Euromünzen auf einer Wiese

Finanztest: Vergleichsweise gute Rendite möglich Nachhaltige ETFs unter der Lupe

Stand: 13.11.2018, 16:21 Uhr

Geldanlage nach ökologischen und ethischen Aspekten ist inzwischen auch mit passiven Indexfonds möglich. Das Magazin "Finanztest" hat die Performance dieser Produkte untersucht.

Viele Großinvestoren wie Kirchen, Universitäten oder Pensionsfonds achten bei den ihnen anvertrauten Geldern seit Jahren darauf, nicht in bestimmte Firmen oder Branchen zu investieren, die nicht auf Nachhaltigkeit achten. Investieren und gleichzeitig etwas Gutes tun? Das kann sich laut dem Magazin "Finanztest" lohnen. Wie die Stiftung Warentest am Dienstag mitteilte, waren auch mit Portfolios, die etwa auf Investitionen in Waffenproduzenten oder die Tabakindustrie verzichten, in den vergangenen fünf Jahren Renditen von mehr als sechs Prozent pro Jahr möglich. 

Große und kleine Anleger können inzwischen aus 641 Fondsprodukten bei der ökologisch, ethisch oder sozial korrekten Anlage auswählen, wie die Fondsrating-Agentur Scope vor kurzem ermittelte. Die Nachfrage steigt.

Fonds mit nachhaltigsten Firmen einer Branche

Im Trend liegen seit einigen Jahren börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETF). Diese breit gestreuten Fonds bilden üblicherweise einen gesamten Index wie etwa den Dax ab, der die Benchmark bildet.

Den Experten von Finanztest zufolge können Verbraucher eben auch in nachhaltige ETFs und bei nachhaltigen Banken investieren. Diese ETFs verzichten dabei auf einen Teil der Firmen etwa aus der Rüstungsindustrie und konzentrieren sich auf die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche.

Mittlerweile stehen eine ganze Reihe von Indizes und die entsprechenden Produkte zur Verfügung. Rund 50 ETFs verschiedener Anbieter gibt es. Führend sind die beiden Anbieter iShares, eine Tochter des Vermögensverwalters Blackrock, und die ETF-Sparte der französischen Großbank BNP Paribas.

Tester untersuchten Rendite

Der Markt für die nachhaltige passive Geldanlage ist noch jung. Nur die folgenden zwei nachhaltigen ETFs sind älter als fünf Jahre. Angesichts der Abbildung von 400 beziehungsweise 500 Unternehmen können laut "Finanztest" jedoch auch dort Firmen-Beteiligungen stecken, die ihr Geld mit fossilen Brennstoffen verdienen.

Für die Dezember-Ausgabe von "Finanztest" hat sich die Redaktion die beiden Fonds angeschaut: Den "iShares Dow Jones Global Sustainable Screend Ucits ETF" sowie den "UBS MSCI World Socially Responsible Ucits ETF USD A-dis". Das Ergebnis: vier von fünf möglichen Punkten.

In diesen fünf Jahren schnitten sie etwas schlechter ab als konventionelle Produkte. Ein "nachhaltiges Portfolio" mit einem Mix aus einem nachhaltigen Welt-Aktien-ETF mit nachhaltigem Tagesgeld kam laut "Finanztest" auf eine Rendite von 6,4 Prozent pro Jahr - das konventionelle Weltaktien-Investment erbrachte gemischt mit Tagesgeld 6,7 Prozent.

In den vergangenen drei Jahren habe die nachhaltige Variante allerdings etwas besser abgeschnitten als die konventionelle, betonten die Tester. Eine nachhaltige Geldanlage kann also nicht nur das Gewissen beruhigen - sondern auch gewinnbringend sein.

tb

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Nachhaltigkeits-ETFs im Überblick Chartserie

<strong>UBS ETF MSCI World Socially Responsible UCITS ETF A</strong><br/>Kein Alkohol, kein Tabak, keine Waffen, keine Pornogprahie: Der Indexfonds aus dem Hause UBS legt dennoch in rund 500 Titel weltweit an. Der Fonds basiert auf dem MSCI Social Responsible Index (SRI), bei dem öffentlich zugängliche Quellen aller Unternehmen aus dem Weltindex MSCI World ausgewertet werden. Die Performance ist annähernd deckungsgleich im der von üblichen ETFs auf den Weltindex. Die jährlichen Kosten von 0,40 Prozent liegen allerdings deutlich höher.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra ETF für den Zeitraum 1 Jahr

UBS ETF MSCI World Socially Responsible UCITS ETF A
Kein Alkohol, kein Tabak, keine Waffen, keine Pornogprahie: Der Indexfonds aus dem Hause UBS legt dennoch in rund 500 Titel weltweit an. Der Fonds basiert auf dem MSCI Social Responsible Index (SRI), bei dem öffentlich zugängliche Quellen aller Unternehmen aus dem Weltindex MSCI World ausgewertet werden. Die Performance ist annähernd deckungsgleich im der von üblichen ETFs auf den Weltindex. Die jährlichen Kosten von 0,40 Prozent liegen allerdings deutlich höher.