Klaus Himmer
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Richtig versteuern "Anleger müssen sich selbst um die Steuern kümmern"

Stand: 06.04.2018, 11:39 Uhr

Wie werden Kryptowährungen besteuert? Mit dieser Frage beschäftigt sich Klaus Himmer von CryptoTax und warnt: Wer seinen Krypto-Besitz nicht offenlegt, kann noch lange zur Rechenschaft gezogen werden.

Ob Bitcoin, Ethereum oder Dash – ganz gleich um welche Kryptowährungen es sich handelt: Sie gelten wie Edelmetalle und Immobilien als private Wirtschaftsgüter und sind daher steuerpflichtig. Vielen Anlegern ist das noch immer nicht klar.

"Die am weitesten verbreitete Annahme ist, dass erst Steuern anfallen, wenn Krypto-Assets zurück in Euro oder andere gesetzliche Zahlungsmittel getauscht werden", sagt Klaus Himmer vom Krypto-Steuerberater CryptoTax. Doch das ist falsch: Auch Tauschgeschäfte zwischen verschiedenen Krypto-Assets können steuerlich relevant sein.

Steuerfrei – es gibt eine Möglichkeit

Dann greift nämlich der persönliche Steuersatz des Anlegers. Der muss sich dann auch selbst darum kümmern, alle Transaktionen in seiner Steuererklärung offenzulegen – eine Quellensteuer gibt es nämlich nicht.

Das gilt übrigens auch für Hard Forks oder Airdrops: Dabei vermehrt sich das Portfolio, ohne dass Anleger aktiv etwas hinzugekauft haben. Obwohl der Zuwachs im Portfolio nicht gewollt ist, können so steuerpflichtige Transaktionen entstehen.

"Gewinne bleiben steuerfrei, wenn die Halteperiode länger als ein Jahr beträgt", sagt Himmer. Wer seine Krypto-Assets innerhalb der einjährigen Haltefrist verkauft, der hat immerhin ein kleines Polster: Die jährliche Freigrenze für private Veräußerungen liegt bei weniger als 600 Euro.

Blockchain als Beweismittel?

Um Steuerhinterziehung zu verhindern, setzen Finanzbehörden auf Zusammenarbeit mit den Krypto-Börsen. Die meisten halten sich an die sogenannten "Know Your Customer"-Vorgaben, also eine vorgeschriebene Legitimationsprüfung. Außerdem speichere die Blockchain alles, so Himmer. Das mache es für die Finanzbehörden leichter, die Transaktionen einzusehen. Krypto-Anleger sollten ihre Transaktionen also besser ausführlich und schriftlich festhalten – denn die Verjährungsfrist für Steuerhinterziehung liegt bei zehn Jahren.

jz