Künstliche Intelligenz und Börsenkurse

US-Fonds nutzt künstliche Intelligenz Roboter als Stockpicker

Stand: 20.10.2017, 13:05 Uhr

Die Auswahl unter tausenden von Aktienwerten mit den höchsten Renditechancen: Menschliche Analysten und Fondsmanager nutzen seit langem technologische Unterstützung. In den USA wird jetzt "Watson", die künstliche Intelligenz von IBM, zum Fondsmanager.

Einem breiteren Publikum wurde das "intelligente" Programm Watson bereits bekannt, als es 2011 in der TV-Show "Jeopardy" gegen menschliche Kanditaten im Ratespiel gewann. Bereits 1996 schlug der ebenfalls von IBM entwickelte Schachcomputer Deep Blue, ebenfalls mit Watson an Bord, den amtierenden Weltmeister Garri Kasparow.

Big Data werden auswertet

IBM Watson-Logo

IBM Watson. | Bildquelle: Unternehmen

Im Jahr 2017 ist Watson nun offenbar zum Fondsmanager gereift, der bei der Auswahl von Wertpapieren besser sein soll als menschliche Asset-Manager. Am Mittwoch startete ein börsengehandelter Fonds (ETF) in den USA, der allerdings durchaus aktiv gemanagt wird.

Offiziell verwaltet wird der Fonds von dem Technologieunternehmen Equbot und der ETF Managers Group. Die Anlageentscheidungen trifft aber Watson, der nach Aussagen der Initiatoren Daten aus bis zu zehn zurückliegenden Jahren von tausenden Unternehmen analysiert. Dabei werden nicht nur "harte" Informationen wie Geschäftsberichte und Bilanzen ausgewertet, sondern auch Marktstimmungen (Sentiment), Presseberichte und Social Media-Einträge.

Menschen nur noch als Hilfskräfte

EquBot-Gründer Art Amador zufolge können menschliche Manager die "Explosion an Informationen" nicht mehr bewältigen, die inzwischen bei Anlageentscheidungen genutzt werden können: "Sie haben weder die Kapazität noch die Speicherleistung, um das zu tun", so Amador gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Ganz ohne menschliches Zutun kommen die Macher des Fonds freilich nicht aus. "Technisch" hat das Produkt noch zwei Menschen als Fondsmanager. Und bestimmte Hilfstätigkeiten, wie den Handel von marktengen Werten, übernehmen auch die Händler der Initiatoren.

Acatis ist deutscher Vorreiter

Auch der deutsche Vermögensverwalter und Fondsanbieter Acatis hat bereits seit Juni 2017 ein Produkt am Markt, bei dem die Titelauswahl durch künstliche Intelligenz von einem selbstlernenden Computer erfolgt. Der Fonds (WKN: A2DMV7) investiert ebenfalls in den weltweiten Aktienmarkt.

AB