Hände halten eine Weltkugel

Fondsstatistik des BVI 2019 Nachhaltigkeitsfonds boomen

Stand: 11.02.2020, 17:14 Uhr

Der Börsenboom hat der deutschen Fondsbranche 2019 ein Rekordjahr beschert. Das Fondsvermögen stieg auf einen neuen Höchststand. Am meisten gefragt waren Immobilien- und Mischfonds. Privatanleger setzten auf Nachhaltigkeit.

Der "Greta-Effekt" scheint nun auch in der Geldanlage angekommen zu sein. Von den 17,5 Milliarden Euro, die die Publikumsfonds bei breiten Anlegerschichten einsammelten, flossen 40 Prozent in Nachhaltigkeitsfonds. Das teilte der Fondsverband BVI am Dienstag mit.

Offene Immofonds sind der Verkaufsschlager

Am beliebtesten unter den Fondsgattungen waren offene Immobilienfonds. Hier flossen 10,7 Milliarden Euro zu – mehr als die Hälfte der gesamten Zuflüsse. Die Immobilienfonds verdrängten die Mischfonds von Platz eins. Diese verzeichneten lediglich Zuflüsse von 10,5 Milliarden – nur noch halb so viel wie im Vorjahre.

Milliardenzuflüsse in Aktienfonds

Auf Platz drei der Beliebtheitsskala unter den Fondstypen behaupteten sich die Aktienfonds. 4,4 Milliarden Euro Zuflüsse wurden hier gezählt. Das ist deutlich mehr als 2018, als die Anleger "nur" 0,7 Milliarden Euro neu in Aktienfonds steckten.

Offene Publikumsfonds, Netto-Mittelaufkommen in Mrd. Euro, 2018 und 2019

Offene Publikumsfonds. | Bildquelle: BVI, Grafik: boerse.ARD.de

"Man könnte eigentlich meinen, endlich setzen die deutschen Sparer auf die richtigen Pferde", sagte BVI-Präsident Tobias C. Pross. Allerdings wandere nach wie vor der größere Teil der Spargelder in Deutschland in renditeschwache Anlagen.

Nur Renten- und Geldmarktfonds werden gemieden

Bei Rentenfonds gab es erneut Abflüsse von 3,7 Millionen Euro. Bei sonstigen Fonds wie Geldmarktfonds wurden sogar 4,4 Milliarden Euro abgezogen.

Insgesamt aber spielen Privatanleger nicht mehr die tragende Rolle im Fondsgeschäft. Treiber im Neugeschäft sind Spezialfonds, in die vor allem Versicherer und Pensionskassen investieren. Sie verzeichneten 102,7 Milliarden Euro Zuflüsse.

Fondsvermögen auf Rekordhoch

Ende 2019 verwalteten die Fondsgesellschaften den Rekordwert von fast 3,4 Billionen Euro. Das waren 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Laut dem BVI hat sich binnen zehn Jahren das Fondsvermögen fast verdoppelt.

Um die private Altersvorsorge zu fördern, forderte die Branche, Pläne zu einer Besteuerung von Aktienkäufen zu begraben. Seit 2011 wird auf EU-Ebene über eine Finanztransaktionssteuer diskutiert - bislang ohne Ergebnis. Mitte Dezember hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) einen neuen Entwurf für eine solche Steuer vorgestellt.

Auch gegen den Vorstoß von Bündnis 90/Die Grünen für einen "Staatsfonds" als neue Säule der Altersvorsorge sprach sich die Fonds-Lobby aus. Sie schlägt stattdessen vor, die Regularien für die private, staatlich geförderte Riester-Rente zu vereinfachen. 1,5 Billionen Euro der Fondsgelder dienen nach Angaben des Verbandes der Altersvorsorge - direkt über Investmentfonds oder in den Spezialfonds der privaten und betrieblichen Vorsorge.

nb