die Ausgabe eigener Tokens zu finanzieren. DLT Capital begleitet Startups dabei. "Ein richtig guter ICO kostet Geld", sagt Güngör. Vor allem das Marketing der Tokens kostet.

Darauf sollten Anleger bei ICOs achten

Doch ICOs stehen auch immer wieder in der Kritik: Manche Firmen nutzen die Finanzierungsmöglichkeit aus, um schnell und einfach an Geld zu kommen. Doch wie können Anleger die Betrugsmasche erkennen?

"Es ist wichtig, wirklich kritische Fragen zu stellen", sagt Güngör. Ein gründlicher Blick auf den rechtlichen Rahmen und das Geschäftsmodell sei unbedingt notwendig. Wer Geld einsammeln will, müsse klar rüberbringen, in was dort investiert wird. "Wenn das nicht klar und verständlich ist, würde ich eher davon Abstand nehmen."

Der Blockchain traut Güngör in der Zukunft zwar viel zu, doch ablösen werden Kryptowährungen wie Bitcoin die heutigen Währungen nicht. "Eine Währung muss eine gewisse Stabilität vorweisen", sagt Güngör. Die Krypto-Assets seien jedoch sehr volatil.

jz