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Fidelity und Allianz GI mit Performance Fee Fondsgebühr nach Leistung

Stand: 05.10.2017, 11:34 Uhr

Manager von Aktienfonds sind unter Druck. Indexfonds (ETF) machen den Anbietern das Leben schwer. Sie sind kostengünstig und liefern exakt die Performance der Benchmark. Das bringt jetzt zwei Größen der Fondsbranche auf Trab.

Dass die Mehrzahl aktiv gemanagter Fonds ihren Vergleichsindex in Sachen Wertentwicklung oft nicht erreicht, geschweige denn klar hinter sich lässt, zeigen Statistiken immer wieder. Warum dann für diese "Leistung" auch noch Managementgebühren zahlen, denken sich viele Anleger und greifen immer öfter zu Indexfonds.

Während die ETFs mit jährlichen Gebühren von 0,05 bis 0,20 Prozent jährlich auskommen, kostet das Fondsmanagement durchaus rund ein Prozent pro anno. Dazu kommen in vielen Fällen noch einmalige Ausgabeaufschläge beim Kauf.

Nur zahlen bei Outperformance

Eine Umstellung der Gebührenstrukturen kann als Reaktion auf diese Entwicklung gedeutet werden. Gestern hat die Fondsgröße Fidelity angekündigt, alle ihre Aktienfonds in zwei Varianten anzubieten. Neben der klassischen Gebührenstruktur mit einer Management Fee in üblicher Weise, werden die Produkte künftig auch mit erfolgsabhängiger Gebührenstruktur angeboten: Dabei wird die Basisvergütung des Managements deutlich reduziert. Dazu kommt dann aber eine erfolgsabhängige Gebühr. Sie wird nur fällig, wenn die Fondsmanager ihre eigene Benchmark, also einen Aktienindex, übertreffen.

Wie genau diese Performance Fee ausgestaltet ist, will Fidelity "bald" bekanntgeben. Laut Deutschland-Chef Ferdinand-Alexander Leisten bestehen aber bereits Überlegungen, die Systematik auf andere Fondsbereiche auszudehnen. Allein bei den Aktienfonds der Gesellschaft sind rund 400 Produkte mit einem Gesamt-Fondsvolumen von 160 Milliarden Dollar betroffen.

Allianz Global Investors mit Testlauf

Die Konkurrenz denkt über das Thema erfolgsabhängige Vergütung ebenfalls intensiv nach. Das zeigt eine Initiative von Allianz Global Investors. Die Fondstochter des Versicherungsriesen hat in der vergangenen Woche ein Pilotprojekt mit drei in den USA vertriebenen Fonds gestartet: Dabei soll die Basisvergütung nur bei 0,05 Prozent pro Jahr liegen. Dafür werden 20 Prozent der Outperformance gegenüber der Benchmark als Erfolgsvergütung fällig. Steigt etwa der Vergleichsindex S&P 500 um zehn Prozent in einem Jahr und der Fonds verbucht Wertzuwächse von zwölf Prozent - dann werden 0,4 Prozent (20 Prozent von zwei Prozent Outperformance) fällig.

Ob das Gebührenmodell Zukunft hat, dürfte sich in den kommenden Jahren zeigen. Klar ist jedoch, dass für die Fondsgesellschaften damit der Erfolg ihrer Produkte wohl noch entscheidender wird als bislang. Für Kunden, also Anleger, dürfte die Entwicklung damit durchaus positiv zu werten sein.

AB