Totalausfall Ärger im Bitcoin-Paradies

Stand: 01.12.2017, 13:18 Uhr

Der unglaubliche Aufwärtstrend des Bitcoin sorgt für technische Probleme: Einige der wichtigsten Handelsplattformen für Kryptowährungen fielen am Mittwoch aus. Die Anleger sind genervt.

Es ist ein ständiges Auf und Ab: Seit dem Rekordhoch von 11.000 Dollar am Mittwoch schwankt der Bitcoin. Die letzte Rally mit einem Sprung um die 3.000 Dollar in weniger als einer Woche, hat ihn wohl leicht vom Kurs abgebracht. Am Freitag lag er beim Handelsplatz "Bitstamp" bei über 10.500 Dollar. Am Nachmittag war bekannt geworden, dass die CME im Dezember einen Future auf Bitcoin erlegt. Dennoch gibt es Ärger im Paradies.

Twitter Gemini zum Total Ausfall. | Bildquelle: Twitter

Anleger sind zunehmend genervt von den Handelsplätzen. Als der Bitcoin Mitte der Woche die 10.000 Dollar erreichte, stürzten die amerikanischen Handelsplattformen "Coinbase" und "Gemini" ab. Auch "Bitstamp" war von dem Crash betroffen. Kurz danach fiel auch der Bitcoin auf bis 9.200 Dollar. In der Vergangenheit war es schon häufiger zu solchen Ausfällen gekommen.

Der steigende Kurs hatte in gewisser Weise Mitschuld daran. Denn steigt der Bitcoin, zieht das immer mehr Interessenten an. Folglich greifen mehr Nutzer auf die Handelsplattformen zu. Die Systeme sind dann überlastet – und brechen zusammen.

Wegen Überlastung geschlossen

Ähnliches hat es in der Vergangenheit schon häufiger bei Online-Banken und Brokern gegeben. Zuletzt beim "Brexit Day" im Juni 2016, als die Briten über den Verbleib in der EU abstimmten: Zahlreiche Systeme brachen unter dem großen Handelsvolumen zusammen. Anleger konnten nicht mehr handeln.

Durch den Totalausfall von Coinbase und Gemini am Mittwoch, hatten die Krypto-Anleger genau dieses Problem: Sie konnten sich nicht mehr einloggen, die Seiten liefen langsamer und waren teils überhaupt nicht erreichbar. Einige Nutzer hielten die Störungen auch für den Grund des tiefen Kursfalls innerhalb weniger Stunden. Sie sind genervt. Auf Twitter wittern manche Nutzer sogar Betrug. Einige schrieben dort, dass sie die Plattformen bald verlassen wollen.

Twitter Coinbase zum Total Ausfall. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Gemini und Coinbase waren am späten Mittwochnachmittag wieder erreichbar. Für die Zukunft wolle man an der Leistungsfähigkeit arbeiten, so die Handelsplattformen.

US-Steuerbehörde ermittelt

Coinbase hat zusätzlich noch andere Probleme: Ein kalifornischen Gericht will die Daten von allen Nutzern, die zwischen 2013 und 2015 Kryptowährungen im Wert von mehr als 20.000 Dollar über die Plattform gekauft oder verkauft haben. Betroffen sind über 14.000 Nutzer. Die US-Steuerbehörde hatte das veranlasst. Denn in den letzten Steuererklärungen hatten weniger als 1.000 Menschen angegeben, Kryptowährungen zu besitzen. Coinbase hat aber über sechs Millionen Nutzer - die meisten davon stammen aus den USA.

Das Unternehmen mit Sitz in San Francisco ist der größte Handelsplatz für Kryptowährungen. Neben Bitcoin können Nutzer dort auch "Ethereum" und "Litecoin" kaufen und sich ein eigenes "Wallet", also eine digitale Geldbörse, einrichten.

jz

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Bitcoin (BTC)
Der Bitcoin exisitiert bereits seit 2009 – und ist damit die älteste auf der Blockchain-Technologie basierende Digitalwährung. Die Ur-Kryptowährung hat die schnelle und günstige Abwicklung von Transaktionen zum Ziel, wird diesen Anforderungen aber angesichts von Millionen von Nutzer immer weniger gerecht. Zudem ist das Bitcoin-Protokoll limitiert, zusätzliche Informationen können nicht transportiert werden.