ETF-Kosten
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ETF-Portfolios als Allzweckwaffe Indexfonds fürs Leben?

Stand: 12.04.2019, 15:42 Uhr

Indexfonds werden bei Privatanlegern immer beliebter. Wer sich ein komplettes Anlageportfolio mit den ETFs zusammenstellen will, kann das kostengünstig tun - oder auf "vermögensverwaltende" Produkte zurückgreifen. Welche "All-in-one"-Lösungen gibt es? Worauf muss der Anleger achten?

Die DWS-Tochter Xtrackers hat vor einigen Wochen eher verschämt auf den zehnten "Geburtstag" ihres Portfolio ETFs hingewiesen. Es gibt ihn in zwei Varianten, mit Aktien- oder Anleihenschwerpunkt. Die aktienlastige Variante, der Xtrackers Portfolio Total Return, hat in den zehn Jahren seines Bestehens seinen Wert um 120 Prozent gesteigert und nie mehr als 20 Prozent von seinem Höchststand eingebüßt (s. unser Überblick Portfolio-ETFs).

Viele Märkte in einem Portfolio

Kennziffern, die manches Anlegerherz höher schlagen lassen. Portfolio-Produkte wie der der Deutsche-Bank-Tochter versprechen eine komplette Vermögensverwaltung in einem einzigen Produkt. Sie enthalten eine kleinere oder größere Anzahl von Einzel-ETFs, die in unterschiedliche Märkte investieren. Das sind zum einen die beiden "klassischen" Anlageklassen Anleihen und Aktien, aber dazu auch Rohstoffe oder Immobilien.

Innerhalb der Anlageklassen wird dann ja nach Spielart noch einmal fein unterschieden. Aktien-ETFs etwa werden nach Regionen oder Branchen justiert, bei Anleihen sorgen Staats-Bonds mit höchster Bonität für größtmögliche "Sicherheit" im Depot. Anleihen aus Schwellenländern oder von Unternehmen sollen dazu als kleiner Renditebringer dienen.

Rebalancing oder aktives Umschichten

Wie die wenigen verfügbaren Fonds die Abmischung der Anlageklassen vornehmen, unterscheidet sich aber erheblich. Grundsätzlich gibt es zwei Herangehensweisen: In der ersten Variante wird eine vorgegebene "Asset Allocation" also die Verteilung der Mittel auf Aktien, Anleihen oder Rohstoffe festgeschrieben. Da sich diese Anlagebereiche und damit ETFs sich im Zeitverlauf unterschiedlich im Wert entwickeln, erfolgt in regelmäßigen Abständen ein "Rebalancing": Die Ausgangsverteilung wird durch entsprechende Zu- und Verkäufe wieder auf Ausgangsniveau zurückgesetzt.

Die zweite, komplexere, Variante bei den Portfolio-ETFs sieht vor, dass innerhalb gewisser Grenzen die Anteile innerhalb der Anlageklasse bewusst verschoben werden können. Hier bringen die Fondsmanager dann eigene Algorithmen oder Strategien zum Einsatz, die für eine "optimale" Ausrichtung des Gesamtportfolios sorgen sollen. Hier findet damit eine automatisierte Vermögensverwaltung innerhalb des ETFs statt. Wie rentabel und riskant ein solches Management ist, zeigen die unterschiedlichen Renditen und Verluste in der Vergangenheit, die trotzdem naturgemäß keinen echten Hinweis auf die künftige Wertentwicklung geben.

Kosten überwiegend attraktiv

Je mehr "aktiv" im passiven Gewand umgeschichtet und ausbalanciert wird, desto höher fallen die laufenden Kosten für den Anleger aus. Zwischen knapp einem halben Prozent und bis zu zwei Prozent jährliche Kosten kommen dabei vor. Die Kostenbetrachtung ist damit ein wichtiges Ausschlusskriterium. Wer als engagierter Privatanleger sein eigenes Portfolio mit Indexfonds schnürt, kann dies mit jährlichen Kosten von etwa 0,20 Prozent bewerkstelligen. Dazu kommen allerdings die Transaktionskosten bei dem jeweiligen Broker, die sich je nach Handelshäufigkeit auch als Renditefresser entpuppen können. Diese Kosten sind in den vermögensverwaltenden Konstruktionen in der "Total Expense Ratio" enthalten.

Gegenüber den immer beliebter werdenden Online-Vermögensverwaltungen (Robo-Advisors), die ebenfalls zum Großteil mit Indexfonds arbeiten, haben die All-in-one-Fonds durchaus auch Vorteile: Die Gebühren sind bei den günstigsten von ihnen ein wenig günstiger als bei den Robos, die in der Regel knapp ein Prozent per annum Kosten verursachen. In die Portfolio-Fonds kann zudem mit kleinsten Beträgen investiert werden. Die Einmalanlage ist ab wenigen Hundert Euro möglich, per Sparplan kann sogar oft ab Sparraten von 25 Euro investiert werden.

Transparent und für kleines Geld zu haben

Die Fonds von renommierten Adressen wie Deutsche Bank oder UBS haben oft mehrere 100 Millionen Euro an Volumen angesammelt, und dürften damit auch in vielen Jahren noch bestehen. Und nicht zuletzt sind die ETF-Portfolios als Fonds in ihren Kennziffern transparent. Die Performance, aber auch wichtige Hinweise wie maximaler Verlust oder Sharpe Ratio dürften hier Punkte auf der Vertrauensskala schaffen. Für viele Privatanleger ein schlagendes Argument.

AB

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ETF-Portfolio-Fonds im Überblick Galerie

<strong>Xtrackers Portfolio Total Return</strong><br/>Gerade hat der ETF aus dem Hause DWS sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Das Produkt konzentriert sich auf die beiden Asset-Klassen Aktien und Anleihen. Der Anteilanteil kann zwischen 30 und 70 Prozent justiert werden. Der Fonds ist mit 350 Millionen Euro Vermögen recht groß geworden. Die Umschichtungs-Strategie hat bislang erfreulich gut geklappt. Die Verluste konnten durch mehrere Börsenkrisen hindurch begrenzt werden. Zehn-Jahres-Rendite: 120 Prozent. Jährlich sind Kosten von 0,7 Prozent fällig.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra ETF für den Zeitraum 2 Jahre

Xtrackers Portfolio Total Return
Gerade hat der ETF aus dem Hause DWS sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Das Produkt konzentriert sich auf die beiden Asset-Klassen Aktien und Anleihen. Der Anteilanteil kann zwischen 30 und 70 Prozent justiert werden. Der Fonds ist mit 350 Millionen Euro Vermögen recht groß geworden. Die Umschichtungs-Strategie hat bislang erfreulich gut geklappt. Die Verluste konnten durch mehrere Börsenkrisen hindurch begrenzt werden. Zehn-Jahres-Rendite: 120 Prozent. Jährlich sind Kosten von 0,7 Prozent fällig.