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Der neue S&P-500-Sektor „Kommunikations-Dienstleistungen“ Tech-Anleger, aufgepasst!

Stand: 24.09.2018, 15:05 Uhr

Nicht nur die Deutsche Börse sortiert ihre Indexwelt neu, auch an der Wall Street gibt es heute Änderungen. Der Index-Anbieter S&P klassifiziert Firmen wie Facebook, Alphabet und Netflix künftig im Sektor „Kommunikationsdienstleistungen“. Das hat Folgen für die Investoren.

Tech-Giganten wie Alphabet oder Facebook werden künftig eine neue Index-Heimat haben, denn ab heute wird die S&P 500-Sektorenaufteilung verändert. Aus dem früheren Telekom-Sektor wird der Sektor Communication-Services, in den die genannten Titel aus dem Tech-Sektor integriert werden.

Zum neuen Sektor werden Medienkonzerne wie Netflix und Walt Disney gehören, aber auch AT&T, Twitter und Verizon. Die Mischung ist also wirklich interessant und die Umstellung hat Folgen, die Investoren, die in ETFs investiert haben, beachten müssen.

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Was ist ein ETF?

Übergewicht beschneiden

Mit der der Neusortierung reagieren die Index-Gestalter auf das Übergewicht des in den vergangenen Jahren höchst erfolgreichen Technologiesektors. Ziel ist eine bessere Balance, da viele Experten bereits begannen, sich Sorgen zu machen. Der Tech-Sektor war bislang im S&P 500 mit 26 Prozent gewichtet, er wird auf 20 Prozent schrumpfen. Im Jahr 2000 erreichte er übrigens etwas mehr als 29 Prozent - dann platzte die Tech-Blase.

Mit der Schrumpfkur möchte man verhindern, dass ein überproportional scharfer Rückgang in diesem Segment den gesamten Index in Mitleidenschaft zieht. Das neue Segment „Communication Services“ wird künftig etwa rund zehn Prozent des S&P 500 repräsentieren.     

Was tun, wenn man defensiv agieren will?   

Der defensive Charakter des Telekom-Sektors gehe verloren, schreibt Robert Rethfeld in seinem aktuellen Börsenbrief „Wellenreiter-Invest“. „Google Alphabet mit einem Anteil von 25 Prozent und Facebook mit 18 Prozent dominieren diesen neuen Sektor, der insgesamt einen Anteil von zehn Prozent der Marktkapitalisierung des S&P 500 einnimmt“, so Rethfeld. Mehr als 60 Prozent der Titel sind Wachstumstitel.

Investoren, die mittels ETF auf Nummer sicher gehen wollen, sind bei „Communication Services“ also an der falschen Adresse. In Zeiten, in denen Investoren in die Defensive gehen, und sich im Telekom-Sektor engagieren wollen, fällt diese Möglichkeit weg, kommentiert ein Marktteilnehmer.

Auch für Dividendeninteressenten heißt es aufpassen: „Der Kommunikationssektor ist jetzt ‚offensiv‘ und zahlt deutlich weniger Dividende als der frühere, defensive Telekom-Sektor. Nur noch Basiskonsumgüter, Versorger und REITs stehen als rein defensive Sektoren zur Verfügung“, kommentiert Rethfeld.

ts

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Der neue Sektor "Communication Services" Chartserie

<strong>Walt Disney</strong><br/>Auch der Medienkonzern Walt Disney wird im neuen Segment zu Hause sein und wechselt aus dem Segment „Consumer Discretionary“, also Nicht-Basis-Konsumgüter. Der Konzern ist vor allem über seine Filmproduktionen sowie als Betreiber der Erlebnisparks Disneyland bekannt. Immerhin um rund zwölf Prozent hatte die Aktie im letzten halben Jahr zugelegt.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

Walt Disney
Auch der Medienkonzern Walt Disney wird im neuen Segment zu Hause sein und wechselt aus dem Segment „Consumer Discretionary“, also Nicht-Basis-Konsumgüter. Der Konzern ist vor allem über seine Filmproduktionen sowie als Betreiber der Erlebnisparks Disneyland bekannt. Immerhin um rund zwölf Prozent hatte die Aktie im letzten halben Jahr zugelegt.