Für konservative Anleger Geld verdienen mit Stiftungsfonds

Stand: 09.01.2013, 15:25 Uhr

Sie sind zwar keine Renditeturbos, eignen sich aber bestens für konservativ orientierte Anleger: die sogenannten Stiftungsfonds. Viele dieser Produkte stehen auch Verbrauchern mit kleinerem Geldbeutel offen.

Hand Euromünzen Rentner Rente Vorsorge Alter Berechnung Rendite Sparen. | Bildquelle: colourbox

Stiftungen erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit. Gut 19.000 dieser gemeinnützigen Einrichtungen gibt es bereits hierzulande - und es werden immer mehr. Ihre Arbeit dient in der Regel wohltätigen Zwecken wie der Suchtprävention oder der Armenhilfe. Dazu müssen die Stiftungen zwar keine Gewinne erzielen, doch ihre wesentliche Aufgabe besteht darin, ihr Kapital zu erhalten. Damit müssen sie ihren Stiftungszweck finanzieren sowie Personal und Räume bezahlen. Dazu bedarf es regelmäßiger Ausschüttungen.

Viele dieser Einrichtungen können sich keine individuelle Vermögensverwaltung leisten, weil sie über ein zu geringes Kapital verfügen. Daher haben Fondsgesellschaften in den letzten Jahren eine wachsende Zahl so genannter Stiftungsfonds aufgelegt, die diese Bedürfnisse erfüllen sollen. Weil es einfacher ist, die Ziele mit einem höheren Kapitaleinsatz zu erreichen, wurden viele dieser Fonds auch für Privatanleger geöffnet.

Meist konservative Mischfonds

Inzwischen bieten auch alle großen Vermögensverwalter mindestens einen Stiftungsfonds an, dessen Volumen nicht selten mehrere Dutzend Millionen Euro umfasst.

Dabei handelt es sich in der Regel um Mischfonds, meist konservativ, weil sicherheitsorientiert, ausgerichtet. Allerdings enthalten die meisten Fonds neben Renten, also Staatsanleihen und Pfandbriefen, auch einen kleineren Anteil Aktien, von höchstens 30 Prozent.

Wertverluste nicht auszuschließen

Sie müssen also auch Risiken eingehen und schaffen es daher nicht immer, Wertverluste zu vermeiden, zumindest vorübergehend. "Stiftungen müssen darauf gefasst sein, auch einmal 15 Prozent und mehr Verlust in einem Jahr hinzunehmen", warnt Elmar Peine, Geschäftsführer der bankenunabhängigen Vermögens- und Finanzberatung Renditewerk.

Das kam besonders während der Finanzkrise 2008/2009 vor. Wegen massiver Verluste in dieser Zeit weist etwa der mehrere Hundert Millionen Euro schwere F&C HVB-Stiftungsfonds für die vergangenen drei Jahre nur eine unterdurchschnittliche Rendite von 2,67 Prozent auf.

Wegen ihrer überwiegend konservativen Ausrichtung gelingt es aber den allermeisten Stiftungsfonds, mittelfristig, also in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren, das eingesetzte Kapital nicht nur zu erhalten, sondern auch noch eine Ausschüttung vorzunehmen.

Geringe Aufschläge und Gebühren

Renditejäger sind diese Fonds also nicht, für sicherheitsorientierte Anleger lohnt sich aber durchaus ein Blick, zumal viele Stiftungsfonds auch mit geringen Ausgabeaufschlägen und niedrigen Verwaltungsgebühren locken.

Zu den von Renditewerk favorisierten Fonds gehört der Allianz Taara Stiftungsfonds P. Er erzielte über fünf Jahre hinweg, also in ganz unterschiedlichen Marktphasen, immer eine Wertsteigerung oberhalb der jeweiligen Preissteigerungsrate.

Die Durchschnittsrendite beläuft sich auf 4,9 Prozent p.a. auch nach Abzug der (Fonds- und Stiftungsverwaltungs-) Kosten. Damit hat der Fonds nicht nur dazu beigetragen, das Kapital zu erhalten, sondern auch regelmäßige Ausschüttungen vorzunehmen. Genau diese Eigenschaften brauche ein guter Stiftungsfonds, urteilen die Experten vom Renditewerk.

Erfolgreiche Ausnahmen

Zu den ausgezeichneten Stiftungsfonds gehört auch der MEAG Fair Return von der Münchener Rück. Dieser Fonds verlangt keinen Ausgabeaufschlag und begnügt sich mit einer Verwaltungsgebühr von 0,6 Prozent. Er hat seit seiner Auflage vor vier Jahren eine Rendite von gut 22 Prozent erzielt und zeichnet sich dadurch aus, dass er auch in nachhaltige Produkte anlegt.

Als ein Beispiel besonders erfolgreich gemanagter Stiftungsfonds gilt der sogenannte Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. Er hat im vergangenen Jahr 16,37 Prozent dazugewonnen. Für die vergangenen drei Jahre beläuft sich die Performance sogar auf satte 74 Prozent. Damit scheint dieser Fonds allen anderen Stiftungsfonds haushoch überlegen zu sein.

Doch der Grund für die überdurchschnittliche Rendite ist denkbar einfach und eine Ausnahme in der Welt der Stiftungsfonds: der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen hat überwiegend in Nebenwerte investiert - und die sind auch im vergangenen Jahr gut gelaufen. Privatanleger müssen hier also auf hohe Schwankungen, nach oben als auch nach unten, gefasst sein.