ETF-Buchstaben aus Euroscheinen

ETF-Konzepte gehen nicht immer auf Indexfonds: Dividende als Rendite-Killer?

Stand: 24.08.2018, 16:16 Uhr

In den vergangenen Jahren ist das Konzept, in dividendenstarke Aktien zu investieren, oft nicht aufgegangen. Viele der Indexfonds mit den "Dividendenkönigen" reichten nicht an ihre Benchmark heran. Hohe Ausschüttungen mit ordentlichen Kurssteigerungen zu kombinieren, ist nicht ganz einfach.

Wer hätte das nicht gerne: Eine regelmäßige Dividendenausschüttung deutlich über dem aktuellen Niedrigzinsniveau und dazu noch eine Beteiligung an den Renditechancen des Aktienmarktes. Und das noch verbunden mit den niedrigen Kosten eines passiven Indexfonds.

Das Konzept, per Dividenden-ETF auf diese vermeintlich eierlegende Wollmilchsau zu setzen, ging um die Welt. Milliarden von Euro und Dollar wanderten in die Indexfonds der wichtigsten Anbieter, die schnell das Angebot deutlich ausweiteten.

Zu eng, zu einfach

Doch nicht erst in den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, dass die Spezialisierung auf ausschüttungsstarke Aktien in Form eines ETFs oft nicht im Sinne des Anlegers aufging. Nicht selten hinkte die Rendite des entsprechenden Dividenden-ETFs hinter der des vergleichbaren klassischen Indextrackers her. Die höheren Ausschüttungen der Unternehmen, die in den ETF aufgenommen wurden, gingen offenbar mit regelmäßig deutlich schlechterer Kursentwicklung einher. Eine hohe Dividendenrendite ist augenscheinlich nicht stets ein Hinweis auf ein wachstumsstarkes, innovatives Unternehmen, dessen Aktie am Markt stark begehrt ist. Beispiele hierfür sind defensive Titel aus der Konsum-, Telekom- oder Versorgerbranche.

Aber auch "strukturell" zeigten viele Dividenden-ETFs Nachteile gegenüber "klassischen" Indexprodukten. Die zumeist kleinere Auswahl in einem Aktienkorb mit ausschüttungsstarken Titeln sorgt naturgemäß für potenziell stärkere Schwankungen des Kurses. So enthält der DivDax der Deutschen Börse per Definition nur die 15 Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen. Er diversifiziert damit nur halb so stark wie ein üblicher Dax-ETF. Bei Produkten auf den europäischen Auswahlindex EuroStoxx 50 oder den Weltindex MSCI World ist das Verhältnis zwischen klassischer und dividendenorientierter Variante sogar noch ungünstiger. Ein wichtiger Grundgedanke der Indexfonds, nämlich die möglichst breite Streuung, wird damit ein stückweit konterkariert.

Dividendenrendite reicht nicht

Um die genannten negativen Effekte bei der Fonds-Auswahl zu umgehen, bietet sich eine kleine Checkliste für Anleger an. Zum einen sollten Dividenden-Indexfonds vermieden werden, die ein zu kleines "Anlage-Universum" nutzen - der DivDax ist hierfür ein Beispiel. Die Anzahl der im zugrundeliegenden Dividenden-Index enthaltenen Werte sollte deutlich größer sein als 15.

Die reine laufende Dividendenrendite als Auswahlkriterium in einen ETF erscheint nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre nicht immer zielführend. Einige ETF-Anbieter setzen daher gezielt auf Aktien, bei denen die Dividende nicht nur nennenswert ist, sondern in den vergangenen Jahren stets gesteigert wurde. Andere Konzepte zielen sogar auf "Dividenden-Aristokraten", Firmen die dies zum Beispiel seit mindestens 25 Jahren geschafft haben.

Auch "auswärts" gibt es Dividenden-Titel

Der Blick über den Tellerrand des deutschen oder auch europäischen Aktienmarktes kann sich auch für ETF-Anleger mit Dividendenschwerpunkt lohnen. Wer US-Dividenden-ETFs seinem Depot beimischte oder gleich auf weltweit agierende Dividenden-Produkte setzte, hat in den vergangenen Jahren den Dax, aber auch den EuroStoxx 50 in Sachen Rendite weit hinter sich gelassen.

Nicht zuletzt sorgt ein Blick auf die Kosten eines Fonds für zusätzliche Gewinne im Depot. Auch eine ausgeklügelte Dividenden-Auswahlstrategie sollte nicht mehr als 0,5 Prozent pro Jahr an Kosten verursachen. Hier lohnt sich ein Blick auf die Total Expense Ratio (TER). Kosten reduzieren und damit echte Rendite steigern kann man als Anleger auch durch die Wahl des Brokers, über den die Transaktionen abgewickelt werden. Besonders wer größere Beträge investieren will, sollte bei den Kaufs- und Verkaufskosten einen "Cap" haben beziehungsweise keine prozentual berechnete Gebühr zahlen müssen (s.a. unsere Chartserie: Dividenden-ETFs mit mehr Performance).

AB

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Dividenden-ETFs mit mehr Performance Chartserie

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Einen globalen Rundumschlag in Sachen Dividendentitel praktiziert der Vanguard-ETF seit Jahren erfolgreich. Der zugrundeliegende Index enthält mehr als 1.000 Einzelwerte. Entscheidendes Anlagekriterium ist hierbei die erwartete Dividendenrendite des kommenden Jahres. Der ETF hat sowohl den Dax, aber auch den DivDax deutlich hinter sich gelassen.