Ausblick 2019 ETF

Ausblick 2019 ETFs im Bärenmarkt

Stand: 21.12.2018, 15:39 Uhr

Ein schwieriges Börsenjahr wirft auch im Markt für Indexfonds seine Schatten voraus. Der ETF-Markt wächst dynamisch weiter. Aber angesichts taumelnder Aktienmärkte wird die Lage angespannter, bei Anbietern wie bei Investoren.

Die Wachstumszahlen sprechen eine deutliche Sprache: Indexfonds spielen auf der internationalen Finanzbühne eine immer wichtigere Rolle, daran wird auch das kommende Jahr wohl nichts ändern. Laut der Deutschen Bundesbank belief sich das weltweit ausstehende Vermögen aller Investmentfonds auf 37,1 Billionen Dollar im ersten Halbjahr 2018. 5,1 Billionen Dollar flossen dabei in die ETFs, das sind 13,7 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 waren es lediglich 0,7 Billionen Dollar. Im Gesamtjahr 2017 wuchs der ETF-Sektor um fast 19 Prozent. Bis 2025 soll der Anteil nach einer Schätzung der Ratingagentur Moody's auf 22 bis 27 Prozent wachsen.

Unter den zehn größten ETF-Anbietern verzeichnete die Blackrock-Tochter iShares im Oktober laut Morningstar die höchsten Nettozuflüsse. Das meiste Anlegergeld floss in den iShares Core MSCI World ETF (460 Millionen Euro) und den iShares Core S&P 500 (340 Millionen Euro).

Börsenbaisse lässt verwaltete Vermögen schmelzen

Dass das Wachstum aber nicht frei von kleineren Rückschlägen ist, zeigt wiederum die Investmentstatistik des Branchenverbandes BVI per Ende Oktober. Hier ging das Volumen des Indexfondsmarktes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht von 132 auf 130 Milliarden Euro zurück. Ein Teil dieser Entwicklung ist freilich im Kursrückgang und damit Wertverlust vieler Aktien-ETFs begründet.

Die Vorteile der Indexfonds, ihre günstige Konstruktion und transparente Wertentwicklung immer entlang der Benchmark, haben die Produkte zum Renner auch bei immer mehr Privatanlegern werden lassen. Auf der anderen Seite der Medaille bedeutet dies für Anbieter einen immer gnadenlosen Verdrängungswettbewerb. Die Gesamtkostenquote für einen Dax-Indexfonds ist bereits unter die Schmerzgrenze von 0,1 Prozent pro Jahr gefallen. Für einen Indexfonds auf den Weltindex MSCI World, der die Aktien von mehr als 1.600 Unternehmen abbildet, muss kaum mehr bezahlt werden.

Gebühren auf null

Die US-Größe Fidelity hat im Kampf um Marktanteile jüngst zwei "No fee"- Fonds ins Programm genommen, also gebührenfreie Produkte. Die Entwicklung wird laut Experten auch im kommenden Jahr anhalten. Für kleinere Anbieter, die nicht Milliarden Euro oder Dollar in ihren Fonds verwalten, wird es damit immer schwerer profitabel zu arbeiten. Nicht von ungefähr verkaufte die Commerzbank im Juli 2018 ihre Sparte EMC samt den Comstage-Indexfonds an die französische Großbank Société Générale. Die wiederum wurde dadurch zur Nummer zwei im deutschen Markt nach der Blackrock-Tochter iShares und macht nun dem Lokalmatador DWS mit seiner Indexfondssparte Xtrackers zu schaffen. Experten sehen die Gefahr einer Marktkonzentration, die nur wenige riesige Anbieter übrig lässt - die wiederum könnten dann wegen der Billionen an verwalteten Mitteln selbst zum "systemischen Risiko" werden.

Für Anleger wird die Indexfondswelt im kommenden Jahr nicht unbedingt einfacher. Wer den Bärenmarkt an den Aktienbörsen mit seinen Produkten nicht aussitzen will oder neue Mittel anlegen will, kommt leicht in Entscheidungsnot. Neben den klassischen Produkten auf einzelne Assetklassen wie etwa Aktien- und oder Rentenindizes gibt es seit einigen Jahren auch übergreifende Fonds, die nicht nur in beide klassische Bereich investieren, sondern auch Rohstoff-, Immobilien-ETFs oder sogar Private Equity mit ins Anlageuniversum aufnehmen.

"Smart" wieder beautiful?

Mit "Smart Beta"-ETFs hat die Industrie ebenfalls schon seit mehreren Jahren regelrechte Strategiekonzepte in die Form eines Indexfonds gebracht. Sie "modifizieren" die schlichten Aktienindizes und filtern etwa Papiere mit niedriger Schwankungsbreite "low volatility" heraus - potenziell eine Antwort auf hektische Aktienmärkte auch im neuen Jahr.

Nicht zuletzt hat auch die "Nachhaltigkeits-Welle" den Markt für Indexfonds erreicht und wird auch 2019 weiter schwappen. Die entsprechenden Indizes beziehen sich auf Unternehmen, die hohe ökologische, ethische oder unternehmerische Standards einhalten. Marktführer Blackrock hat jüngst sechs neue Produkte mit dem Label aufgelegt. Konkurrent JPMorgan hat auch hier bereits nachgezogen - die Konkurrenz schläft auch hier nicht.

AB

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Indexfonds für 2019 Chartserie

<strong>ComStage 1 Dax UCITS ETF </strong><br/>Als Basisinvestment werden auch 2019 kostengünstige Indexfonds auf den deutschen Aktienmarkt im Trend liegen. Der Wiedereinstieg in den Aktienmarkt gelingt beim ComStage-ETF mit 0,08 Prozent jährlichen Kosten. Comstage-ETFs, ehemals von der gleichnamigen Commerzbank-Tochter entwickelt und vertrieben, sind inzwischen an die französische Großbank Société Générale verkauft worden. Und die SocGen, heizt damit nun auch im deutschen Markt den Preiskampf weiter an.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra ETF für den Zeitraum 1 Jahr

ComStage 1 Dax UCITS ETF
Als Basisinvestment werden auch 2019 kostengünstige Indexfonds auf den deutschen Aktienmarkt im Trend liegen. Der Wiedereinstieg in den Aktienmarkt gelingt beim ComStage-ETF mit 0,08 Prozent jährlichen Kosten. Comstage-ETFs, ehemals von der gleichnamigen Commerzbank-Tochter entwickelt und vertrieben, sind inzwischen an die französische Großbank Société Générale verkauft worden. Und die SocGen, heizt damit nun auch im deutschen Markt den Preiskampf weiter an.