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Beliebte Aktienfonds in der Corona-Pandemie Mit Fondsgiganten durch die Krise

Stand: 05.06.2020, 10:28 Uhr

Harte Zeiten für viele Fondsanleger. Wer einen Teil seines Vermögens in Aktienfonds "arbeiten" lässt, musste in den vergangenen Wochen gute Nerven beweisen. Das gilt auch für die Experten im Fondsmanagement. Die populärsten Aktienfonds der Deutschen haben das Auf und Ab an den Börsen voll mitgenommen.

Verluste von fast 40 Prozent zwischen Mitte Februar und Mitte März verbuchten im Jahr des Corona-Crashs Dax und EuroStoxx 50. Aber auch, wer sein Aktiendepot weltweit aufstellte hatte es kaum besser. Beim Industrieländerindex MSCI World ging es zwischenzeitlich um knapp 35 Prozent nach unten. Ein ähnliches Bild auch bei Aktien aus Schwellenländern wie China oder den Aktienindizes aus Asien und Lateinamerika.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
12.737,77
Differenz relativ
+0,82%
EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
3.332,42
Differenz relativ
+1,10%
Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
26.371,14
Differenz relativ
+1,12%

Abflüsse im dreistelligen Milliardenbereich

Dass der Aktienmarkt keine Einbahnstraße ist und immer wieder auch heftige Verluste in Kauf genommen werden müssen, offenbarte sich im Frühjahr 2020 so deutlich wie selten. Viele Fondsanleger dürften mitten in der Verlustphase die Reissleine gezogen haben und Fondsanteile verkauft haben. Die Fondsratingagentur Morningstar hat ermittelt, dass im März insgesamt 246 Milliarden Euro aus dem europäischen Fondsmarkt abfloss, ein Gutteil davon aus Aktienprodukten.

Aktienfondsmanager hatten in den Krisenwochen keinen leichten Stand. Gerade die "Fondstanker", in denen viele Milliarden Euro deutscher Anleger verwaltet werden, mussten gegen Verluste in ihren Aktienportfolien und zum Teil auch gegen Abflüsse kämpfen. Die Rasanz der Abwärtsbewegung dürfte die meisten von ihnen genauso überrascht haben wie die Anleger selbst. Ganz überwiegend haben die Fondsriesen der deutschen Fondsgrößen wie Union Investment, Allianz Global Investors oder DWS den Kurscrash voll mitgemacht. Auch in den Fondsprodukten, die in deutsche, europäische oder globale Aktientitel investiert sind, fielen entsprechende Verluste an. Dafür nehmen die meisten von ihnen nun auch wieder den Aufwärtsschwung mit.

Die Fondsstrategie entscheidet

Wie stark die Einbrüche im März und April ausfielen, wurde deshalb auch eher von der grundsätzlichen Ausrichtung der Fonds-Strategie bestimmt, weniger von hektischen Versuchen, den Markt etwa durch eine schnelle Erhöhung der Cash-Quote zu "timen". Dividenden-Strategien etwa verbuchten in der Spitze weniger Verluste als die Fonds mit einem Standard-Konzept, dafür haben sie bei der Aufholjagd an den Börsen in den vergangenen Wochen das Nachsehen.

Bei einigen Fonds, die auf deutsche oder internationale Aktienschwergewichte aus zyklischen Sektoren wie Automobil oder Chemie setzten, kam es zum Teil zu noch deutlicheren Einbrüchen in der Crashphase. In einigen Fällen sorgte sogar die hohe Gewichtung einzelner Titel für Verdruss in Sachen Performance. Fonds, die dagegen stärker auf Technologieaktien fokussierten, konnten die Benchmarks überwiegend schlagen - in der Auf- und Abwärtsbewegung. (s. unsere Chartserie: Wie haben sich die Milliardenfonds geschlagen?)

Wenn der Fondsmanager spricht

Und auch Fonds, die auf Nachhaltigkeitskritierien wie Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (governance) abzielen, konnten sich besser als ihre Vergleichsindizes halten, in beiden Richtungen. Für interessierte Anleger sind neben der Portfoliostruktur auch die Kommentare des Fondsmanagements dabei oft lehrreich. Die Experten stellen dabei ihre Strategie in der Corona-Krisen dar und räumen durchaus ein, wenn die ein oder andere Investmententscheidung nicht aufgegangen ist. Auch für sie dürften die Verwerfungen an den Finanzmärkten des Jahres 2020 Lehrmaterial in Sachen Krisen-Management sein.

AB