ETF-Schriftzug

Marke von fünf Billionen Dollar überschritten ETF-Markt wächst rasant

Stand: 12.02.2018, 11:29 Uhr

25 Jahre nachdem der erste Indexfonds aufgelegt wurde, geht die Erfolgsgeschichte der Produktgattung ungebremst weiter. ETFs haben die Fondsanlage gehörig umgekrempelt und ein Ende ist nicht abzusehen.

"The trend is your friend", das alte "Börsianer"-Sprichwort gilt auch für den Trend in Sachen Investmentfonds. Am 22. Januar 1993 wurde der erste Indexfonds seiner Art an den Start gebracht. Der "SPY", ein Produkte des ETF-Spezialisten State Street bildet auch heute noch den wichtigsten US-Index, den S&P 500 ab. Der "Ur"-Fonds ist auch heute noch der größte seiner Art: Ende Januar 2018 waren 307 Milliarden Dollar im SPY "under management".

Der Weg der Produktgattung zeigt seither steil nach oben, das belegen einmal mehr aktuelle Zahlen des Londoner Analystehauses ETFGI. Danach hat sich das Universum der Indexfonds Ende Januar 2018 erstmals auf die Summe von mehr als fünf Billionen Dollar ausgedehnt.

48 Monate in Folge Nettozuflüsse

Allein im abgelaufenen Monat Januar stieg die durch Index-Produkte weltweit verwaltete Summe um netto 106 Milliarden Dollar auf den neuen Bestwert von 5,15 Billionen Dollar. Der - bis dahin - gut laufende Aktienmarkt tat ein Übriges dazu, dass das verwaltete Vermögen binnen eines Monats sogar um 313 Milliarden Dollar stieg, per Ende Dezember hatte dieser Wert noch bei 4,84 Billonen Dollar gelegen.

Verwaltetes ETF-Vermögen in Billionen Dollar

Verwaltetes ETF-Vermögen in Billionen Dollar. | Bildquelle: ETFGI, Grafik: boerse.ARD.de

Der Januar 2018 war nebenbei der 48. Monat, in dem die Zuflüsse in den ETF-Markt höher waren als die Abflüsse, netto also ein Wachstum zu verzeichnen war.

Weiterhin sind unter den Index-Produkten von Anlegerseite vor allem Aktien-ETFs gefragt. Auch im Januar legten sie mit 7,5 Prozent Zuwachs beim verwalteten Vermögen klar stärker zu als etwa Renten-ETFs, deren Volumen nur um 1,7 Prozent stieg.

Immer populärer auch für Privatanleger

In den zurückliegenden Jahrzehnten waren Indexfonds überwiegend in den Händen großer instititioneller Investoren wie Pensionsfonds oder Versicherungen, die damit eine breit diversifizierte Anlage abbilden konnten. Die Kostenvorteile und gute Handelbarkeit der Produkte locken aber inzwischen zunehmend auch private Anleger an. Mit dem Aufkommen von Online-Vermögensverwaltungen, den "Robo-Advisors", die überwiegend Indexfonds einsetzen, hat der Trend sich weiter verstärkt.

Allerdings weisen Experten zunehmend auch auf mögliche Systemrisiken hin. Indexfonds können durch ihre Marktmacht den Markt selbst beeinflussen, wenn sie etwa große Stückzahlen verkaufen, so ein Argument.

CBOE Volatility Index: 31.01. bis 06.02.2018

CBOE Volatility Index . | Bildquelle: boerse.ARD.de

Dass Investments in neuartige ETFs auch starke Verluste einbringen können, haben zuletzt Short-ETFs auf den Volatilitätsindex VIX gezeigt. Anleger, die auf sinkende Schwankungsbreiten (Volatilität) am Aktienmarkt setzten wurden vom Kurscrash der vergangenen Woche mit drastisch gestiegener "Vola" auf dem falschen Fuß erwischt: Einige der Produkte wurden schlicht wertlos.

AB