Modellfiguren von Anlegern stehen auf Zeitungen und Listen mit Aktienkursen

Bilanz 2018 fällt ernüchternd aus Mieses Jahr für Fonds

Stand: 18.01.2019, 15:46 Uhr

Nach sechs fetten Jahren mussten Fondsanleger 2018 wieder einmal einen heftigen Rücksetzer hinnehmen. Nicht nur Aktienfonds bescherten den Investoren dabei Verluste. Und nur wenige Fondsmanager navigierten glücklich in der Aktiendelle.

Handelsstreit zwischen den USA und China, Fragezeichen hinter der globalen Konjunktur und den Unternehmensgewinnen. Weiter wabernde Schuldenkrise in Europa, und dazu die weiter ultratiefe Zinslandschaft in Euroland. Für Fondsmanager war 2018 wahrlich kein leichtes Jahr, vor allem als im zweiten Halbjahr die Aktienkurse deutlich zu bröckeln begannen.

Weniger als ein Fünftel mit Gewinn

Die Statistik für das abgelaufene Jahr sieht entsprechend trist aus. Laut den Experten von e-fundresearch.com haben nur 18 Prozent aller erhältlichen Fondsprodukte das vergangene Jahr mit positiven Erträgen überstanden. Im Durchschnitt aller Fonds entstanden Verluste von 6,3 Prozent für die Anleger, in den vergangenen sechs Jahren gab es jeweils Gewinne zwischen knapp fünf und gut zehn Prozent (s. unsere Grafik).

Fondsbilanz 2018

Fondsbilanz 2018. | Bildquelle: e-fundresearch.com, Grafik: boerse.ARD.de

Der Blick auf den Aktienfondssektor fällt naturgemäß noch erheblich trüber aus. Hier entstanden Verluste von durchschnittlich 11,6 Prozent. Bei Rentenfonds lag die Minusrendite bei 0,5, bei Mischfonds bei 6,4 Prozent.

„Home Bias“ hat Nachteile

Innerhalb des Aktienmarktsektors wiederum schnitten die europäischen Indizes vergleichsweise schlecht ab, zur Erinnerung: Der Dax büßte 2018 rund 18 Prozent ein. Da viele Anleger in Deutschland aber traditionell Dividendenpapiere aus dieser Region bevorzugen, dürften sie im vergangenen Jahr entsprechend an Wert in ihren Depots eingebüßt haben. Der „Home Bias“ hat sich damit als Malus für die Aktionäre entpuppt. Wer dagegen weltweit in Aktien angelegt hatte, musste mit rund acht Prozent weniger als die Hälfte dieser Verluste verschmerzen.

Fonds mit Schwerpunkt Deutschland verloren laut einer Statistik der Fondsratingagentur Scope 2018 mit 20,1 Prozent sogar noch mehr als der Dax. Damit zeigt sich wieder einmal, dass die Mehrzahl der aktiven Fondsmanager den Markt nicht outperformen kann. Dazu tragen naturgemäß Gebühren bei, die die Rendite des Fonds belasten.

Aktive Fondsmanager zu passiv?

Bei der Titelauswahl scheinen die Experten wiederum in vielen Fällen kein glückliches Händchen gehabt zu haben. Und oft scheint im vergangenen Jahr auch der Mut gefehlt zu haben, einfach einmal „Kasse“ zu machen und mit einem Teil des Fondsvermögens Kursrückgänge am Aktienmarkt einfach „auszusitzen“.

Auch beim Mischfonds war die Bereitschaft, harte Entscheidungen zu treffen, nicht allzu ausgeprägt. Denn hier könnte ja bei herannahenden Aktienmarktturbulenzen zum Teil komplett in den Renten- oder Geldmarktsektor umgeschichtet werden. Nur wenige Manager haben hier entsprechend agiert – erfreuliche Ausnahmen gibt es natürlich auch hier.

Flaggschiffe der Fondsgesellschaften

Unter den auf boerse.ARD.de beliebtesten Fondsprodukten (nach Klicks) finden sich die milliardenschweren „Dickschiffe“ der Fondsindustrie. Zumeist sind die Fonds, die von den großen Fondsgesellschaften, aber auch den Banken aus dem Sparkassen- und Volksbankensektor stark vermarktet werden. Der Erfolg in puncto Wertentwicklung ließ im vergangenen Jahr zum Teil zu wünschen übrig (s. unsere Chartserie).

AB

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