ETF-Schriftzug

Renten-ETFs mit Rückgängen Keine Lust mehr auf (Renten-)ETFs

Stand: 16.04.2018, 14:46 Uhr

Einbrechende Nachfrage oder nur ein Ausrutscher? Die Märzzahlen im Markt für europäische Indexfonds (ETF) zeigen abflauende Mittelzuflüsse. Anleger wenden sich dabei vor allem von Renten-ETFs ab.

Fast "geachtelt" haben sich die Nettomittelzuflüsse am europäischen ETF-Markt im letzten Berichtsmonat März. Flossen im Februar 2018 noch fast acht Milliarden Euro netto in die boomende Produktgattung, waren es im März "nur" 992 Millionen Euro. Das hat eine Auswertung des ETF-Anbieters Lyxor ergeben.

Renten-ETF im Abseits

Weiter klar vorne in der Beliebtheitsskala bei den Indexfonds sind bei Anlegern Aktien-ETFs. Ihnen flossen im März netto insgesamt 1,3 Milliarden Euro zu. Bei Anleihen-ETFs dagegen gab es erstmals seit Ende 2016 wieder netto Mittelrückflüsse in Höhe von 334 Mio. Euro. Die schwachen Renditen in der Dauerniedrigzinsphase haben Anleger offenbar zunehmend abgeschreckt. Den schlechtesten Monat überhaupt verzeichneten ETFs auf Unternehmensanleihen mit Investment Grade. Hier flossen netto 1,2 Milliarden Euro im März ab.

Abflüsse verzeichnete auch eine noch junge Variante von Indexfonds: ETFs mit "Smart-Beta"-Ansätzen verzeichneten netto ein Minus von 88 Millionen Euro. Auch bei japanischen Aktien-ETFs gab es Abflüsse von 487 Millionen Euro. Dagegen erfreuten sich Schwellenländer-ETFs einer gestiegenen Nachfrage. Sie legten im März um 1,4 Milliarden Euro zu. Seit Beginn des Börsenjahres 2018 haben die Aktien-ETFs aus den Schwellenländern sogar um 4,2 Milliarden Euro europaweit zugelegt, ein Rekordzufluss.

Was sind ETFs?

Kurz für "Exchange Traded Funds". Indexfonds, deren Zusammensetzung sich an der Gewichtung eines Index orientiert und die ohne Ausgabeaufschlag fortlaufend über die Börse gehandelt werden können.

Schwellenländer-Aktien und Rohstoffe gefragt

Auch in Rohstoffe investieren die Anleger wieder vermehrt über Indexfonds. Die entsprechende Kategorie legte auch im März weiter zu, seit Jahresbeginn sammelten die entsprechenden Produkte eine Milliarde Euro netto ein.

Die geringen Gesamtzuflüsse im März dürften für die ETF-Anbieter noch nicht zum Problem werden, wenn die Nachfrage in den Folgemonaten wieder "normale" Niveaus erreichen sollte. Allerdings gab laut der Lyxor-Statistik in den vergangenen zwei Jahren keinen ähnlich niedrigen Monatswert.

1/8

ETF-Sparpläne im Überblick Direktbanken in der Rabattschlacht

Comdirect

Comdirect
Die Commerzbank-Tochter hat rund 269 sparplanfähige ETFs aller großen Emittenten im Angebot. Die Mindestsparrate liegt bei 25 Euro, die Mindestsparfrequenz bei einem Quartal. Wer die derzeit 89 "Aktionsfonds" bespart, spart auch die Ordergebühr, die sonst bei 1,5 Prozent und maximal 4,90 Euro je Ausführung liegt.

AB