Ausblick 2019 Fonds

Ausblick 2019 Schwieriges Jahr für Fondsanleger

Stand: 14.12.2018, 11:18 Uhr

Der Bärenmarkt an den Aktienbörsen hat in den vergangenen Monaten viele Investoren verschreckt. Für das kommende Jahr kündigt sich ein gewisser Anlagenotstand an. Doch wohin mit den Anlagegeldern?

Die Fondsstatistik des Branchenverbandes BVI spricht eine klare Sprache. Bereits im letzten Berichtsmonat Oktober verzeichneten die Aktienfonds in Deutschland Nettoabflüsse von 1,75 Milliarden Euro, nachdem im September noch 810 Millionen Euro netto zugeflossen waren. Die Tendenz dürfte sich mit dem Erreichen neuer Jahrestiefs bei Dax & Co. noch verschärft haben.

Aber auch in die zweite klassische Anlageklasse flossen zuletzt kaum neue Mittel: Rentenfonds dürften auf Jahressicht sogar klare Mittelabflüsse zu beklagen haben: Per Oktober hatten die Produkte bereits ein Minus von 4,2 Milliarden Euro netto in der Bilanz 2018 stehen.

Schrumpfender Fondsmarkt

Der Gesamte Markt für Publikumsfonds steuert auf eine Schrumpfung im Jahr 2018 hin - nach drei Jahren mit guten Wachstumsziffern. Zu einem Gutteil hängt dies freilich mit den Wertverlusten bei den Aktien- und Mischfonds hin, die unter der Börsenbaisse ächzen.

Für Anleger scheint guter Rat derzeit teuer: Am Aktienmarkt könnte die Kursdürre weitergehen, sollte sich der Handelsstreit mit China nicht bald grundsätzlich entschärft werden. Eine sonst drohende Rezession bedeutet automatisch geringere Gewinnaussichten für Unternehmen und drückt deren Aktienkurze weiter. Zugleich bleibt es wohl auch 2018 bei einer Welt im Niedrigzins-Zeitalter. In Euroland rechnen Experten nach den letzten Signalen von der EZB mit einer Zinsanhebung nicht vor 2020. Und selbst die US-Notenbank Fed überprüft derzeit, ob die Zinsschritte der vergangenen Jahre nicht schon genug sind.

Mehr Risiko und Fantasie gefragt

Wer weiterhin auf Investmentfonds setzen will und den Bärenmarkt nicht komplett von der Seitenlinie verfolgen will, hat dennoch eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Welche davon er nutzt, hängt wie so oft von einer eigenen Risikobereitschaft, dem Anlagehorizont und natürlich auch der Größe des eigenen Depots ab. Wer dem Aktienmarkt treu bleiben will, sollte für die kommenden Monate eine gewisse Verlusttoleranz mitbringen. Gefragt sein dürften 2019 hier vor allem einige der Publikumslieblinge, die auf Großkonzerne mit hoher Dividendenrendite setzen. Wer die Ausschüttungen einheimst, kann schon psychologisch besser Verluste beim Kurs eines Aktienfonds ausblenden.

Mehr Risikobereitschaft ist auch im Rentenmarkt gefragt, wenn durch das Fondsinvestment eine nennenswerte Rendite erzielt werden soll. Ob in reinen Anleihefonds oder in Mischfonds, der Trend im kommenden Jahr könnte bei Fondsmanagern und Anlegern in Richtung höher rentierlicher Bonds von Unternehmen und aus Schwellenländern gehen.

Immobilie- und Absolute-Return-Fonds wieder in Mode

Mischfonds, die zwischen Aktien, Renten und ggf. auch Rohstoffen und Immobilien als Assetklassen umschichten können haben bereits in den vergangenen Monaten kräftig an Zulauf gewonnen. Auch Konzepte wie Absolute oder Total Return dürften in der Branche wieder mehr Beachtung finden. Sie versprechen das Erzielen von positiven Renditen, möglichst unabhängig davon, wie der Aktienmarkt derzeit läuft.

Offene Immobilienfonds haben laut Statistik ebenfalls in den vergangen Monaten wieder erhebliche Netto-Zuflüsse verzeichnet, noch ein Trend, der 2019 anhalten dürfte. Die stetigen Erträge aus Vermietung und Immobilienverkäufen passen vielen Anlegern als Absicherung derzeit gut ins Konzept.

Geldanlage als Gewissensfrage

Das Thema Nachhaltigkeit dürfte im kommenden Jahr von vielen Anlegern stärker auch von Fondsanlegern nachgefragt werden. Viele Fondsgesellschaften bieten für diese gestiegene Nachfrage inzwischen auch die entsprechenden Produkte an. Nicht nur im Aktienmarkt, sondern auch im Bereich der Anleihe-Fonds (Stichwort: Green Bonds) werden ökologische oder ethische Kriterien immer stärker berücksichtigt.

Bewährungsprobe für aktives Management

Nicht zuletzt könnte das kommende Jahr aus Sicht der Fondsgesellschaften wieder einmal ein gutes Jahr für aktives Management sein. Im Gegensatz zu den Indexfonds (ETF), die stur ihren Benchmark talwärts folgen, können Fondsmanager je nach Ausrichtung ihres Produktes auch einmal "Kasse machen", billig nachkaufen oder ein gutes Stockpickung betreiben. Ein guter "Track-Record" in einem herausfordernden Börsenjahr ist die Belohnung.

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Fonds für 2019 Chartserie

<strong>DWS Top Dividende</strong><br/>Im Bullenmarkt der vergangenen Jahre hinkte einer der größten deutschen Aktienfonds dem Markt hinterher. Nun in einer Zeit der Kursdürre zeigt sich, dass der Fonds recht gut gegen allzu scharfe Rückschläge am Aktienmarkt abgesichert ist. Dafür sorgt die Auswahl der zum großen Teil eher defensiven Blue Chips wie etwa Pfizer, Unilever, Novartis oder Merck & Co. Der Fonds ist mit rund einem Drittel seiner Assets in US-Werten vertreten. : Kursverlauf am Börsenplatz Fonds für den Zeitraum 5 Jahre

DWS Top Dividende
Im Bullenmarkt der vergangenen Jahre hinkte einer der größten deutschen Aktienfonds dem Markt hinterher. Nun in einer Zeit der Kursdürre zeigt sich, dass der Fonds recht gut gegen allzu scharfe Rückschläge am Aktienmarkt abgesichert ist. Dafür sorgt die Auswahl der zum großen Teil eher defensiven Blue Chips wie etwa Pfizer, Unilever, Novartis oder Merck & Co. Der Fonds ist mit rund einem Drittel seiner Assets in US-Werten vertreten.

AB