Fonds

Zwei Spielarten im ETF-Universum Synthetisch oder Echt?

Stand: 28.03.2014, 16:33 Uhr

Zwei Spielarten von "Exchange Traded Funds" (ETF) gibt es bei den Anbietern. Beide Varianten bilden den Index, den sie nachbilden sollen, ziemlich exakt ab. Nur eine Fonds-Variante tut dies aber auch mit den "echten" Aktien aus dem Index.

Gurke die in einer Bananenschale steckt

Gurkenbanane oder Bananengurke?.

Eigentlich sollte auf der Hand liegen, dass in einem Indexfonds auch die Aktien des jeweiligen Index‘ enthalten sind, und zwar mit der exakt gleichen Gewichtung wie im zugrundeliegenden Börsenbarometer. Wenn die Allianz-Aktie für fünf Prozent der Wertentwicklung des deutschen Aktienindex Dax verantwortlich ist, dann sollten die Anteile im Portfolio des ETF-Anbieters in diesem Maß gespiegelt sein. Bei Anpassungs-Terminen muss der Emittent entsprechend nachjustieren. Und bei Platzwechseln im Index müssen die Anteile des Aufsteigers punktgenau eingekauft und die des Absteigers veräußert werden.

Kontrahenten-Risiko?

Die Komplexität des Managements eines solchen "Feintunings“ hat ETF-Anbieter in den vergangenen Jahren dazu gebracht, neben solch "echten" oder auch "replizierenden" Fonds auch eine "synthetische" Variante aufzulegen. Dabei sind unter Umständen in einem ETF mit dem Etikett "Dax" womöglich de facto überwiegend japanische Small Caps enthalten. Diese dienen dem ETF-Anbieter gewissermaßen als Gewähr dafür, dass sie einen tatsächlichen Gegenwert in Form von Aktien in einem Fondsportfolio haben. Der Kontrahent genannte Dritte im Bunde garantiert dafür, dass die Performance des zugrundeliegenden Index dennoch exakt abgebildet wird. Über ein Tauschgeschäft, einen Swap, wird dies technisch bewerkstelligt. Synthetische ETFs sind in ihrer Performance von replizierenden Indexfonds nicht zu unterscheiden.

Dass es aber dennoch ein prinzipielles Kontrahentenrisiko gibt, also etwa eine Pleite des Partners, der das Tauschgeschäft abwickelt, hat in den vergangenen Jahren auch die Regulierer beschäftigt. Im Jahr 2011 etwa sah der internationale Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board) im vermehrten Aufkommen der synthetischen Fonds eine "beunruhigende Entwicklung". Mehrere Finanzaufsichtsbehörden thematisierten ein "systemisches Risiko", was diese ETF-Gattung mehr und mehr auch bei Investoren in die Kritik brachte.

Trend zum "Echten"

In den vergangenen Monaten haben daher einige der Emittenten mehr replizierende und weniger synthetische ETFs im Angebot. Bemerkenswert vor allem der Schwenk der Deutsche-Bank-Tochter x-trackers, die im Dezember bekanntgab, ihre 18 großen Aktien-ETFs auf replizierende Konstruktion umzustellen. Der Marktführer in Sachen ETFs, iShares, eine Tochter des US-Finanzkonzerns Blackrock, arbeitet seit jeher nur mit "echten" ETFs.

AB

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