Mann reitet Bullen

ETFs zur Krisenabsicherung Die Vola-Welle reiten

Stand: 09.04.2018, 15:00 Uhr

Wenn die Kurse heftig purzeln, steigt stets die Schwankungsbreite des Marktes, kurz Volatilität. Wer also auf eine steigende "Vola" setzt, kann sich gegen rückläufige Aktienmärkte absichern. Oder sogar davon profitieren.

Einen der "Trades des Jahres" konnte ein Anleger machen, der in den vergangenen Wochen, vor dem deutlichen Rücksetzer bei Dow, Dax und Co. auf eine steigende Volatilität setzte. Bis zu 100 Prozent legten spezielle Indexfonds zu, die auf den wichtigen Volatilitätsindex VIX in den USA setzen. Der VIX bildet die erwartete Schwankungsbreite (implizierte Volatilität) des US-Leitindex' S&P 500 ab.

Kursverdoppler bei ETFs

Mehrere spezielle Indexfonds setzen dabei auf Termin-Kontrakte, die wiederum den VIX abbilden. Dazu gehören etwa der Ultra VIX Short-Term Futures ETF des US-Anbieters Powershares oder der iPath S&P 500 VIX Short-Term Futures ETN. Beide Produkte haben ihren Wert im laufenden Börsenjahr um rund 85 Prozent gesteigert.

Mehr als verdoppeln konnten VIX-Anleger ihren Einsatz sogar mit dem VelocityShares Daily 2x VIX Short Term. Das Produkte hebelt den Einsatz noch einmal zweifach.

Die genannten Index-Produkte sind allerdings in Deutschland nicht erhältlich. Anders als der Lyxor S&P 500 VIX Futures Enhanced Roll ETF (WKN: LYX0PM). Der ETF aus dem Hauses der französischen Großbank Société Générale versucht zudem eine strukturelle Schwäche der Vola-Fonds zu minimieren: Denn prinzipiell unterliegen die im Fonds enthaltenen Terminkontrakte einem "Contango"-Effekt. Dies bedeutet, dass Futures mit längerer Laufzeit einen höheren Preis haben als die mit kürzerer Laufzeit. Da Terminkontrakte innerhalb der Fonds stets umgeschichtet werden, bedeutet dies in der Tendenz einen schleichenden Wertverlust.

US-Volatilitätsindex VIX

US-Volatilitätsindex VIX. | Bildquelle: und Grafik: boerse.ARD.de

Beim genannten Lyxor-Fonds wird versucht, der Contango-Falle über eine spezielle Methodik zu entkommen. Dazu positioniert sich der Fonds sowohl in kurz- als auch mittelfristigen Laufzeiten beim VIX.

Noch mehr Hebel per CFD

Für Anleger war auch der in Deutschland erhältliche Indexfonds ein gutes Investment, seit Jahresbeginn hat er rund 20 Prozent an Wert gewonnen. Wer mit höheren Hebeln auf steigende oder auch fallende Volatilität beim US-Index VIX setzen will, der kann bei einigen CFD-Brokern auch mit Differenzkontrakten auf die Volatilität im US-Markt long oder short gehen. Die Anbieter kassieren hier in der Regel allerdings hohe Spreads bei den Instrumenten, hohe Gewinne, aber auch hohe Verluste bis zum Totalverlust sind dabei jederzeit möglich.

Generell sind Volatilitäts-Produkte aber in erster Linie als eher kurzfristiges, taktisches Instrument zu sehen. Volatilitätsausbrüche geschehen oft sehr schnell. Auch im laufenden Jahr sind der VIX und auch sein deutsches Pendant, der VDax-New (auf den Dax), von ihren Höchstwerten vor wenigen Wochen bereits wieder deutlich zurückgekommen - bis zum nächsten deutlichen Kurseinbruch.

AB