Kai Diekmann

Als Antwort auf den Niedrigzins Ex-Bild-Chef Kai Diekmann gründet Fonds

Stand: 16.11.2017, 15:16 Uhr

Der Ex-Bild-Chef steigt nun auch ins Finanzgeschäft ein. Zusammen mit Leonhard "Lenny" Fischer will er einen 20 Milliarden schweren Fonds auflegen. Die Zielgruppe: der klassische Sparbuchsparer.

Kai Diekmann hat 2017 schon für einige Schlagzeilen gesorgt: Erst wurde der ehemalige Chef und Herausgeber der "Bild"-Zeitung zum Berater bei Uber. dann gründete er im Oktober gemeinsam mit Stern-Chef Philipp Jessen und Michael Mronz die Webcontent-Agentur "Storymachine". Nun plant er eine milliardenschwere digitale Vermögensverwaltung – und sucht sich professionelle Hilfe.

Lenny Fischer

Lenny Fischer. | Bildquelle: picture alliance / fotoSwiss.com

Rund 20 Milliarden sollen in den kommenden Jahren in den geplanten Mischfonds fließen, so Diekmann gegenüber dem "Manager Magazin" (Interview erscheint am Freitag). Hilfe und Expertise liefert ihm dabei Leonhard "Lenny" Fischer. Der Manager war Co-Chef des Finanzinvestors BHF Kleinwort Benson Group, bis die französische Finanzgruppe Oddo das Finanzinstitut 2016 übernahm. Er und Diekmann kennen sich seit der Kindheit.

Kleinsparer sollen investieren

Außerdem mit im Boot: der Anwalt Anton Voglmaier und Martha Böckenfeld – die ehemalige BHF-Finanzchefin sitzt derzeit im Aufsichtsrat der UniCredit. Die Verwaltung in der neuen "Deutschen Fondsgesellschaft Invest" wollen die vier gleichberechtigt übernehmen. Böckenfeld soll den Posten als CEO bekommen. 

Der so genannte "Zukunftsfonds" soll Kleinsparer ansprechen. Mit ihrem Produkt wollen sie den Anlegern das Sparen in Nullzinszeiten beibringen, so Diekmann und Fischer gegenüber dem "Manager Magazin". Der Fonds soll im zweiten Quartal des kommenden Jahres starten und wird  dem Total-Return-Ansatz folgen. Damit wolle man eine überschaubare Rendite zum geringstmöglichen Risiko erzielen. Auch die Verwaltungskosten für Anleger sollen gering ausfallen: Rund 1,4 Prozent des Sparkapitals sind geplant.

Unterstützung durch eigene Finanzwebsite

Der Vertrieb des Mischfonds soll digital stattfinden. Das sei günstiger als vergleichbare Konkurrenzprodukte. Um den Fonds schon vorab zu promoten, lässt Diekmann seine Kontakte in der Medienbranche spielen. Er verhandelt derzeit mit mehreren Medienhäusern über Kooperationsverträge.

Außerdem soll eine journalistisch unabhängige Finanzwebsite den Fonds unterstützen. Die gibt es zwar noch nicht, aber wer die Seite betreiben soll, ist bereits geklärt: Diekmanns Webcontent-Agentur "Storymachine".

Für den Inhalt soll die ehemalige Chefredakteurin von "Business Insider Deutschland" Christin Martens zuständig sein. Auch Diekmann und Martens kennen sich schon länger: Sie war Ressortleiterin bei Bild Digital.

jz