Bitcoin-Zeichen
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Zehnter Geburtstag Achterbahn-Währung Bitcoin

Stand: 31.10.2018, 11:20 Uhr

Spekulationsobjekt oder Hoffnungsträger für ein besseres Finanzsystem? Am Bitcoin scheiden sich auch zehn Jahre nach der Idee für die bekannteste Digitalwährung der Welt die Geister. Nach den schwindelerregenden Kursgewinnen Ende 2018 ging es zuletzt bergab mit der Kryptowährung.

Der Bitcoin feiert heute seinen zehnten Geburtstag. Es ist eine Geschichte mit heftigen Auf und Abs. Als die Kryptowährung in einem am 31. Oktober 2008 unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto veröffentlichten Papier erstmals skizziert wurde, war die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers gerade einmal ein paar Wochen her. Das Vertrauen in die etablierte Finanzwelt hatte schwer gelitten. Die Schöpfung der digitalen Alternativwährung sollte deshalb vor allem eine politische Botschaft sein. Der Bitcoin könne direkte Online-Zahlungen zwischen zwei Parteien ermöglichen - ohne die Bürde, durch eine Finanzinstitution laufen zu müssen, hieß es in dem Papier. Es war der Masterplan für eine globale Währung, die von keiner Zentralbank kontrolliert wird und auf die jeder Zugriff haben kann. Die Identität Nakamotos ist bis heute ungeklärt. 

Langsamer Aufstieg

Gestapelte Bitcoin-Münzen
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Bitcoin - was ist das?

In den ersten Jahren entwickelte sich der Bitcoin abseits der Augen der Öffentlichkeit. Auf Gegenliebe stieß er zunächst vor allem bei Computernerds - und auch bei Kriminellen, die eine Chance witterten, schmutziges Geld zu waschen. Doch nachdem die Kryptowährung 2013 zum ersten Mal die 1.000-Dollar-Marke durchbrach, erwachte das Interesse - und die Kontroverse: Die Europäische Zentralbank (EZB) verglich den Bitcoin mit einem Schneeballsystem; Ben Bernanke, damals Chef der US-Notenbank Fed, sah hingegen Potenzial in der Kryptowährung. 

Größte Krise 2014

Nur wenig später erlebte der Bitcoin seine bislang größte Krise, als Anfang 2014 die Plattform Mt. Gox, auf der damals rund 80 Prozent aller Bitcoins gehandelt werden, gehackt wurde. Der Wert brach zusammen, ein mögliches Ende des Bitcoin schien nah. 

Es dauerte bis 2017, bis sich der Kurs erholte. Das sei ein "Wendepunkt" gewesen, sagt Pierre Noizat, der 2011 die erste Bitcoin-Börse in Frankreich gründete. Während im Windschatten des Bitcoins hunderte weitere Digitalwährungen gediehen, ging es in den folgenden Monaten steil aufwärts: Ende 2017 kletterte der Bitcoin-Kurs bis auf 19.500 Dollar. 

"Für manche ist der Bitcoin eine Religion!"

Aktuell liegt er mit rund 6.320 Dollar allerdings wieder deutlich niedriger. Dennoch sei die Kryptowährung "mehr als eine technologische und ökonomische Innovation", sagt Bitcoin-Experte Bob McDowall. "Für manche Leute ist sie fast zu einer Religion geworden." Grundsätzlich kann sich an dieser Religion jeder beteiligen: Da Transaktionen nicht von einer zentralen Stelle bestätigt werden müssen, sondern stattdessen alle Buchungsvorgänge kryptografisch verschlüsselt in einer dezentralen Datenbank - der sogenannten Blockchain - aneinandergekettet werden, ist ein immenser Rechenaufwand nötig.  Wenn private Nutzer mit ihrem Computer einen Teil davon übernehmen, werden sie in Bitcoin-Anteilen entlohnt. So entstehen neue "Münzen" - der Prozess wird deshalb als "Mining" (Schürfen) bezeichnet.

Bitcoin Erklär-Video
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Bitcoin - wie funktioniert das Mining?

Schon längst wird dieser stromintensive Prozess allerdings von professionellen Akteuren dominiert. Die viel beschworene Dezentralisierung hält der US-Wirtschaftswissenschaftler Nouriel Roubini nicht zuletzt deshalb für einen Mythos. "Das System ist zentralistischer als Nordkorea", sagt er. "Die Schürfer sind zentralisiert, die Wechselbörsen sind zentralisiert, die Entwickler sind zentralisierte Diktatoren", kritisiert er.

Blockchain-Technologie könnte Währung salonfähig machen

Hände tippen auf Schlüsselsymbole
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Blockchain - was ist das?

Die Mehrheit der Beobachter ist sich zudem einig, dass der Bitcoin weiterhin weniger für Zahlungen verwendet wird, denn als Wertanlage oder angesichts der Kursschwankungen für Spekulationen. Auf der anderen Seite spielt die Blockchain-Technologie vor allem für viele Startups eine immer größere Rolle. Denn prinzipiell kann die Technik klassische Gewährsleute wie Banken oder Notare überflüssig machen - und damit nicht nur Zahlungsströme, sondern etwa auch die Verwaltung von Lieferketten oder Verträgen einfacher machen. Pierre Noizat gibt sich deshalb zum zehnten Geburtstag der Bitcoin-Idee optimistisch. "Es dauert 20 Jahre, bis sich so eine Technologie durchsetzt", sagt er.

AFP/nb

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Bitcoin (BTC)
Der Bitcoin exisitiert bereits seit 2009 – und ist damit die älteste auf der Blockchain-Technologie basierende Digitalwährung. Die Ur-Kryptowährung hat die schnelle und günstige Abwicklung von Transaktionen zum Ziel, wird diesen Anforderungen aber angesichts von Millionen von Nutzer immer weniger gerecht. Zudem ist das Bitcoin-Protokoll limitiert, zusätzliche Informationen können nicht transportiert werden.