Berg, im Hintergrund die österreichische Flagge

"Heimatfonds" jetzt auch in Deutschland Fintech kämpft gegen "Home Bias"

Stand: 03.02.2020, 15:56 Uhr

Heimatverbundenheit ist ein schönes Gefühl, aber an der Börse führt sie bei der Aktienauswahl oft nicht zum optimalen Ergebnis. Ein österreichisches Fintech bietet daher seit einigen Jahren ein Fondsprodukt an, das ganz anders in die "Heimat" investiert.

Own Austria Standortfonds heißt das Fondsprodukt, das das österreichische gleichnamige Fintech-Unternehmen bereits seit rund zwei Jahren am Markt platziert hat. Der Name ist allerdings ein wenig trügerisch. Denn wer hinter dem Fonds vor allem Aktien aus dem österreichischen Leitindex ATX oder kleineren Werten aus dem Land vermutet, wird überrascht.

Denn der Standortfonds investiert in die 250 Unternehmen, die nach Absatz und Mitarbeiterzahl den größten Anteil am Wirtschaftsgeschehen in Österreich haben. Und dazu gehören ebenso ausländische Titel. So finden sich dann auch Aktien von McDonald's, Coca-Cola oder Apple im Portfolio des Fonds.

Unternehmen aus Dax und Dow in Österreich-Fonds

Auch die deutschen Vorzeigekonzerne wie Allianz oder SAP sind größere Positionen im Fondsprodukt. Wohl auch deshalb will das Fintech-Unternehmen den Fonds nun auch stärker in Deutschland vermarkten. Um die internationale Expansion des Fondskonzepte voranzutreiben, haben sich die Macher selbst in "Own360" umbenannt.

Und ein Fonds mit Schwerpunkt Deutschland ist laut Medienberichten ebenfalls in Planung. Er soll wie der Österreich-Fonds per App kaufbar werden. Für den Fonds bietet das Unternehmen Sparpläne ab 30 Euro pro Monat an. Die jährlichen Kosten sollen unter einem Prozent liegen. Zudem sollen Anleger über die App auch diskutieren, kommentieren und an einem Quiz teilnehmen können. Finanzbildung hat sich das Fintech-Unternehmen gewissermaßen nebenbei auf die Fahnen geschrieben.

Im Einklang mit der Wissenschaft

Der Ansatz, in internationale Unternehmen zu investieren und gerade keinen "Home Bias" zu entwickeln, wird von der Wissenschaft durchaus gestützt. Viele, auch deutsche Anleger, schauen ungern über die Grenzen des eigenen Landes bei der Geldanlage und Aktienauswahl hinaus. Anlageexperten weisen immer wieder nach, dass damit die Performance eines Aktienportfolios auf lange Sicht schlechter ausfällt, die Risiken dagegen steigen. International breit diversifiziert zu investieren, hat den gegenteiligen Effekt.

AB