ETFs in Euro

Indexfonds immer günstiger Preiskampf im ETF-Markt

von AB

Stand: 13.06.2018, 15:24 Uhr

Viele Konkurrenten verderben das Geschäft, könnte man im Bereich der börsengehandelten Indexfonds (ETF) derzeit sagen. Die schlanken, günstigen Produkte, kommen immer zahlreicher auf den Markt, gerade in Deutschland.

Ende vergangenen Jahres startete die US-Fondsgröße Vanguard mit ihren Indexfonds in Deutschland auf der Jagd nach Marktanteilen und Umsätzen. Anfang Juni 2018 kündigte die US-Investmentbank Goldman Sachs an, ebenfalls in Deutschland mit eigenen Index-Produkten Fuß fassen zu wollen. Kein Zweifel, auch in Deutschland tobt im ETF-Markt ein Kampf mit harten Bandagen.

Dass dabei das "Killerkriterium" die Höhe der Gebühren ist, liegt auf der Hand. Schließlich kamen ETFs vor beinahe zwei Jahrzehnten auch in Deutschland vor allem wegen der niedrigen Kosten auch für Privatanleger in den Handel. Seither wurde die Palette der Fonds immer größer, die gegenüber aktiv gemanagten Fonds deutlich niedrigeren Gebühren sanken ebenso stetig.

Marktführer kommen unter Druck

In Europa beherrschen der US-Vermögensverwalter Blackrock, Lyxor, Tochter der BNP Paribas und die "XTrackers" der Deutsche-Bank-Tochter DWS den Markt. Das dürfte sich angesichts der neuen Markteintritte möglicherweise bald relativieren. Blackrock hat nicht zuletzt deswegen, erst vor wenigen Tagen eine neuerliche Preisoffensive gefahren. iShares etwa auf den MSCI Europe kürzen ihre Verwaltungsgebühr um zwei Drittel von 0,35 auf 0,12 Prozent jährlich. Beim Indexfonds auf den europäischen Auswahlindex Euro Stoxx 50 hatten bereits zuvor Lyxor und HSBC die Gebühr auf nur noch fünf "Basispunkte" (also 0,05 Prozent) herunter gefahren.

Auch die beliebten Produkte auf den MSCI World sind inzwischen für kleines Geld zu haben: Ob Comstage, XTrackers, iShares oder Lyxor, bei keinem Anbieter muss man noch mehr als 0,2 Prozent pro Jahr an Gebühren berappen. Beachtlich wenig, bedenkt man, dass der Index rund 1.600 Aktien aus 23 "entwickelten" Ländern abbildet. Ein - ebenfalls sehr beliebter - Dax-ETF ist bereits für 0,08 Prozent zu haben.

Strategische Überlegungen

Die von Experten bereits als "Fee Wars" bezeichnete Entwicklung hat mehrere Gründe. Zum einen scheint der ETF-Markt derzeit auf eine Sättigung hinzusteuern. Laut am Analysehaus ETFGI gab es im April dieses Jahres einen Abfluss von rund einer Milliarde netto aus Indexfonds.

Zum anderen versuchen einige Anbieter sich im Markt als umfassende Anlaufstelle für Investmentlösungen aller Art zu positionieren. Das gilt gerade für die US-Häuser, Vanguard, Goldman Sachs und auch Blackrock, die alle auch im aktiven Fonds- und Vermögensmanagement engagiert sind. Auch die DWS versteht die ETF-Sparte XTrackers inzwischen nicht mehr als "interne Konkurrenz" zu den aktiv gemanagten Fonds aus eigenem Hause, sondern offenbar eher als Ergänzung.

Für Verbraucher ist der Preiskrieg zumindest auf der Gebührenseite eine vorteilhafte Entwicklung, was an Gebühren wegfällt, kann schließlich als Rendite eingefahren werden.

AB