Max Otte

Zwischen Buchauflage und Rendite Was machen die Promi-Fonds im Crash?

Stand: 13.03.2020, 16:12 Uhr

Hohe Auflagen haben die Crash-Propheten in den vergangenen Jahren in jedem Fall mit ihren Büchern gemacht. Einige von ihnen haben ihr Wissen vom herannahenden Untergang des Finanzsystems sogar mit einem Anlageprodukt verknüpft. Mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen.

Goldene Zeiten für die Weltuntergangs-Propheten, sollte man meinen: Auch wenn wir an den Finanzmärkten derzeit keinen Crash sehen, der durch die Überschuldung der Krisenstaaten, die allzu lockere Geldpolitik der USA oder eine weltweite Verschwörung verursacht wurde - der Crash ist da!

Großer oder ganz großer Crash

Marc Friedrich

Marc Friedrich. | Bildquelle: Unternehmen

Haben damit die Star-Autoren Recht gehabt? Max Otte etwa, der den Crash 2008 recht genau prophezeit hat und im seinem Buch "Weltsystem Crash" eine neue Weltordnung heraufdämmern sieht. Oder Dirk Müller, der seit Jahren mit seinen Büchern, "Crashkurs", Cashkurs", "Showdown" und "Machtbeben" eine Reihe "erschütternder wie unbewiesener Erkenntnisse" ("Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung") beschreibt. Schon beim Titel ihres Bestsellers haben die beiden Ökonomen Matthias Weik und Marc Friedrich noch einen drauf gesetzt und den "größten Crash aller Zeiten" angekündigt.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Allen Autoren gemeinsam: Sie stehen mit ihren Namen auch für Fonds-Produkte, die Anlegern helfen sollen, genau diesen Crash zu überstehen. Ein durchaus schwieriges Unterfangen in der derzeitigen Corona-Krise, die den Finanzmarkt seit Wochen im Griff hat. Denn die Verwerfungen haben derzeit praktisch alle Assetklassen erfasst: Am Aktienmarkt taumeln die Kurse, seit den Rekordhochs vom Frühjahr haben Dax, Dow und Co. bereits um rund 30 Prozent an Wert verloren. Die Verluste am Aktienmarkt haben einen Sog auf in Richtung anderer Anlageformen ausgelöst. Um die Miesen mit Aktien auszugleichen, lösen laut Experten viele Investoren auch ihre Bestände an Gold auf.

Auch die Kryptowährungen, die sich zuletzt fast einen Status als Ersatz-Krisenwährung erworben hatten, brechen wohl aus diesem Grund ein. Am Donnerstag ging es mit dem Bitcoin-Kurse binnen eines Tages um bis zu 30 Prozent nach unten. In wenigen Tagen hat er sich halbiert.

Alle Asset-Klassen wackeln

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Am Devisenmarkt schwanken die Marktteilnehmer, ob nun der Dollar, der Euro oder der japanische Yen die sicherste Zuflucht in Corona-Zeiten ist. Nach der Zinssenkung der Fed gab es einen schnellen Kursanstieg beim Euro im Verhältnis zur US-Währung. Als aber die EZB am Donnerstag nicht entschlossen genug auf die Corona-Krise reagierte, gingen viele Devisenanleger zurück in den Dollar.

Selbst Staatsanleihen wackeln auf breiter Front. Während in den vergangenen Tagen US-Bonds gefragt waren, konnten Bundesanleihen kaum profitieren, und Staatspapiere von Euro-Krisenstaaten wie Italien kamen sogar schwer unter Druck. Auch diese Bewegung könnte sich wieder umkehren, wenn die Corona-Epidemie sich in den USA weiter ausbreiten sollte.

Crash-Propheten als Fonds-Macher

Fondsmanager aller Couleur haben damit ein Problem der Steuerung ihrer Anlageprodukte. Augen zu und durch, möglichst sinnvoll umschichten, wenn dies der Fondsprospekt erlaubt - oder "Kasse machen"? Das dürften derzeit oft gestellte Fragen bei den Fondsanbietern sein. In Krisenzeiten können aktive Fonds prinzipiell ihren Vorteil gegenüber den passiven Indexfonds ausspielen. Denn letztere folgen stur ihrer Benchmark - und zwar derzeit stramm nach unten.

Die Fondsprodukte der "Crash-Propheten" folgen dabei ganz unterschiedlichen Ansätzen, nutzen unterschiedliche Anlageklassen und -instrumente. Und sie sind im Crash sehr unterschiedlich erfolgreich. Eine nennenswert "andere" Wertentwicklung als bei vergleichbaren aktiv gemanagten Aktien- oder Mischfonds lässt sich allerdings nur bei einem der Fondsprodukte ablesen (s. unsere Chartserie: Crash-Propheten im Crash-Test).

AB

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Crash-Propheten im Crash-Test Chartserie

<strong>Friedrich & Weik Wertefonds I</strong><br/>Der Fonds, den die beiden Buchautoren Marc Friedrich und Matthias Weik (Der größte Crash aller Zeiten) beraten, setzt nach eigenen Angaben schwerpunktmäßig auf Sachwerte. Dazu gehören derzeit Goldbarren, Goldminen-Aktien oder auch ein Silber-<a href="" externalId="lexikon_77243">ETF</a>. "Perspektivisch soll der Werterhalt auch durch Investments in Diamanten oder Wald umgesetzt werden. In den vergangenen Wochen hat sich der Fonds allerdings ähnlich wie ein handelsüblicher Misch- oder Multi-Asset-Fonds verhalten. Seit Ende Februar hat der Wertfonds rund 15 Prozent an Wert verloren. Die Gesamtrendite seit dem Start 2017: Minus zehn Prozent.: Kursverlauf am Börsenplatz Fonds für den Zeitraum 1 Jahr

Friedrich & Weik Wertefonds I
Der Fonds, den die beiden Buchautoren Marc Friedrich und Matthias Weik (Der größte Crash aller Zeiten) beraten, setzt nach eigenen Angaben schwerpunktmäßig auf Sachwerte. Dazu gehören derzeit Goldbarren, Goldminen-Aktien oder auch ein Silber-ETF. "Perspektivisch soll der Werterhalt auch durch Investments in Diamanten oder Wald umgesetzt werden. In den vergangenen Wochen hat sich der Fonds allerdings ähnlich wie ein handelsüblicher Misch- oder Multi-Asset-Fonds verhalten. Seit Ende Februar hat der Wertfonds rund 15 Prozent an Wert verloren. Die Gesamtrendite seit dem Start 2017: Minus zehn Prozent.