Hecke mit Hedgefonds-Schriftzug

Einsatz als Krisenhelfer Neues Leben für Hedgefonds

Stand: 09.11.2018, 15:51 Uhr

Jahreslang hinkten die Hedgefonds mit ihrer Wertentwickung den Aktienmärkten hinterher. Im schwachen Börsenjahr 2018 sieht das anders aus. Viele Investoren entdecken die Fonds neu - und stecken Milliarden in die Produkte.

Der Barclay Hedge Fund Index liegt per Anfang November aufs Jahr gesehen rund 1,5 Prozent im Minus. Keine überragende Performance. Bedenkt man aber, dass der Index die Wertentwicklung mehrerer Tausend Fonds abbildet und dass Dax oder EuroStoxx 50 seit Jahresbeginn mehr als zehn Prozent im Minus liegen, werden Hedgefonds gleich deutlich interessanter.

Verwaltetes Vermögen auf Rekordstand

Das sehen offenbar auch große Investoren wie Versicherungen, Pensionsfonds oder Family Offices so. Sie trugen maßgeblich dazu bei, dass sich der Abfluss von Mitteln, der in den vergangenen Jahren stattgefunden hat, wieder umgekehrt hat. Mehr als 44 Milliarden Dollar an Zuflüssen verbuchte die Fondskategorie im vergangenen Jahr. Im ersten Halbjahr 2018 kamen noch einmal 15,7 Milliarden Dollar dazu. Weltweit verwalten Hedgefonds nach den Berechnungen des Finanzdatenanbieters Preqin 3,6 Billionen Dollar, das ist ein Rekordwert.

Die Fonds, die in der Öffentlichkeit oft den Ruf des skrupellosen Börsen-Spekulanten transportieren, waren ursprünglich ein reines Profi-Produkt. Mithilfe der Hedgefonds-Strategien sollten und sollen Positionen in den klassischen Anlagen Aktien und Anleihen abgesichert ("gehedged") werden. Dazu können sich die Manager von Hedgefonds ganz verschiedener Strategien bedienen. So kann über Terminkontrakte auf steigende und fallende Kurse von Aktien oder Indizes gewettet werden (Long-Short). Hedgefonds versuchen Preisdifferenzen an verschiedenen Märkten auszunutzen (Arbitrage). Oder sie versuchen sich durch schnelles Ein- und Aussteigen bei Fusionen oder Übernahmen Vorteile zu verschaffen (Event Driven).

Zockende Milliardäre

An deutschen Aktienmarkt haben in den vergangenen Jahren Hedgefonds durch den Kauf oder Verkauf von Anteilen mittlerer oder größerer Unternehmen auch oft versucht, auf die Geschäftspolitik Einfluss zu nehmen. Ein Beispiel sind die Hedgefonds Bain und Cinven, die im vergangenen Jahr beim dem Generika-Hersteller Stada mit dem Starinvestor Paul Singer und seinem Hedgefonds Elliott um die Unternehmensstrategie stritten.

Gerade die schillernden Hedgefonds-Milliardäre sorgen auch in Deutschland für Schlagzeilen. Ihre Deals scheinen von einer Zockermentalität geprägt, ihre Gewinne aus den Deals sind oft utopisch. James Simons, Gründer von Renaissance Technologies, war im vergangenen Jahr mit einem "Einkommen" von 1,7 Milliarden Dollar einer der Top-Verdiener unter den Finanzjongleuren (s. unsere Übersicht: Die bestbezahlten Hedgefonds-Manager und Trader).

Rendite in der Börsendürre

Für große Investoren, aber prinzipiell auch für Privatanleger werden Hedgefonds-Strategien vor allem in Zeiten darbender Aktienmärkte interessanter. Sie können neben der Funktion als Absicherung auch Renditechancen ermöglichen, wenn klassische Anlageklassen kaum oder sogar negative Wertentwicklungen aufweisen.

Laut dem deutschen Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) sind Hedgefonds für Privatanleger hierzulande allerdings nur eingeschränkt käuflich. Die Risiken bis hin zum Totalverlust erscheinen dem Gesetzgeber und der Finanzaufsicht BaFin zu groß. Lediglich Dach-Hedgefonds, die wiederum in mehrere Einzel-Hedgefonds investieren, sind in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassen.

Alternative Investments

Hedgefonds-Strategien finden sich allerdings auch in einer Reihe von Alternativ-Investment-Fonds wieder, deren Zahl in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Hier wird - in Grenzen - auch anlassbezogen in Aktien investiert oder über Derivate werden Short-Positionen eingegangen. Auch für private Anleger sind solche Fonds als Depotbeimischung unter Umständen interessant - gerade, wenn die Aktienmärkte eine längere Durststrecke hinter sich bringen müssen (s. unsere Übersicht: Hedgefonds für Risikobereite).

AB

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Hedgefonds für Risikobereite Chartserie

<strong>Sauren Global Hedgefonds A EUR</strong><br/>Der Dachhedgefonds des Dachfonds-Spezialisten Sauren ist bereits seit 2004 am Markt. Der Fonds bietet durch die Auswahl verschiedener Hedgefonds mit ganz unterschiedlichen Strategien einen umfassenden Einstieg diese Form der Anlage. Auf Sicht von einem Jahr hat sich der Fonds mit einem kleinen Plus gut geschlagen. Üblich bei Dachfonds sind die eher hohen jährlichen Gesamtkosten (TER) von 2,1 Prozent.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt FONDS für den Zeitraum 5 Jahre

Sauren Global Hedgefonds A EUR
Der Dachhedgefonds des Dachfonds-Spezialisten Sauren ist bereits seit 2004 am Markt. Der Fonds bietet durch die Auswahl verschiedener Hedgefonds mit ganz unterschiedlichen Strategien einen umfassenden Einstieg diese Form der Anlage. Auf Sicht von einem Jahr hat sich der Fonds mit einem kleinen Plus gut geschlagen. Üblich bei Dachfonds sind die eher hohen jährlichen Gesamtkosten (TER) von 2,1 Prozent.